Stand: 06.11.2014  0 Kommentare

Bei 0,05 Prozent liegt der Leitzins in der Eurozone - viel weniger geht nicht, sodass Mario Draghi bei seiner jüngsten Pressekonferenz keine weiteren Senkungen präsentierte. Dennoch sorgte der oberste Notenbanker für eine neuerliche Euphorie an der Börse - obwohl er abermals deutlich machte, dass der Wirtschaft in der EU finstere Zeiten bevor stehen.

Am gestrigen Nachmittag, ließ sich eindrucksvoll die Funktionsweise der deutschen Börse beobachten:

Stundenlang verharrte der DAX in einer Schockstarre, nur um Punkt 14.30 Uhr in die Höhe zu schießen. Zu diesem Zeitpunkt hatte EZB-Präsident Mario Draghi jedoch seine Rede noch gar nicht begonnen, sondern lediglich den Saal für seine Pressekonferenz betreten. Kurszuwächse von einem Prozent innerhalb von wenigen Minuten, nur weil der oberste Notenbanker physisch anwesend ist - es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel dafür, dass an der Börse längst keine Fakten mehr die Kurse machen.

Wirtschaftsausblick: Prognosen müssen wohl weiter gesenkt werden

Tatsächlich hatte Draghi, als er dann auch etwas gesagt hatte, keine guten Neuigkeiten parat: Die konjunkturelle Lage sieht die EZB weiterhin skeptisch - aktuelle Daten deuten auf eine Abkühlung hin, die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick zeigen weiterhin nach unten. Laut Draghi könnte die EZB ihre Prognosen durchaus noch weiter senken.

Notenbank will Bilanz künstlich aufblähen

Der Grund für die neuerliche Kursexplosion an der Börse liegt jedoch nicht in den trüben Wachstumsaussichten, sondern in der Hoffnung auf neues Billig-Geld: Mario Draghi gab bekannt, dass der Rat den Stab der Notenbank mit dem Auftrag betraut habe, die Umsetzung weiterer Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten. Er verwies ausdrücklich darauf, dass diese Maßnahmen auch unkonventionell sein könnten. Viele Marktteilnehmer verstehen darunter den massenhaften Ankauf von Staatsanleihen. Und diese Phantasie beflügelte die Börse, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt vermuten immer mehr Beobachter, dass ein erneutes Lockerungspaket schon im Dezember wahrscheinlich ist.

Mit seiner jüngsten Pressekonferenz hat Mario Draghi der europäischen Gemeinschaftswährung keinen Gefallen getan - der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar weiter an Stärke. Immerhin ist jetzt klar, welchen Umfang das Aufweichen des Euro haben soll: Die bereits beschlossenen Maßnahmen sollen die Bilanzsumme der Zentralbank auf das Niveau von März 2012 anheben, was einem Umfang von 1000 Milliarden Euro mehr entspricht. Die Summe soll also verdoppelt werden.

Goldpreis stoppt vorerst dramatische Talfahrt

Der Goldpreis konnte am Donnerstag infolge der EZB-Entscheidung zulegen und ist von seinem Tiefpunkt bei knapp 910 Euro pro Feinunze nach oben abgeprallt. Zwar ist die charttechnische Situation weiterhin dramatisch, doch der Goldpreis ist inzwischen stark überverkauft. Der sogenannte "RSI"-Wert steht aktuell bei etwa 21 Prozent. Bei spätestens 30 Prozent entsteht ein Kaufsignal, früher folgte bei dieser Marke stets eine deutliche Erholung. Zudem liegt bei 1050 Dollar eine markante Unterstützungszone für den Goldpreis.

Marktbeobachter erinnern an den 2010, als Gold von hier aus seinen Siegeszug in Richtung der 1900-Dollar-Marke begann.

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