Stand: 09.10.2014 von 0 Kommentare

Seit der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed waren die Spekulationen um den weiteren geldpolitischen Kurs nicht verstummt - im Gegenteil: Jede einzelne Aussage der regionalen Fed-Präsidenten wurde auf Andeutungen zu einer schnellen Zinserhöhung geprüft. Gestern um 20 Uhr wurden dann Fakten geschaffen: Die Fed veröffentlichte das Protokoll der letzten Ausschuss-Sitzung - und löste damit eine kleine Rallye bei Dax, Dow Jones und Euro aus.

Fed Zinsen: Leitzinsen für "beträchtliche Zeit" auf Tiefstand

Die US-Notenbank hat ihre Absicht bekräftigt, die Leitzinsen auch nach Auslaufen der jüngsten geldpolitischen Lockerungen für "beträchtliche Zeit" auf dem derzeitigen Tiefstand zu belassen. Diese Formulierung stand im Fokus von Anlegern - eine schnelle Rückkehr zu höheren Zinsen lässt ein Investment in Aktien weniger attraktiv erscheinen, weshalb die Börsen auch wiederholt in Turbulenzen gerieten, wenn es neue Hinweise auf eine schnelle Zinswende gab.

US-Notenbank teilt Sorgen um schwaches Wirtschaftswachstum

Aus dem Sitzungsprotokoll geht noch deutlicher als bei der letzten Pressekonferenz von Fed-Präsidentin Janet Yellen im September hervor, dass die US-Notenbank das schwache Wachstum in Übersee und den festeren Dollar als Bedrohung für die US-Wirtschaft versteht. Wegen des starken Dollars könnte die Inflation unterhalb des Fed-Zielwerts von 2 Prozent gedrückt werden. Deshalb sollen die Zinsen vorerst für einen längeren Zeitraum auf einem Niveau nahe Null zu halten, selbst wenn sich die heimische Wirtschaft weiter erholt.

Die US-Notenbank hat sich allerdings bislang nicht klar dazu positioniert, wann die "geraume Zeit" der Nullzinspolitik endet. Viele Experten rechnen damit, dass die Zinswende erst Mitte 2015 kommen wird. Einige Fed-Vertreter fordern wegen der Erholung auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt jedoch, die Zinsen früher zu erhöhen. Bereits jetzt steigt an den Märkten die Spannung vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank. Mehrere Fed-Vertreter haben sich besorgt gezeigt, dass das Signal für eine dauerhaft lockere Geldpolitik als Verpflichtung missverstanden werden könnte. Es wird erwartet, dass die Formulierung "beträchtliche Zeit" bereits auf der Sitzung Ende des Monats gestrichen oder umformuliert wird.

Gold wendet Sturz unter 1180 US-Dollar ab

Der Goldpreis konnte von der Fortsetzung des geldpolitischen Kurses durch die Fed profitieren, der Schritt der US-Notenbank hat zu einer Entspannung auf dem Goldmarkt geführt und den Höhenflug des US-Dollars in Relation zum Euro gebremst. Gold war in den vergangenen Tagen bedrohlich an die Marke von 1180 US-Dollar heran gerückt, viele Marktbeobachter hatten daraufhin weitere Verluste befürchtet. Inzwischen rangiert der Preis des gelben Metalls jedoch wieder oberhalb der 1200-Dollar-Marke.

Börsen haussieren nach Fed-Entscheidung

Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank hatte direkt nach Veröffentlichung eine kleine Börsenrallye ausgelöst: Am Tag nach dem größten Kurssturz seit Juli kehrten die Börsianer massiv in die Märkte zurück und beseitigten die Vortagesverluste innerhalb weniger Minuten. Auch in Deutschland drehte der Aktienindex ins Plus, der DAX hatte zuvor sogar die 9000-Punkte-Marke gerissen. Am Tag nach der Fed-Veröffentlichung startete er mit einem Plus von etwa einem Prozent. Die Erholung steht jedoch auf wackeligen Beinen: In den vergangenen Wochen wurde massiver charttechnischer Schaden angerichtet, praktisch alle wichtigen Analyselinien wie die 200-Tage-Linie, diverse horizontale Unterstützungen und sogar der Aufwärtstrend von 2012 wurden nach unten gerissen.

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