Stand: 17.09.2015  1 Kommentare

Eine Privatbank in Moskau musste ihre Pforten schließen, weil sie mehrfach gegen das geltende Bankengesetz verstoßen haben soll. Bei einer Stippvisite fanden die Finanzbehörden zudem gefälschte Goldbarren, welche die Bank in ihre Rücklagen eingerechnet hatte.

Am Freitag vergangener Woche (11.09.15) kam es zu tumulthaften Szenen vor einer Zweigstelle der privaten Admiralteisky Bank in Moskau. Der Grund: Empörte Anleger und Kontoinhaber bei der Bank wollten sich gewaltsam Zutritt in das Gebäude des Kreditinstituts verschaffen. Dies konnte nur durch die eilig herbeigerufene Bereitschaftspolizei verhindert werden. Den Krawallen vorausgegangen war eine frühmorgendliche Pressemitteilung der Russischen Zentralbank (CBR), die den Lizenzentzug und die sofortige Schließung der Admiralteisky Bank verkündete. Die "extreme Maßnahme", wie es darin hieß, sei ergriffen worden, weil die Bank im vergangenen Jahr mehrfach gegen das russische Bankengesetz verstoßen habe.

Golden gefärbtes Metall als Rücklagen

Neben wiederholten Verstößen gegen das Geldwäschegesetz und verdächtigen Transaktionen von großen Geldmengen habe die Privatbank zudem eine hochriskante Kreditpolitik betrieben, die eine bedeutende finanzielle Bedrohung für Gläubiger und Anleger der Bank dargestellt habe. Zudem, so die Mitteilung, hätten sich die Eigentümer und die Geschäftsleitung der Privatbank nicht mehr um die Führung der Bankgeschäfte gekümmert. Im September seien die Dienstleistungen für Kunden sogar gänzlich eingestellt worden, hieß es. Insbesondere jedoch, so die CBR, hätte die Admiralteisky Bank nicht über annähernd ausreichende Rücklagen verfügt, um mögliche Verluste in Höhe ihrer riskanten Geschäfte abfangen zu können.

Im Vorfeld des Lizenzentzugs und der Schließung der Bank war es zu einer Durchsuchung der Geschäftsräume des Kreditinstituts durch Beamte der CBR gekommen. Die hätten laut einem Bericht des Nachrichtenportals The Moscow Times vom Sonntag (13.09.15) in den Tresorräumen von Admiralteisky metallene Barren vorgefunden, die golden eingefärbt worden seien. Offenbar verwendete die Bank diese gefälschten Goldbarren, um ihre Rücklagen künstlich hochzurechnen.

In zwei Jahren 140 Banken dicht gemacht - Cousin von Putin betroffen

Allerdings ist die jüngste Schließung einer russischen Privatbank kein Einzelfall. Seit der Ernennung von Elvira Nabiullina zur Präsidentin der Russischen Zentralbank im Juni 2013 ist es zu einer regelrechten Säuberung des russischen Bankensektors gekommen, in deren Verlauf mehr als 140 Banken geschlossen wurden. Dem Bericht zufolge konnten nur wenige Eigentümer dieser Banken gerichtlich belangt worden, da der Großteil es geschafft habe, sich ins Ausland abzusetzen.

Eine dieser Banken, die Master Bank, wurde Anfang des Jahres 2013 noch mit einem Hilfspaket von mehr als 31 Milliarden Rubel - damals waren das noch rund eine Milliarde Dollar - über Wasser gehalten. Im November 2013 aber wurde schließlich deren Lizenz aufgrund ähnlicher Verstöße entzogen und Strafanzeige gegen nicht näher bezeichnete Top Manager der Bank erhoben. Da hat es auch nicht mehr geholfen, dass dem Vorstand der Bank ein gewisser Igor Putin angehörte - ein direkter Cousin des russischen Präsidenten.

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Kommentare [1]
  • von hal9 | 20.09.2015, 21:49 Antworten

    https://www.google.de/#q=youtube+global+currency+reset&tbs=lr:lang_1de&lr=lang_de

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