Stand: 12.06.2020 von Egmond Haidt
Mit den Ergebnissen ihrer Sitzung hat die US-Notenbank Investoren enttäuscht, was für Verkaufsdruck am Aktienmarkt gesorgt hat. Im Gegenzug flüchten Investoren in den sicheren Hafen Gold.
Fed-Sitzung treibt Goldpreis nahe 7 1/2-Jahreshoch

Die Fed hat den US-Aktienmarkt mithilfe des gigantischsten Gelddruckens aller Zeiten in die Nähe des Rekordhochs getrieben – und das, obwohl die Weltwirtschaft wegen der Corona-Pandemie in der tiefsten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren steckt. Umso gespannter hatten Investoren auf die Sitzung der US-Notenbank am 10. Juni gewartet. Von deren Ergebnissen waren Anleger allerdings wenig begeistert, woraufhin die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen eingebrochen sind und der S&P500 etwas nachgegeben hat.

In dem Umfeld hat der Goldpreis deutlich zugelegt und liegt mit rund 1.730 Dollar je Unze nur noch knapp unter dem 7 1/2-Jahreshoch. Investoren ist einmal mehr schlagartig vor Augen geführt worden, dass das Gelddrucken der Fed und die Nullzinsen noch auf Jahre hinaus weitergehen werden, wodurch die Fiat-Währung Dollar immer weiter entwertet wird. Das sorgt für Aufwärtsdruck beim Goldpreis.

Keine Zinserhöhung bis Ende 2022

So prognostiziert die Fed, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um herbe 6,5 Prozent einbrechen, hingegen im kommenden Jahr um 5,0 Prozent wachsen werde. Dennoch sollen die Leitzinsen bis zum Jahr 2022 auf dem aktuellen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent bleiben. Das signalisiert nicht gerade eine V-förmige Erholung der Wirtschaft, die der Aktienmarkt nach der Kursexplosion längst eingepreist hat.

Für Verunsicherung bei Investoren sorgen zudem die Prognosen der Fed zur Arbeitslosenquote. Sie soll im kommenden Jahr trotz der deutlichen Konjunkturbelebung zwischen 4,5 und 12,0 Prozent liegen und zeigt wie hoch die Verunsicherung der Fed-Mitglieder über die mögliche Entwicklung am Arbeitsmarkt ist. 

Umso kräftiger will die Notenbank die Konjunktur unterstützen, auch auf die Gefahr hin die ohnehin gigantische Blase am US-Aktienmarkt noch weiter aufzublasen. So will die Fed künftig für 80 Mrd. Dollar pro Monat Staats-, und für 40 Mrd. Hypothekenanleihen erwerben und damit die Käufe auf dem aktuellen Niveau halten – aufs Jahr hochgerechnet sind das horrende 1,44 Billionen Dollar.

EZB stockt Gelddruckprogramm massiv auf

Durch die massive Dollar-Schwemme schwächt die Fed den Dollar, woraufhin der Dollar-Index in die Nähe des niedrigsten Niveaus seit Januar 2019 gesunken ist. Der Index spiegelt die Kursentwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen, allen voran dem Euro, wider. Ein sinkender Dollar sorgt für Aufwärtsdruck beim Goldpreis.

Mit dem anhaltend aggressiven Gelddrucken folgt die Fed dem "Vorbild" der EZB, die bei der Sitzung am 4. Juni ihr neues "Pandemie-Notfallankaufprogramm" (PEPP) zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen um herbe 600 Mrd. auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt hatte. Das ist mehr als jene 500 Mrd., die etliche Experten vorhergesagt hatten.

Zudem wurde das Programm um 6 Monate bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert. Außerdem wird die EZB das Geld aus auslaufenden Anleihen mindestens bis Ende 2022 in neue Papiere reinvestieren. Damit werden die Notenpressen der EZB weiterhin auf Hochtouren laufen.

Zwar ist der Euro in den vergangenen Wochen gegenüber dem Dollar deutlich gestiegen, weil viele Investoren Sorgen haben, dass die Fed bei den kleinsten Krisenanzeichen ihr Gelddruckprogramm kräftig aufstocken und trotz gegenteiliger Beteuerungen im Zweifelsfall Strafzinsen einführen dürfte. 

Dennoch ist es für hiesige Sparer wichtig Gold zu besitzen, um sich gegen die massive Entwertung des Euro durch das gigantische Gelddrucken der EZB zu schützen.
Autor: Egmond Haidt
Finanzjournalist
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"