Stand: 23.11.2014  0 Kommentare

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler ist stinksauer. Sauer auf die Europäische Zentralbank (EZB), die den Zins kaputt gemacht und die Marktwirtschaft pervertiert habe. Im Interview mit FOCUS-MONEY schimpft er über Geldsozialismus und den Fluch des billigen Geldes.

Auf EZB-Chef Draghi ist Frank Schäffler nicht gut zu sprechen. Den ehemaligen Bundestagsabgeordneten ärgert aber nicht nur die Nullzins-Politik der EZB, sondern die Geldpolitik aller Notenbanken.

Mentalität eines ganzen Volkes verändert sich

Denn die Nullzinsen würden nicht nur die kapitalgedeckte Altervorsorge und private Krankenversicherungen in ernsthafte Gefahr bringen, nein, eine ganze Generation wachse mit der Erkenntnis auf, dass sich Sparen nicht mehr lohne, dass Sparen "unsexy und doof" sei. Das Zinstief könne am Ende die Mentalität eines ganzen Volkes verändern. Man dürfe nicht zu einer hemmungslosen Konsumgesellschaft verkommen. Es sei noch nie eine Gesellschaft auf Dauer zu Wohlstand gekommen, indem sie möglichst viel ausgegeben und möglichst wenig vorgesorgt habe. Eine solche Vorstellung sei absurd und zeige, wie pervers das aktuelle System daherkomme.

Billiges Geld entkoppelt Risiko und Haftung

Da der Zins praktisch nicht mehr exisitiere und sich nicht am Markt bilde, weil er von den Notenbanken diktiert werde, hätten wir es mit einem Geldsozialismus zu tun. Durch das billige Geld würden Haftung und Verantwortung für das Handeln immer mehr vom Risiko entkoppelt. Das verändere schließlich das Verhalten der gesamten Gesellschaft.

Europäische Idee wird durch Zentralismus ersetzt

Am Ende werde es, so Schäffler, sogar die europäische Idee zerstören. Diese sei ja eine Idee von Freizügigkeit, wobei Handelsschranken und Grenzen fallen sollen. Doch nun werde dieser Gedanke durch ein zentralistisches Superstaatswesen ersetzt. Es solle ein neuer Zentralismus geschaffen werden, ein europäischer Bundesstaat.

Geld braucht Wettbewerb

Geld müsse wie jedes andere Gut dem Wettbewerb ausgesetzt werden, man müsse auch privates Geld wie Bitcoin zulassen, dann würde sich eine natürliche Geldordnung entwickeln, die unabhängig vom Staat existieren könne.

"Ich würde morgen die EZB abschaffen"

Und dafür brauche es keine EZB. Wenn er die Nachfolge von EZB-Chef Draghi anzutreten hätte, würde er "morgen die EZB abschaffen".

Das Interview mit Frank Schäffler erschien zuerst in der Zeitschrift "Focus Money", aktuelle Ausgabe Nr. 48. Das Gespräch führte Mario Lochner. Es kann in voller Länge hier gelesen werden.

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