Stand: 07.06.2015 von © Gold.de Redaktion SW/SH 4 Kommentare

Wer eine Internetauktion bei eBay und Co. vorbereitet, muss Zeit mitbringen: Neben einer aussagekräftigen Beschreibung des Artikels, den korrekten Versandkosten und diversen Detailangaben entscheidet auch ein gutes Foto über den Erfolg der Auktion. Doch manche eBay-Nutzer verzichten auf den Stress beim Foto - und bedienen sich auf den Internetseiten von Edelmetallhändlern oder Münzauktionshäusern. Die böse Überraschung lässt oft nicht lange auf sich warten - in Form einer kostenpflichtigen Abmahnung.

Das Auge spielt auch bei der Online-Auktion eine zentrale Rolle: "Während eine gute Artikelbeschreibung ohne Bilder nahezu wertlos ist, können gute Bilder den Preis treiben", heißt es in den Verkäufertipps von eBay. Und hier beginnt oft die mühsame Feinarbeit: Hochauflösend sollte das Foto sein, möglichst scharf und gut ausgeleuchtet. Manche eBay-Nutzer lassen ihren eigenen Fotoapparat im Schrank und besorgen sich ein passendes Foto per Mausklick - im Webshop von Edelmetallhändlern oder Münzversandhäusern.

Hilferufe im eBay-Forum: Muss ich die Strafe wirklich zahlen?

Im Kundenforum des weltweiten Marktführers für Internetauktionen häufen sich die Hilferufe von eBay-Nutzern, die sich bei ihren Münzauktionen eines fremden Fotos bedient haben und nun abgemahnt wurden: Betroffene tauschen sich über den Inhalt der Abmahnungen aus und beraten mögliche Reaktionen. Sie schimpfen auf die Absender der Abmahnung, darunter auch Münzhandlungen und Edelmetallhändler. Und sie suchen nach Möglichkeiten, um die Zahlung von mehreren hundert Euro pro Foto herum zu kommen.

Urheberrecht: Auktionsportale sind kein rechtsfreier Raum

Dabei wird allerdings oft vergessen: Internetportale wie eBay sind auch für Gelegenheitsverkäufer kein rechtsfreier Raum und das sorglose Vorgehen einiger Privatverkäufer kann im Nachhinein schnell teuer werden: Das Internetportal "Internetrecht-Rostock.de" berichtet, dass etwa 70 bis 80 Prozent aller Abmahnungen, mit denen die Anwaltskanzlei aus Rostock zu tun hat, auf eBay bezogen sind. Häufig stehen dabei Urheberrechtsverletzungenim Mittelpunkt. Und rechtlich ist die Sache hier klar: Wer ein Münzfoto von der Internetseite eines Münzhändlers oder Edelmetallverkäufers kopiert, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Und diese ist kein Kavaliersdelikt und kann zivil- und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ausreden zählen dabei nicht, die üblichen Verteidigungsversuche nach dem Motto "Ich habe das Foto selbst angefertigt" lassen sich durch charakteristische Details der Fotos und ggf. Wasserzeichen schnell aufdecken.

Abmahnung: Mehrere hundert Euro für eine 1-Euro-Auktion

Und hier kann es für Auktionsanbieter teuer werden - selbst wenn die versteigerte Münze nur ein paar Euro eingebracht hat, das Auktionsfoto aber von einer fremden Internetseite übernommen wurde, können schnell mehrere hundert Euro fällig sein. Das Schreiben, im Volksmund "Abmahnung " bezeichnet, ist eigentlich ein Entgegenkommen des Rechteinhabers - dieser könnte sofort seine Ansprüche vor Gericht geltend machen, mit der Abmahnung lässt sich die Streitigkeit jedoch direkt und kostengünstiger als bei einem Gerichtsverfahren beilegen. Der Rechteinhaber fordert dabei eine so genannte "strafbewehrte Unterlassungserklärung " ein - damit sichert er sich gegen die Wiederholungsgefahr ab. Eine Vertragsstrafe soll abschrecken. Sie wird sofort fällig, falls sich der Beschuldigte nicht an die Abmahnung hält, die er zuvor unterschrieben hat.

Extrakosten bei Abmahnungen: Stolperfallen für Laien kaum zu erkennen

Doch was in der Theorie nach einem "blauen Auge? für den Bilderdieb klingt, wird für viele ahnungslose eBay-Nutzer zu einem Fass ohne Boden - denn die Juristen auf der anderen Seite wissen ganz genau, auf welche Details keine Privatperson achtet. Ein Beispiel: Verpflichtet sich der eBay-Verkäufer in der Unterlassungserklärung, die geklauten Bilder zukünftig nicht mehr zu nutzen und bei Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe zu zahlen, dann gilt diese Vereinbarung auch für alle "beendeten Angebote" des Verkäufers - egal, ob diese Wochen oder Monate zurück liegen. Sind die beendeten Auktionen weiterhin auffindbar, muss er zahlen - für jede Auktion einzeln.

Und damit nicht genug, auch nach Abgabe einer Unterlassungserklärung können weitere Ansprüche folgen: Extra-Zuschläge, die gern mehrere Monate nach der eigentlichen Abmahnung geltend gemacht werden, beziehen sich beispielsweise auf die fehlende Nennung des Fotografen. Denn dieser hat einen Anspruch, dass sein Name neben dem Foto erscheint - doch während die Namensnennung des Fotografen beispielsweise bei Pressefotos üblich ist, gibt es entsprechende Quellenangaben bei eBay kaum.

Gewerblich oder privat? Einstufung ist kompliziert

Neben Beschwerden wegen einer Verletzung des Urheberrechts sind viele eBay-Nutzer, die sich nebenbei mit dem Verkauf von Münzen ein paar Euro dazu verdienen wollen, auch von Abmahnungen direkter Mitbewerber betroffen - weil sie sich nicht an die Formalien halten, die gewerbliche Verkäufer einhalten müssen. Zu den häufigsten Stolperfallen zählen das Fehlen einer Widerrufsbelehrung, fehlerhafte oder fehlende Allgemeine Geschäftsbedingungen, wettbewerbswidrige Formulierungen oder fehlende Informationen, die in bestimmten Produktkategorien wie Spielzeug oder Textilien zwingend erforderlich sind.

Dabei ist oft strittig, ob ein eBay-Käufer privat unterwegs ist oder gewerblich handelt. Die Grenze zum Gewerbetreibenden ist fließend: Laut "Internetrecht-Rostock.de " wurde ein Verkäufer als gewerblich eingestuft, der innerhalb von neun Monaten 66 Bewertungen als Verkäufer erhalten hatte. Privatpersonen sollten sich gut überlegen, ob sie im Zweifel als gewerblich eingestuft werden wollen: Sie müssen dann Anbieterkennzeichnung, Widerrufsbelehrung und sogar Allgemeine Geschäftsbedingungen vorhalten und dürfen Gewährleistung bei Gebrauchtware nicht ausschließen, sondern nur noch verkürzen. Außerdem drohen nicht nur urheberrechtliche, sondern auch markenrechtliche und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen, für die eine private Rechtsschutzversicherung nicht mehr einspringt.

Unterlassungserklärung nicht ohne Prüfung unterschreiben

Wenn eine Abmahnung wegen einer eBay-Auktion ins Haus flattert, ist in jedem Fall besondere Vorsicht geboten: "Nicht jede wettbewerbsrechtliche Abmahnung ist berechtigt. Selbst wenn die Abmahnung berechtigt ist, sind die Kosten oftmals zu hoch, die in der Abmahnung geltend gemacht werden", warnen die Rechtsanwälte Richard & Kempcke aus Rostock. Die beigefügte Unterlassungserklärung ist häufig zu weit formuliert und sollte durch einen Rechtsbeistand modifiziert werden. Auch die geforderten Summen, die für den Rechteverstoß geltend gemacht werden, sind häufig überzogen: Bei einem einfachen Bilderklau für eine private Münzauktion auf eBay haben die Gerichte bisher Beträge um 100 Euro pro Foto zuerkannt, die Rechteinhaber pochen meist auf Zahlung eines Vielfachen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine zu verkaufenden Münzen oder Barren besser selbst fotografieren. Mittlerweile verfügen auch viele Smartphones oder Handys über eine gute Bildqualität. Selbst wer keine Digitalkamera oder ein Fotohandy besitzt, wird sicherlich im Bekanntenkreis fündig. Bei Tageslicht fotografiert ist die Qualität meist auch annehmbar und das Foto schnell gemacht. Wer die Auktion direkt über das Smartphone einstellt, spart sich auch den Weg über den Rechner. Zudem wirken Bilder, denen man es ansieht, dass sie einfach von anderen Quellen kopiert wurden, auch nicht gerade vertrauenserweckend.

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Kommentare [4]
  • von joe | 07.06.2015, 10:22 Antworten

    eBay ist eine Katastrophe das diese Verein noch niemand an angezeigt hat ist mir eine Rätzel. Da machen die verbreche und betrüge was sie wollen. eBay was das und tut einfach nicht und warum weil die viel Geld verdienen darum.................... MFG

    • von Kurt | 14.07.2016, 10:08 Antworten

      Katastrophal sind vor allem Ihre Rechtschreibung und Grammatik, ist ja nicht zum Aushalten das Geschreibsel...

      • von Peter | 14.07.2016, 20:45 Antworten

        --> Schimpft da nicht ein Einäugiger einen Bilnden? Ihr Schreibstil ist auch nicht viel besser... sollte es nicht lauten: ... und Grammatik, das Geschreibsel ist ja nicht zum aushalten... :-P

  • von Micha | 02.09.2016, 10:32 Antworten

    Was Ebay betrifft, wäre es an der Zeit, dass sich einige Investoren zusammentun und dieser verheuchelten Company (wenigstens innerhalb der EU) endlich mal Paroli bieten. Dieser arrogante Verein ist doch, sobald kleinste Probleme auftreten, kaum noch auszuhalten. Das ganze, automatisierte System zeigt doch spätestens dann auf, dass man von den Kunden keine Probleme will und sobald mal ein Mitarbeiter persönlich auf einen Kunden eingehen muß, fehlt sowieso oft die Kompetenz und es werden nur blödsinnige Antworten geliefert.

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