Stand: 01.12.2015 von Florian Grummes 0 Kommentare

Seit Mitte Oktober steht der Goldpreis wieder stark unter Druck. Ausgehend von 1.192 US-Dollar fielen die Notierungen teilweise wasserfallartig auf den tiefsten Stand seit Februar 2010. Gegenbewegungen sind bisher nicht zu beobachten gewesen, vielmehr erreicht der Abverkauf heute ein neues Tief. Die vorangegangene Erholung entpuppt sich damit rückblickend lediglich als eine weitere Bärenmarktrally.

Die Tür zur nächsten Unterstützungszone um 1.000 US-Dollar steht nun sperrangelweit offen. Die Bären dürften diese Gelegenheit bereits in den kommenden ein bis drei Wochen nutzen und den Goldpreis in die Zone zwischen 980 und 1.035 US-Dollar drücken. Hier ist in jedem Fall eine große Erholung zu erwarten. Sehr viel wahrscheinlicher ist es aber, dass wir uns nun wirklich ganz kurz vor dem Ende des viereinhalbjährigen Bärenmarktes befinden. Schon jetzt ist der Markt auf allen Zeitebenen völlig überverkauft. Gelingt den Bären also noch der Durchbruch bis auf ca. 1.000 US-Dollar ist das Gummiband massiv überspannt. Die Gegenreaktion wird heftig ausfallen und müsste zur übergeordneten Trendwende führen.

Da der deflationäre Druck in den letzten Wochen mit den stark fallenden Rohstoffpreisen und einem weiter steigenden US-Dollar wieder zugenommen hat, wird die amerikanische FED hier gegensteuern müssen. Insofern ist die kommende US-Notenbanksitzung am 16.Dezember für die Verkündung neuer Liquiditätsmaßnahmen und damit auch als Datum einer möglichen Trendwende an den Edelmetallmärkten geradezu prädestiniert.

Wochenchart Gold in Euro

Der logarithmische Wochenchart für den Goldpreis in Euro umfasst dieses Mal die gesamte Zeitspanne seit dem Hoch am 1.Oktober 2012 bei 1.387 Euro. Seitdem korrigierte der Goldpreis zunächst ohne große Unterbrechung bis auf ein Tief bei 857 Euro am 30.Dezember 2013. Ausgehend von diesem markanten Tief hat sich ein neuer Aufwärtstrend entwickelt, welcher zu Beginn dieses Jahres mit dem dynamischen Sprung über die Marke von 1.000 Euro kurzzeitig zu einer Preisexplosion bis auf 1.168 Euro führte. Seitdem korrigiert der Goldpreis in Euro diesen Kursanstieg und ist dabei in den letzten Wochen wieder ganz knapp unter die wichtige Unterstützungszone um 1.000 Euro zurückgefallen. Nun wird es in den nächsten Wochen darauf ankommen, ob zumindest die seit Dezember 2013 etablierte Aufwärtstrendlinie im Bereich von ca. 985 Euro mehr oder weniger halten wird. Knapp darunter liegt die nächste Stützung in Form des unteren Bollinger Bandes bei 975 Euro. Deutlicher tiefer als diese beiden Marken dürfte der Goldpreis in Euro allerdings nicht mehr fallen.

Tageschart Gold in Euro

Auf dem Tageschart ist das Gemetzel der letzten Wochen gut sichtbar. Dem scharfen Abverkauf ab Ende Oktober folgte eine mehrwöchige flache Seitwärtskonsolidierung unterhalb der 50-Tagelinie (1.019 Euro), welche heute mit dem Rutsch unter die Marke von 1.000 Euro abrupt beendet worden ist. Bis zur grünen Aufwärtstrendlinie fehlen aktuell noch knapp 20 Euro. Der RSI-Indikator ist noch nicht in die überverkaufte Zone vorgedrungen und hat noch genügend Platz nach unten. Allerdings wurde das Bollinger Band (997 Euro) auf dem Tageschart heute bereits erreicht, so dass kurzfristig und damit auf Sicht der nächsten Handelstage eher mit einer Konsolidierung als mit direkt tieferen Kursen zu rechnen ist.

Insgesamt spricht charttechnisch zunächst also alles für nochmals tiefere Preise. Sentiment, Saisonalität sowie Terminmarktpositionierungen jedoch geben schon jetzt Kaufsignale für den Goldmarkt.

Neues Nachkauflimit bei 985 Euro

Die kommenden Wochen versprechen also erneut Hochspannung an den Edelmetallmärkten. Bleiben sie ruhig und geduldig. Es bieten sich derzeit einmalige antizyklische Chancen.

Das zuletzt genannte Kauflimit bei 1.020 Euro wurde erreicht und ausgeführt. Als neues Nachkauflimit bieten sich Kurse unterhalb von 985 Euro an. Insgesamt empfiehlt es sich, mindestens 10 % seines Gesamtvermögens in physischen Edelmetallen, und dabei vor allem Gold und Silber, zu halten. Es handelt sich dabei nicht um eine Spekulation, sondern um eine nachhaltige Versicherung.

Goldpreis Fast am Boden und kurz vor der Trendwende
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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