Stand: 08.02.2017 von © Gold.de Redaktion EH/GW 5 Kommentare

Der Goldpreis ist auf Zweieinhalbmonatshochs geschossen. Dafür gibt es gleich eine Reihe von Gründen. Der Aufwärtstrend des Edelmetalls dürfte sich daher beschleunigen, zumal das charttechnische Bild zusehends besser wird.

Auf das höchste Niveau seit Mitte November ist der Goldpreis geklettert: Für Rückenwind sorgt vor allem der Rückgang des Dollar gerade gegenüber dem Yen, weshalb sich Investoren zusehends gegen einen Rückgang des Dollar absichern. Die extrem hohe Korrelation zwischen dem Währungspaar Dollar-Yen und dem Goldpreis können Sie in diesen Charts genau verfolgen.

Für den Rückgang des Dollar ist hauptsächlich Donald Trump verantwortlich. Der neue US-Präsident strebt einen schwachen Dollar an, um dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen im Export zu verbessern, um das horrende Außenhandelsbilanzdefizit von 502,25 Mrd. Dollar zu verringern. Ein Dorn im Auge ist Trump vor allem das enorme Handelsbilanzdefizit mit China, das 2016 bei herben 347,04 Mrd. Dollar lag. Da Trump und sein Team den Dollar bei jeder Gelegenheit nach unten reden, dürfte er weiter nach unten tendieren, was den Goldpreis beflügeln würde. „Die Trump-Regierung hat klar signalisiert, dass die Tage des starken Dollar vorbei sind. Wenn es einen koordinierten Angriff auf den Dollar aus dem Weißen Haus, dem Finanzministerium und der US-Notenbank gibt, können Sie darauf wetten, dass der Dollar schwächer werden wird. Das bedeutet einen höheren Goldpreis auf Dollar-Basis“, schrieb Jim Rickards.

Rickards hat 35 Jahre lang an der Wall Street gearbeitet und ist der Autor von Bestsellern, wie „Currency Wars: The Making of the Next Global Crisis“ (auf Deutsch: Währungskriege: das Entstehen der nächsten weltweiten Krise), veröffentlicht 2011, „The Death of Money: The Coming Collapse of the International Monetary System“ (Der Tod des Geldes: Der bevorstehende Kollaps des internationalen Geldsystems), veröffentlicht 2014, und „The New Case for Gold (Ein neues Plädoyer für Gold) von 2016.

Sorge um Auseinanderbrechen des Euro

Neben dem Rückgang des Dollar sprechen noch zwei weitere wichtige Gründe für den Aufwärtstrend beim Goldpreis. Der erste Grund ist die zunehmende Sorge der Investoren vor einem Auseinanderbrechen des Euro. Die Umfragen gehen davon aus, dass Marine Le Pen, bei der Präsidentschaftswahl am 23. April in Frankreich den Einzug in die Stichwahl am 7. Mai schaffen wird. Laut den Umfragen soll Le Pen, die nach einem möglichen Wahlsieg innerhalb von sechs Monaten ein Referendum über den Austritt aus dem Euro anstrebt, die Stichwahl allerdings haushoch gegen Emmanuel Macron, der zwischen August 2014 und August 2016 Wirtschaftsminister unter Francois Hollande war und nun die Bewegen „En Marche!“ anführt, verlieren.

Die Investoren zweifeln allerdings zusehends an diesem Szenario, weshalb die Zinsen für Frankreich kräftig steigen. Gleichzeitig ist auch der Zinsaufschlag für zehnjährige französische Staatsanleihen gegenüber deutschen mit 78 Basispunkten (0,78 Prozentpunkten) auf das höchste Niveau seit Mitte 2012, also dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone, gestiegen.

Noch viel größere Sorgen als um Frankreich machen sich Investoren um Italien, könnte es doch zur Jahresmitte vorgezogene Neuwahlen geben. Dabei könnte die oppositionelle Bewegung MoVimente 5 Stelle (5-Sterne-Bewegung), kurz M5S, des Kabarettisten Beppe Grillo als Wahlsieger hervorgehen. Sie strebt nach einem möglichen Wahlsieg ein Referendum über den Ausstieg Italiens aus dem Euro an. Entsprechend ist der Zinsaufschlag für zehnjährige italienische Anleihen im Vergleich zu deutschen auf 200 Basispunkte nach oben geschossen.

US-Regierung strebt Ende des Euro an

Ein Auseinanderbrechen des Euro strebt auch die neue US-Regierung ganz offen an. Der mögliche neue US-Botschafter bei der Europäischen Union, Ted Malloch, rechnet mit einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Dieses Mal seien die Chancen höher, dass Griechenland freiwillig aus dem Euro austrete, so Malloch im griechischen Fernsehen. Die gesamte Eurozone könne vor einem Zusammenbruch stehen, so Malloch. Wenngleich Griechenland angesichts von Staatsschulden von „nur“ 311,16 Mrd. Euro  viel weniger wichtig ist für die Euro-Zone als Frankreich oder Italien, könnten Trump und Malloch alles tun, um einen Kollaps des Euro voranzutreiben, womit der einzig wichtige Herausforderer für den Dollar als Weltreservewährung kaputt gemacht würde.

Anteile des Währungsfond Stand 08.02.2017

 

Immerhin macht der Euro 30,93 Prozent des Währungskorbs des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus, gegenüber nur dem Drittplatzierten, dem chinesischen Renminbi, mit nur 10,92 Prozent. Je nach den Umfragen aus Frankreich könnten die französischen Anleihen deutlich sinken - sprich die Zinsen steigen -, und damit auch allmählich den Euro nach unten ziehen. In dem Umfeld sollte Gold bei hiesigen Anlegern zusehends gefragt sein.

Hochschießende Inflation spricht für Gold

Der zweite wichtige Grund, weshalb die Anleger verstärkt auf Gold setzen dürften, ist die nach oben schießende Inflation. Zuletzt war sie in Deutschland auf 1,9 Prozent geklettert. Der hohe Ölpreis dürfte dafür sorgen, dass die Inflation in den nächsten Monaten deutlich über die Marke von zwei Prozent klettern wird. Gleichzeitig sind die Zinsen für einjährige deutsche Anleihen wegen der schwelenden Euro-Schuldenkrise mit minus 0,82 Prozent in die Nähe des Rekordtiefs gesunken. Auf Basis dieser Zahlen liegt der Realzins - Zinssatz minus Inflationsrate - bei minus 2,72 Prozent. Das sind Rekordtiefs.

So groß ist der Kaufkraftverlust für Sparer. Bei weiter steigender Inflation bei gleichzeitig sinkenden Zinsen wird der Kaufkraftverlust umso größer werden. Ein umso besseres Investment ist Gold, hat der Goldpreis doch seit Jahresanfang um fünf Prozent auf Euro-Basis zugelegt.

Eine Reihe von Gründen sprechen für weiter steigende Goldpreise. Der Preis könnte die 100-Tage-Linie bei 1.227 Dollar nachhaltig geknackt haben und dürfte in den nächsten Wochen die 200-Tage-Linie bei 1.267 Dollar zusehends in Angriff nehmen. Anleger sollten auf den fahrenden Zug aufspringen, und ihre Bestände weiter aufstocken.

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Kommentare [5]
  • von ja ja | 10.02.2017, 08:24 Antworten

    mannomann...
    so ein schwachsinn diese gold-artikel hier...

    haben weder was mit verständnins für edelmetalle, politik- und wirtschaftsgeschehen zu tun, noch was mit der aktuellen realität!!
    unsachlich und inkompetent!!

    einzig eine pure promition-aktion von gold.de...
    die eventuell potentielle käufer manipuliert..

    BITTE VORSICHT!!

  • von Andreas | 10.02.2017, 12:32 Antworten

    Guter Artikel. Ich würde die Wahl in den Niederlanden noch erwähnen, welche sicherlich nicht die Europäische Union stärken wird, sofern der Rechtsruck bleibt.

  • von Welch Denton | 10.02.2017, 18:42 Antworten

    Natürlich wollen die Händler was verdienen. Blöd ist, wer das bestreitet. Blöd ist aber auch, wer nicht versteht, dass viele der im Artikel genannten Entwicklungen Tatsache sind. Viel Spaß noch dabei!

  • von Gerkol | 10.02.2017, 21:46 Antworten

    Interessant, das meist beim Goldhöchststand ein Kauf empfohlen wird. SchwachsinnIger Artikel wie immer.
    Hat jemand eine Erklärung warum der Goldpreis vor einem Jahr sogar höher war?






  • von Seppel | 11.02.2017, 13:39 Antworten

    Ich bin immer gut damit gefahren, genau das Gegenteil von dem zu tun was die Presse rät:
    "Anleger sollten auf den fahrenden Zug aufspringen"
    So ähnlich stand es auch in der Welt und bei Bild usw.
    Wenn die Medien "Otto-Normal" zu Gold raten ist der Kurs meist schon viel zu hoch.

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