| GOLD | 4.165,56 $/oz | 3.705,85 €/oz | 119,15 €/g | 119.146 €/kg |
| SILBER | 56,98 $/oz | 50,70 €/oz | 1,63 €/g | 1.630,04 €/kg |
Gold kann man vererben. Finanzwissen auch.
In Deutschland hängt dieses Erbe noch immer viel zu stark vom Elternhaus ab. Wer Glück hat, lernt am Küchentisch, wie Zinsen funktionieren, warum Inflation Kaufkraft vernichtet und weshalb man früh vorsorgen sollte. Wer dieses Glück nicht hat, zahlt später Lehrgeld – manchmal ein Leben lang. Das ist nicht nur ungerecht. Es ist grob fahrlässig.
Junge Menschen lernen in der Schule, Gedichte zu interpretieren und chemische Formeln aufzustellen. Beides hat seinen Wert. Doch viele verlassen die Schule, ohne eine Gehaltsabrechnung lesen, einen Kredit einschätzen oder Risiken und Kosten einer Geldanlage vergleichen zu können.
Gleichzeitig begegnen ihnen „Buy now, pay later“, Konsumkredite, Kryptowährungen, Finfluencer und angeblich todsichere Renditen.
Die Verlockungen glänzen, doch nicht alles, was glänzt, ist Gold.
Zum Tag des Goldes wollten wir nicht nur über fehlende Finanzbildung sprechen. Wir wollten wissen, wie es tatsächlich um das Finanzwissen junger Menschen in Deutschland steht. Deshalb hat GOLD.DE im Rahmen einer repräsentativen Befragung 1.000 Menschen zwischen 16 und 35 Jahren befragt.
Jeder zweite junge Deutsche schätzt die Inflation falsch ein. Nur 52,2 Prozent konnten die abgefragte Inflationsrate von 2,8 Prozent korrekt einordnen.
Jeder vierte kennt den Unterschied zwischen Brutto und Netto nicht. 25,1 Prozent konnten nicht richtig zuordnen, dass Brutto den Lohn vor Steuern und Sozialabgaben bezeichnet und Netto das, was tatsächlich auf dem Konto ankommt.
Auch beim Thema Risikostreuung bestehen Lücken: Jeder Fünfte hielt Diversifikation für das Verteilen von Geld auf verschiedene Bankkonten, um höhere Zinsen zu erhalten. Besonders aufschlussreich ist, woher junge Menschen ihr Finanzwissen beziehen:
Social Media wird damit fast doppelt so häufig als wichtigste Quelle für Finanzwissen genannt wie die Schule. Wenn TikTok, Instagram und YouTube jungen Menschen häufiger etwas über Geld vermitteln als unser Bildungssystem, sollten wir vielleicht nicht zuerst über die Finfluencer sprechen.
Sondern über die Schule.
Hinzu kommt: Nur 26,9 Prozent bewerten ihr eigenes Finanzwissen als eher gut oder sehr gut. Viele junge Menschen wissen also durchaus, dass ihnen Wissen fehlt. Entscheidungen über Verträge, Kredite, Vorsorge und Geldanlage müssen sie trotzdem treffen.
25,8 Prozent der Befragten nutzen keine der abgefragten Anlageformen, also weder Aktien noch ETFs, Tagesgeld, Gold, Kryptowährungen oder Immobilien. Bei den 16- bis 20-Jährigen sind es sogar 35,1 Prozent. Auch Bekanntheit und tatsächliche Nutzung liegen teilweise weit auseinander. Aktien und ETFs kennen 75,3 Prozent, Immobilien 72,6 Prozent und Gold 72 Prozent. Ausgerechnet Tagesgeld ist mit 61,8 Prozent die am wenigsten bekannte der abgefragten Anlageformen.
Beim Gold zeigt sich die Lücke besonders deutlich:
72 Prozent kennen Gold als Anlageform, aber nur 20,6 Prozent nutzen es tatsächlich. Bekanntheit ist eben noch kein Verständnis. Und Verständnis ist noch lange kein Handeln.
Mehr als 113.000 Menschen unterstützten die Petition der Finanztip Stiftung für eine deutsche Teilnahme am Finanzkompetenz-Modul der PISA-Studie 2029. Trotzdem nimmt Deutschland nicht teil. Die nächste Möglichkeit soll erst 2037 bestehen. Ein Kind, das heute eingeschult wird, ist dann fast erwachsen. Wer nicht misst, weiß nicht, wo die größten Wissenslücken liegen.
Unsere Befragung kann eine umfassende staatliche Untersuchung zwar nicht ersetzen. Sie zeigt jedoch ziemlich deutlich, dass wir nicht bis 2037 warten sollten.
Mit der Frühstart-Rente kommt Bewegung in die private Vorsorge junger Menschen. Kinder und Jugendliche sollen künftig staatlich gefördert früh mit einem Altersvorsorgedepot starten. Das halte ich grundsätzlich für richtig. Denn ein eigenes Depot kann ein hervorragender Türöffner sein.
Aber:
Wenn Kinder über Jahre Geld in einem Depot haben, sollte daraus mehr entstehen als ein Kontostand. Was passiert mit dem Geld? Warum schwankt der Wert? Was bedeutet Risiko? Warum ist langfristiges Denken wichtig? Und welche unterschiedlichen Möglichkeiten des Vermögensaufbaus gibt es?
Wenn wir den ersten Schritt zum Investieren staatlich finanzieren, dürfen wir den zweiten – das Verstehen – nicht dem Zufall überlassen.
Sparen reicht nicht – man muss richtig sparen lernen
Das Sparschwein ist ein sympathischer Anfang. Ein Konto ist wichtig. Beides allein ist noch keine Finanzbildung. Kinder sollten lernen, dass Geld unterschiedliche Aufgaben hat: kurzfristige Reserve, Konsum, Sparziele und langfristiger Vermögensaufbau. Langfristiges Kapital kann beispielsweise breit gestreut investiert werden. Je nach Lebenssituation können später Immobilien oder Gold als weitere Sachwerte hinzukommen. Noch wichtiger ist, Kinder einzubeziehen.
Ein Depot, von dem ein Jugendlicher nichts weiß, ist nur ein Depot. Ein Depot, dessen Entwicklung gemeinsam besprochen wird, ist gelebte Finanzbildung. Erklären wir, warum Kurse schwanken! Sprechen wir über Kosten, Risiken und die Notwendigkeit von Geduld. Vermögen entsteht selten über Nacht. Und fast nie durch den nächsten heißen Tipp.
Schulen tragen Verantwortung. Aber Eltern müssen nicht darauf warten, bis sich Bildungspolitik bewegt. Deshalb veröffentlicht GOLD.DE zum Tag des Goldes den kostenlosen Eltern-Leitfaden:
Wie erkläre ich meinem Kind Geld?
Er ist kein Gold-Verkaufsprospekt und ersetzt keine Anlageberatung. Er soll Eltern dabei helfen, Finanzbildung ganz selbstverständlich in den Familienalltag zu integrieren.
Der wichtigste Gedanke dahinter: Kinder lernen den Umgang mit Geld nicht durch Vorträge, sondern durch kleine, wiederkehrende Erfahrungen.
Wir können die Bildungspolitik nicht über Nacht verändern. Aber wir können heute Abend beim Abendessen anfangen, über Geld zu sprechen.
Ich habe mit 31 meine erste 1-Zimmer-Wohnung gekauft– aus heutiger Sicht zu spät. Ich selbst investiere unter anderem in Immobilien. Angefangen habe ich damit allerdings erst mit 31 Jahren. Das ist nicht zu spät. Aus heutiger Sicht war es dennoch später, als es hätte sein müssen.
Nicht, weil vorher jede Möglichkeit fehlte, sondern weil ich mich nicht früh genug systematisch mit Vermögensaufbau, Sachwerten und Diversifikation beschäftigt hatte – und auch niemand aus meinem Umfeld mich dazu angeregt hatte. Das Internet gab es in meiner Jugend noch nicht.
Finanzbildung bedeutet jedoch nicht, dass jeder mit 18 eine Immobilie kaufen oder an der Börse handeln muss. Sie bedeutet, mit 18 zu verstehen, welche Möglichkeiten es gibt, welche Risiken dazugehören und warum Zeit beim Vermögensaufbau Gold wert ist. Verlorene Jahre lassen sich nicht nachkaufen.
Gold ist für mich ein wesentlicher Baustein – nicht der einzige, aber ein besonderer. Es zahlt keine Zinsen und keine Dividenden. Sein Preis kann schwanken. Es ist keine Zauberformel und keine kurzfristige Renditemaschine. Aber Gold ist knapp, weltweit anerkannt und unabhängig vom Zahlungsversprechen eines Unternehmens oder Staates.
Für Kinder kann bereits eine kleine Goldmünze einen anschaulichen Einstieg bieten. Sie veranschaulicht den Unterschied zwischen Geld, Preis und Wert. Für meinen langfristigen Goldanteil bevorzuge ich physisches Gold. Dabei sind für mich Transparenz und Eigentum entscheidend.
Goldig ist eine Geldanlage nicht, weil das Marketing glänzt. Goldig ist sie, wenn Eigentum, Kosten und Risiken transparent sind.
Deutschland braucht verbindliche Mindeststandards für Finanzbildung – vom Grundschulalter bis zum Schulabschluss. Lebensnah. Unabhängig. Altersgerecht.
Gehaltsabrechnung, Verträge, Kredite, Versicherungen, Betrugsschutz, Altersvorsorge und Geldanlage gehören dazu. Und nach der verpassten Finanz-PISA-Teilnahme brauchen wir belastbare Daten darüber, wo die Wissenslücken tatsächlich liegen.
Unsere Umfrage zeigt bereits:
Und Social Media wird fast doppelt so häufig als wichtigste Quelle für Finanzwissen genannt wie die Schule. Das sollte uns zu denken geben.
Der Tag des Goldes steht für Beständigkeit, Werterhalt und Verantwortung. Genau diese Haltung ist auch in der Bildung wichtig. Gold kann ein wertvoller Baustein sein. ETFs können ein wertvoller Baustein sein. Immobilien können ein wertvoller Baustein sein.
Doch der wichtigste Grundstein ist Wissen.
Denn der wirklich goldene Start ins Leben beginnt nicht im Tresor. Er beginnt im Kopf.
Welche Kenntnisse über Geld hätte Ihnen die Schule vermitteln sollen und welches Wissen geben Sie heute an die nächste Generation weiter?
Schreiben Sie es in die Kommentare.
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Unter allen Teilnehmern werden Rheinische Scheidestätte Goldbarren im Gesamtwert von über 5.000 Euro verlost:
Ich finde den Beitrag sehr gelungen und inhaltlich absolut zutreffend. Ein großes Lob an den Verfasser.
Allerdings bin auch ich der Meinung, dass Bund und Länder diese Bildungslücken seit Jahrzehnten kennen und sich deren Auswirkungen sehr bewusst sind. Aus meiner Sicht werden diese Defizite jedoch bewusst in Kauf genommen, denn an einer umfassenden finanziellen Bildung der Bevölkerung besteht nicht für alle Beteiligten ein wirtschaftliches Interesse.
Was ich damit meine: Der Staat profitiert deutlich stärker von Konsum und den damit verbundenen Steuereinnahmen als von Vermögenswerten, die beispielsweise in Form von Gold im Besitz der Bürger lediglich aufbewahrt werden.
Sehr guter Beitrag, aber leider steht statt Wissen meist nur demokratische Staatsdienererziehung im Bildungsplan. Wo sollte man also anfangen?