Stand: 16.04.2015  1 Kommentare

Die Euro verliert zusehends seinen Reiz als globale Devisenwährung. Zentralbanken auf der ganzen Welt trennen sich in großen Mengen von der europäischen Gemeinschaftswährung.

Der Euro als globale Devisenwährung verliert zusehends an Attraktivität. Im vergangenen Jahr sind die Anteile des Euro an den Devisenreserven von Zentralbanken auf der ganzen Welt kontinuierlich und nachhaltig gesunken. Beobachtern zufolge ist eine Trendumkehr nicht in Sicht.

Euro verliert Reiz als Devisenwährung

In allen vier Quartalen des vergangenen Jahres sind die Euro-Devisenbestände der Zentralbanken weltweit gesunken, und zwar so stark wie noch nie seit Bestehen der europäischen Gemeinschaftswährung. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Euro seinen Reiz als Devisenwährung verliert.

Devisenbestände in Euro machen jetzt nur noch 22 Prozent der weltweiten Devisenreserven aus, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) berichtet. Zuvor hatten sie noch einen Anteil von 28 Prozent aufgewiesen. Die Verluste des Euro sind demnach eindeutig dem US-Dollar und dem japanischen Yen zugute gekommen.

Dollar bleibt stärkste Devisenwährung

Den Angaben zufolge ist der Dollar nach wie vor die attraktivste Devisenwährung. In der zweiten Jahreshälfte 2014 haben viele Zentralbanken ihre Dollarbestände wieder deutlich aufgestockt. Derzeit werden 63 Prozent aller Devisenreserven der Welt in Dollar gehalten.

Damit konnte der Dollar im vergangenen Jahr seine Anteile an den internationalen Währungsreserven merklich ausbauen. Dennoch ist er von den Höchstständen von 73 Prozent des Jahres 2001 noch weit entfernt.  

Auch der japanische Yen konnte seine Anteile ausbauen, wenngleich geringer. Derzeit werden vier Prozent der globalen Währungsreserven in Yen gehalten. Zuvor waren es 2,8 Prozent.

Der Wert aller Devisenbestände, die von Zentralbanken auf der ganzen Welt als Währungsreserven gehalten werden, beläuft sich den Angaben zufolge auf 6,1 Billionen Dollar.

Devisenwährung Euro: Trendumkehr nicht in Sicht

Der kontinuierliche und nachhaltige Verlust von Anteilen des Euro an den weltweiten Währungsreserven sei demnach noch nicht gestoppt. Der globale Vertrauensverlust in den Euro als Devisenwährung ist Beobachtern zufolge auf die ultra-lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen.

Viele Zentralbanken erachteten das Anleihenkaufprogramm der EZB in Höhe von mehr als einer Billion Euro als Bedrohung für das Ansehen und den Wert des Euro. Daniel Fermon, ein Analyst der französischen Bank Société Générale, kann deshalb auch keine Anzeichen einer Trendumkehr erkennen. Fermon ist überzeugt:

"Als eine Reservewährung fällt der Euro auseinander".

"Solange wie die ultra-lockere Geldpolitik anhält, besteht kein Grund, (in den Euro) zu investieren. Das gegenwärtige Problem ist, dass wir keine Bodenbildung bei der Währung erkennen können. Das Geld fließt ab", sagte Fermon.

."Direkte Verkäufe" von Euros aus Devisenbeständen

Das weltweit schwindende Vertrauen wird demnach anhalten und den Euro noch in diesem Jahr bis unter Parität zum Dollar abwerten lassen, prognostizieren im Devisenhandel tätige internationale Geldhäuser wie etwa Citigroup oder Goldman Sachs. Allein im letzten Quartal 2014 seien mehr als 100 Milliarden Euro an globalen Devisenbeständen veräußert worden.

Es sei deshalb nicht nur ein abgewerteter Euro, der für die gesunkenen Anteile des Euro in den globalen Währungsreserven verantwortlich zeichne. Der größte Teil spiegele "direkte Verkäüfe" von Euros aus Devisenbeständen von Zentralbanken wider.

Der Euro hat in 2014 mehr als 12 Prozent gegenüber dem Dollar abgewertet, und etwa noch einmal soviel seit Beginn des neuen Jahres.

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Kommentare [1]
  • von Erlewein | 16.04.2015, 13:48 Antworten

    Ich lebe in Thailand, hier hat der S......Euro seit 2o14 mehr als 30 Prozent verloren. Nein zum Euro, stopp die EU...die breite Bevölkerung zahlt und wehrt sich nicht.....

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