Stand: 31.07.2014  1 Kommentare

Die obersten Währungshüter der USA haben eine weitere Rücknahme der Anleihekäufe beschlossen. Eine Zinswende rückt dennoch in weite Ferne, wie die Aussagen von Fed-Präsidentin Janet Yellen erahnen lassen. Die Einschätzung der Notenbank zu Inflation und einem möglichen Ende der Politik des "billigen Geldes" dürften sich stützend für den Goldpreis auswirken.

Bei ihrer jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses ist die US-Notenbank Fed ihrem bisherigen Kurs treu geblieben - bereits zum sechsten Mal in Folge hat die Fed bekannt gegeben, dass sie den Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren um weitere zehn Milliarden Dollar pro Monat zurück gefahren hat. Trotz der starken Erholung der US-Wirtschaft werde es allerdings auf absehbare Zeit keine Erhöhung der Leitzinsen geben - erst eine "erhebliche" Zeit nach dem Auslaufen des Anleihekaufprogrammes könnte auch der Leitzins angehoben werden, erklärte Fed-Präsidentin Janet Yellen. Sie enttäuschte damit viele Anleger, die auf eine schnelle Zinswende gehofft hatten.

Weniger "billiges" Geld für Aktien-Spekulationen

Die Aussagen der Notenbank-Chefin dürften sich für den Goldpreis stützend auswirken - denn sowohl ein Ende der geldpolitischen Lockerungen als auch eine steigende Inflation sprechen für Edelmetalle als Sachwert-Investment. Das "billige Geld" der US-Notenbank ist in den vergangenen Jahren vor allem in die Hände von Investoren gelangt, die damit an den Aktienmärkten spekuliert haben. Wenn die Zinsen steigen, müssen sie höhere Kosten für das geliehene Geld in Kauf nehmen - die Spekulation wird also weniger attraktiv.

Steigende Teuerungsrate spricht für Inflationsschutz Gold

Auch die Einschätzung der US-Notenbank zur Inflation ist eine gute Nachricht für Goldanleger - die Währungshüter haben am Mittwoch erstmals seit mehreren Fed-Sitzungen nicht mehr ihre Sorge über eine niedrige Inflation ausgedrückt. Im Gegenteil: Nach Einschätzung der US-Notenbank sei die Wahrscheinlichkeit gesunken, dass die Teuerungsrate dauerhaft unter der Zielmarke von zwei Prozent bleiben werde. Im Klartext: Die Inflation wird sich verstärken - und Gold gilt als klassischer Schutz gegen Inflation.

Yellen: Zinserhöhung nach Ende des Anleihekaufprogramms nicht möglich

Die Märkte reagierten auf die Aussagen der obersten US-Notenbankerin enttäuscht. Viele Marktbeobachter hatten damit gerechnet, dass eine Zinserhöhung bereits zum Jahreswechsel oder spätestens Mitte 2015 bevorsteht. Ein entsprechender Zeitplan ist allerdings unwahrscheinlich, wenn Yellens knappe Aussagen als Grundlage genommen werden. Sie erklärte, dass sich die Arbeitslosigkeit und Inflation nach dem Ende der Anleihekäufe erst eine längere Zeit auf dem Zielniveau der Fed stabilisieren müssten, bevor über Zinserhöhungen nachgedacht werden könnte. Yellen ließ einen konkreten Zeitplan zur Erhöhung der Leitzinsen völlig offen und stellte klar, dass eine sehr expansive Geldpolitik weiterhin angemessen sei. Die Fed kämpft inzwischen seit fast sechs Jahren mit Nullzinsen gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Fed hebt Ausblick zu US-Wirtschaft an

Die US-Notenbank blickt inzwischen deutlich positiver in die Zukunft der US-amerikanischen Wirtschaft. Die Fed sieht eine "grundlegende Stärke in der Wirtschaft", welche für eine weitere Senkung der Arbeitslosigkeit sorgen könnte. Bereits jetzt habe sich der Arbeitsmarkt verbessert, die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig. Allerdings zeigen sich die Notenbanker weiterhin unzufrieden mit dem Jobmarkt. Zudem stiegen die Konsumausgaben nur moderat, der Immobilienmarkt sei von einer Erholung weit entfernt und die Einsparungen in der Staatskasse seien nicht ausreichend. So bestehen weiterhin gravierende Risiken für die Wirtschaft.

Arbeitsmarktbericht am Freitag: Steht die nächste Enttäuschung bevor?

In den kommenden Tagen werden weitere Daten veröffentlicht, die Aufschluss über den weiteren Kurs der US-Notenbank geben könnten. So wird am Donnerstagnachmittag die Zahl der wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bekannt gegeben. Viel wichtiger ist jedoch der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums, der am Freitag vorgestellt wird. Analysten erwarten eine Stagnation der Arbeitslosigkeit bei 6,1 Prozent und ein Absinken der Zahl neu geschaffener Stellen von 288.000 auf 233.000. Je nachdem, wie stark die tatsächlichen Zahlen von diesen Erwartungen abweichen, könnten die Hoffnungen auf eine schnelle Zinswende also einen weiteren Dämpfer bekommen.

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Kommentare [1]
  • von silver | 31.07.2014, 16:06 Antworten

    Der kleine Mann bezahlt,daran wird sich nichts ändern.

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