Stand: 03.09.2014  0 Kommentare

Die Hinweise auf ein breit angelegtes Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank verdichten sich. Ein solcher Schritt dürfte massive Auswirkungen auf die Aktienmärkte und Edelmetalle haben, wie ein Rückblick auf die jüngsten geldpolitischen Lockerungen der US-Notenbank Fed vor zwei Jahren deutlich macht.

Einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen eines möglichen Anleihekaufprogrammes in Europa nach US-amerikanischen Vorbild bietet ein Blick zurück auf die jüngste finanzpolitische Geschichte, genauer gesagt auf den September 2012. Seit mehr als zwei Jahren hatten die Marktbeobachter damals an den Lippen von US-Notenbankchef Ben Bernanke gehangen und auf eine weitere geldpolitische Lockerung gewartet - doch immer, wenn Analysten zwischen 2010 und 2012 ein drittes sogenanntes "quantitative easing " erwarteten, wurden sie vom Fed-Präsidenten enttäuscht. Und immer, wenn Bernanke bei seinen Statements nach den Sitzungen des Fed-Offenmarktausschusses kein "QE3" ankündigte, rauschten die Edelmetalle in den Keller. Die damalige Logik: Solange die Fed die Wirtschaft nicht mit billigem Geld stützt, ist Gold offenbar nicht mehr so stark wie bisher als Krisenschutz nötig.

Edelmetalle unter Druck nach langem Warten auf "QE3"

Am 13. September 2012, also fast genau vor zwei Jahren, war es dann allerdings soweit: Am Abend nach Börsenschluss in Europa verkündete der Fed-Präsident das lang erwartete "QE3 ", also eine weitere geldpolitische Lockerung. Der Umfang der Rettungsmaßnahmen verblüffte selbst vorsichtige Analysten - die Fed wollte damals künftig Schuldenpapiere im Wert von 40 Milliarden Dollar pro Monat aufkaufen, vorerst ohne zeitliche Begrenzung.

Mit seiner Stellungnahme hatte der damalige US-Notenbankchef alle Beobachter in die Realität zurück geholt, die von einem Ende der Krise und einem Aufschwung in Amerika überzeugt waren - die Fed ging im August 2012 nicht mehr davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im restlichen Jahr unter acht Prozent sinken werde.

Anleihekaufprogramm läutete goldenen Herbst für Edelmetalle ein

Die Folgen einer geldpolitischen Lockerung für den Goldpreis lassen sich eindrucksvoll an der weiteren Kursentwicklung nach dem 13. September ablesen: Die Entscheidung der Fed läutete einen "goldenen Herbst" bei den Edelmetallen ein. Allein am Abend der Fed-Pressekonferenz hatte Gold um 1,5 Prozent zugelegt, Silber stieg innerhalb weniger Stunden um satte 3,5 Prozent.

Gold hatte in den Wochen zuvor, als sich die Hinweise auf das "quantitative easing" verdichteten, nicht nur die wichtige und bis dahin noch unüberwindbare Hürde von 1.600 Dollar überwunden, sondern auch die 1.700-Dollar-Marke hinter sich gelassen. Im Jahr 2012 hatten auch die Zentralbanken ihre Goldkäufe massiv ausgebaut - in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 waren es 254 Tonnen.

Fazit nach zwei Jahren: Geldpolitische Mission mit "quantitative easing" erfüllt

Und das breit angelegte Anleihekaufprogramm hat nicht nur den Goldpreis in den Folgemonaten des Jahres 2013 weiter nach oben getrieben, sondern auch sein eigentliches Ziel erreicht: Die Arbeitslosigkeit in den USA sank in den vergangenen zwei Jahren immer weiter in Richtung des Fed-Zielwertes, die Inflation nahm zu. Im Oktober 2014, so wird erwartet, könnte das Anleihekaufprogramm der Fed auslaufen. Zwar ist unklar, wie die US-Notenbank ihre aufgeblähte Bilanz nach dem "quantitative easing" wieder auf Normalniveau bringen will. Doch das Anleihekaufprogramm taugt durchaus als Vorbild für die Eurozone - mit entsprechenden Auswirkungen auf Aktien und Edelmetalle.

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