Stand: 13.12.2018  0 Kommentare

In den vergangenen Monaten hat nicht zuletzt die schwelende Italien-Krise den Euro nach unten gedrückt. Nun kommt ein weiterer bedeutender Belastungsfaktor für die Gemeinschaftswährung hinzu. Umso wichtiger ist es, sich gegen eine mögliche weitere Talfahrt des Euro abzusichern.

Die Vorgänge der vergangenen Wochen in Frankreich sind sehr besorgniserregend. Nach den Randalen der „Gelbwesten“ hat Präsident Emmanuel Macron nachgegeben. Er hat nicht nur die Erhöhung der Benzin- und Dieselsteuern aufgehoben, sondern auch den Mindestlohn angehoben und Steuererleichterungen auf Überstunden und Renten angekündigt.

Die Folge: die Maßnahmen belasten den Staatshaushalt mit rund zehn Mrd. Euro. Laut den neuen Plänen der Regierung wird daher die Neuverschuldung im nächsten Jahr auf 3,4 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, damit läge der Wert deutlich über der Drei-Prozent-Marke der EU.

Dabei hatte die Regierung erst im September die 2019er-Planung wegen der schwächelnden Wirtschaft von 2,4 auf 2,8 Prozent angehoben. Bislang ist für das laufende Jahr ein Defizit von 2,6 Prozent eingeplant, was ohnehin ein hoher Wert ist.

Frankreich verstößt gegen das Drei-Prozent-Ziel

Die neuen Pläne hat die EU-Kommission scheinbar ruhig aufgenommen, dabei sind sie beunruhigend. Wenn Frankreich gegen die Drei-Prozent-Grenze der EU verstößt, wie will man dann Italien dazu bewegen, das geplante 2019er-Defizit von 2,4 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu senken. In den vergangenen Wochen hat die Kommission Druck auf Italien ausgeübt und signalisiert, dass man bereit sei, einem Wert von unter 2,0 Prozent zu akzeptieren.

Nun werden sich die stellvertretenden Ministerpräsidenten Matteo Salvini und Luigi Di Maio ermutigt fühlen, im kommenden Jahr doch deutlich mehr neue Schulden zu machen als 2018. Dass der Schuldenberg Italiens mit 2,33 Billionen Euro und horrenden 133 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung höher ist als jener Frankreichs mit 99,1 Prozent (2,3 Billionen Euro), wird in Italien auf taube Ohren stoßen.

Wenn man Frankreich, also der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone, wegen der von Macron selbst verursachten Krise ein höheres Defizit zugesteht, dann kann man das dem wirtschaftlich kleineren Italien kaum verwehren, oder?

EZB senkt die Zinsbelastungen von Italien und Frankreich enorm

Damit wird dem Schuldenmachen in der Euro-Zone Tür und Tor geöffnet, denn bald schon dürften auch wirtschaftlich kleinere Länder, wie Spanien, oder Portugal, trotz ihrer enormen Schuldenberge mehr Schulden machen wollen.

Damit wäre das angebliche Sparen in der Euro-Zone endgültig beendet. Viele Länder haben in den vergangenen Jahren kaum gespart, also die Staatsausgaben gesenkt, sondern stattdessen die aufgrund der Null- und Strafzinsen der EZB stark gesunkenen Zinsbelastungen genutzt, um das Geld weiter mit vollen Händen auszugeben.

Obwohl die Schulden Italiens zwischen 2012 und 2017 von 1,9 Billionen auf 2,26 Billionen Euro gestiegen sind, sind im gleichen Zeitraum die Zinszahlungen von 5,2 Prozent auf 3,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zurückgegangen – Mario Draghi sei „Dank.“

Derzeit liegt die durchschnittliche Verzinsung sämtlicher italienischer Anleihen, also über alle Laufzeiten hinweg, bei mickrigen 2,6 Prozent. Ende 2011 waren es noch vier Prozent. Ein Rückgang des Zinssatzes um 1,4 Prozentpunkte bei Schulden von 2,3 Billionen Euro bedeutet eine jährliche Ersparnis von 32,2 Mrd. Euro. Wieso soll man da noch sparen?

Euro notiert in der Nähe des 17-Monats-Tiefs gegenüber dem Dollar

Ebenso wie Italien profitiert auch Frankreich enorm von den sinkenden Zinsen. Zuletzt ist die Verzinsung sämtlicher französischer Anleihen auf 2,2 Prozent gesunken, gegenüber 3,4 Prozent Ende 2011. Das macht für Frankreich eine jährliche Ersparnis bei den Zinszahlungen von 27,6 Mrd. Euro – eine Menge Holz.

Das was viele deutsche Sparer und Gold-Fans schon lange befürchten, scheint leider Realität zu werden. Das angebliche Sparen in der Euro-Zone wird mit den neuen Plänen Frankreichs endgültig zu Grabe getragen.

Stattdessen werden die Massenmedien beschönigend von einer „Lockerung der Fiskalpolitik“ reden. Gemeint ist damit, dass viele Länder künftig trotz ihrer hohen Schuldenberge wieder mehr Schulden machen wollen. Dass das unweigerlich schlecht ist für den Euro, versteht sich von selbst. Eine solide Haushaltspolitik ist eine zwingend notwendige Voraussetzung für eine harte Währung. Allerdings wollen Frankreich und Italien keine harte Währung, das haben beide Länder wiederholt gesagt.

Dass der Euro nicht noch stärker gegenüber dem Dollar gesunken ist, liegt nur daran, dass die USA eine Neuverschuldung von 1,2 bis 1,3 Billionen Dollar pro Jahr haben. Je länger das Spiel dauert, umso mehr steuern die USA und die Euro-Zone auf den Schuldenabgrund zu.

Wenn die Schuldenblase irgendwann platzen sollte, sollte Gold sehr gefragt sein.

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