Stand: 18.06.2014  0 Kommentare

Von dem großen Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten ist nichts zu spüren, der DAX kämpft weiter mit der "magischen" Marke von 10.000 Punkten und hat sich unterhalb dieser Grenze festgesetzt. Währenddessen hat sich Gold zu alter Stärke zurück gekämpft - allein in der vergangenen Woche hat das gelbe Metall rund drei Prozent an Wert gut gemacht. In der Wirtschaftspresse werden mögliche Gründe diskutiert.

Das "Handelsblatt " untersucht die Aufholjagd an den Edelmetallmärkten - und weist darauf hin, dass Gold bei der Marke von 1250 Dollar offenbar Boden gefunden hat. Starke Preisschwankungen sind, anders als in den vergangenen Jahren zu beobachten, nicht mehr an der Tagesordnung, auch die Wetten auf künftige Preisentwicklungen haben stark nachgelassen. Immer mehr Marktbeobachter empfehlen einen neuerlichen Einstieg. Der Goldpreis reagiert derzeit besonders stark auf Krisennachrichten wie beispielsweise zum Bürgerkrieg im Irak. Der Markt ist, so stellt das "Handelsblatt" klar, überverkauft. Und die asiatischen Schwellenländer-Riesen China und Indien greifen weiter zu beim Gold. Die Commerzbank glaubt, dass Gold in der zweiten Jahreshälfte dank einer Belebung der Nachfrage in Indien und China sowie der Investmentnachfrage im Westen wieder zulegen wird.

Wirtschaftsweiser: Niedrigzinsen sind Gefahr für Erholung in Europa

Die Europäische Zentralbank wurde für die Senkung der Leitzinsen von vielen Seiten gefeiert - doch zahlreiche Ökonomen weisen auf die Risiken hin. Nun meldet sich auch der Wirtschaftsweise Volker Wieland zu Wort - in einem Bericht von "Spiegel Online " geißelt er die Niedrigzinsen der EZB: "Es gibt auf jeden Fall eine Gefahr", stellt er klar. Gerade erst wurde bekannt, dass die jährliche Inflationsrate von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,5 Prozent gefallen ist.

Wieland sieht eine Parallele zwischen dem, was die EZB jetzt macht, und der Politik der US-Notenbank Fed vor der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 - auch die FED wollte einer Deflation vorbeugen, was laut Wieland durchaus logisch ist, wenn man die Deflationsgefahr als einziges Problem sieht: "Im Ergebnis führte diese Politik aber auch zu Übertreibungen bei den Vermögenspreisen, vor allem bei Immobilien. Das ist eine Lehre aus der Finanzkrise. Deshalb bin ich eher skeptisch, wenn man jetzt wieder vorbeugend gegen die Deflationsgefahr vorgeht", erklärt der Ökonom. Er zweifelt daran, dass die EZB die Euro-Krise alleine lösen kann.

Er kritisiert das Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi, der alles Nötige tun wolle. Die Möglichkeiten der EZB seien jedoch begrenzt. "Draghi kann vielleicht garantieren, dass ein Land wie Italien im nächsten Jahr nicht pleite geht und kurzfristige Anleihen nicht ausfallen. Aber er kann nicht sicherstellen, dass das längerfristige Wirtschaftswachstum in Italien hoch genug ist, um den Schuldenstand abzubauen", erklärt Wieland dem Bericht zufolge.

Milliardär befürchtet Goldknappheit

Die leichte Erholung auf dem Goldmarkt hat offenbar viele Käufer auf den Plan gerufen - das gelbe Metall ist Mangelware, wie der Milliardär Eric Sprott erklärt. In einem Beitrag auf "mineweb.com " erklärt er, warum es schon bald zu einem Engpass bei Gold kommen könnte.

Seiner Rechnung zufolge stehen aktuell rund 4.300 Tonnen pro Jahr zur Verfügung, davon 3.000 Tonnen aus der Minenproduktion und rund 1.300 Tonnen aus Recycling. Doch der Preisrückgang im vergangenen Jahr hat einen regelrechten Kaufrausch ausgelöst. Indien hat demnach alleine von April bis Juni insgesamt 336 Tonnen Gold gekauft.

China habe deutlich mehr Gold im vergangenen Jahr zugekauft. Weil gerade in Dubai eine Gold-Raffinerie gebaut wird, mit der 1.400 Tonnen pro Jahr geschmolzen werden können, geht Sprott davon aus, dass in diese Region künftig noch viel mehr Gold fließen wird.

Sprott kritisiert in seinem Text auch die Rückführung des deutschen Goldes aus den USA nach Deutschland. Er fragt, warum die USA nur fünf Tonnen Gold nach Deutschland geliefert haben, obwohl sie angeblich 1.500 Tonnen deutsches Gold und 8.500 Tonnen in eigenen Beständen besitzen. Er vermutet, dass der Goldpreis künstlich niedrig gehalten werden soll, um den Dollar nicht zu belasten. Höchstwahrscheinlich stünden die USA jedoch kurz davor, kein Gold mehr zu haben, um den Markt zu versorgen.

EU-Spitzenpolitiker spricht erstmals von Euro-Zusammenbruch

Bislang bemühten sich die Spitzen der Europäischen Union um demonstrativen Optimismus in der Eurokrise. Doch hinter den Kulissen ist die dramatische Lage offenbar schonungslos bekannt, wie ein hochrangiger EU-Kommissar nun deutlich gemacht.

László Andor, in der Kommission für Sozialfragen zuständig, hat einem Bericht der "Deutschen Wirtschafts Nachrichten" zufolge offen von der Möglichkeit des Zusammenbruchs der Euro-Zone gesprochen.

Er befürchtet dem Bericht zufolge, dass die EU in ihrer derzeitigen Struktur an den sozialen Spannungen scheitern könnte. Bei der Hertie School of Governance stellte Andor klar, dass die EU in ihrer aktuellen Form nicht überlebensfähig sei. Die Folgen der weltweiten Finanzkrise hätten in der Euro-Zone zu einer verhängnisvollen Entwicklung geführt, sodass die Schulden der Finanzmärkte in Staatsschulden umgewandelt wurden. Der Euro ist demnach eine Falle.

Nur durch strenge Kostendisziplin im privaten und öffentlichen Sektor könnte jetzt noch Wachstum erzeugt werden - und dadurch leidet die Bevölkerung in den Krisenländern, die Euro-Krise bedeutet Elend für Millionen von Menschen: "Die EU kann nicht allzu lange mit dem Risiko eines Zusammenbruchs der gemeinsamen Währung leben, denn dieser würde auch den sozialen und politischen Zusammenbruch bedeuten", warnt Andor.

Er fordert Transferzahlungen in der Eurozone. Offenbar ist eine beschleunigte Integration von Schulden, beispielsweise durch die Schaffung eines zentralen EU-Sozialbudgets, weiter voran geschritten als angenommen.

Marktumfrage: Investoren erwarten weitere Maßnahmen der EZB

Und die Europäische Zentralbank ist mit ihren zweifelhaften Maßnahmen noch lange nicht am Ende angekommen - das vermuten zumindest viele Ökonomen laut einer Umfrage des Nachrichtensenders "Bloomberg ". Demnach erwarten drei Viertel der Teilnehmer an einer monatlichen Umfrage des Senders, dass die EZB nach der Zinssenkung zu unkonventionellem Maßnahmen übergeht.

Sie befürchten ein Programm zum Kauf von forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS). Außerdem erwarten die Ökonomen, dass die Zinsen bis mindestens 2016 auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben werden. Eine breit angelegte quantitative Lockerung (QE) ist jedoch auch im Kreis der befragten Ökonomen umstritten. Viele Marktbeobachter meinen demnach, dass eine weitere Zinssenkung keinen Sinn mehr hat. 31 von 33 Befragten rechnen deshalb mit einem ABS-Kaufprogramm. Und vierzehn Ökonomen erwarten, dass die EZB irgendwann ein QE- Programm starten wird.

Aufschwung schon wieder vorbei: IWF stutzt Wachstumsprognose für USA

Seit Monaten wird jede noch so kleine Erfolgsmeldung aus den USA zum Anlass genommen, um den "Dow Jones"-Index auf neue Rekordstände zu drücken. Doch der viel beschworene Aufschwung ist offenbar schon wieder vorbei, wie aktuelle Zahlen des Internationalen Währungsfonds deutlich machen. Der IWF hat laut der Tageszeitung "DIE WELT " die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft zurück genommen und darauf hingewiesen, dass die moderate Wachstumsentwicklung einen neuen Anreiz durch die Politik benötigt, damit der Trend andauert. Die Wirtschaftsleistung soll in diesem Jahr nur noch um 2,0 Prozent steigen, erwartet wurden mindestens 2,8 Prozent. Auch langfristig schätzt der IWF das Wachstum eher mittelmäßig bei zwei Prozent und damit unter den bisher erwarteten Werten ein.

Der IWF fordert die US-Regierung auf, endlich zu handeln und neue Anreize zu schaffen, um die Konjunktur zu beleben. Bislang lastet die Aussicht auf einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik auf dem Goldpreis - vor dem Hintergrund der jüngsten IWF-Forderungen dürfte sich die US-Regierung einen solchen Schritt jedoch nicht leisten können, wenn sie das Wachstum nicht vollständig abwürgen will. Der IWF stellt den USA offenbar ein vernichtendes Zeugnis aus - die Alterung der Bevölkerung und die geringe Produktivität lasten nicht nur kurzfristig auf der Bilanz der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt. Außerdem sind Indikatoren wie die große Armut sowie die hohe Arbeitslosigkeitsrate Besorgnis erregend.

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