Stand: 10.05.2018 von Egmond Haidt 2 Kommentare

Der Goldpreis notiert in der Nähe der Mehr-Monats-Tiefs. Dabei gibt es weltweit etliche Risiken und Krisen, die sich in den nächsten Monaten noch deutlich verschärfen dürften. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Notierung des Edelmetalls dennoch im Rückwärtsgang ist.

Goldpreis in US-Dollar 1 Jahres Chart

Scheinbar kann derzeit nichts den Goldpreis beflügeln. Obwohl Donald Trump den Iran-Deal aufgekündigt und harte Sanktionen gegen das Land verhängt hat, womit die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter zunehmen, konnte sich der Goldpreis nur kurz erholen und drehte anschließend gleich wieder nach unten.

Er hat weiterhin kräftigen Gegenwind vom steigenden Dollar. Sollten die Zinsen in den USA wegen der Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed weiter steigen und das den Dollar mit nach oben ziehen, könnte das die Notierung des Edelmetalls weiter belasten.

Handelskrieg zwischen den USA und China bedroht die Weltwirtschaft

Neben den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran gibt es noch eine Menge anderer geopolitischer Risiken, wie den Handelskrieg zwischen den USA und China. Entgegen der Hoffnung vieler Investoren dürfte China aber nicht klein beigeben, denn Ministerpräsident Xi Jinping will mit dem Programm „Made in China 2025“ die dortige Industrie innerhalb weniger Jahre an die Weltspitze bringen.

Dazu gehören Bereiche wie:

  • IT
  • Hightech-Maschinen und Robotik
  • Luftfahrt
  • Schiffbau
  • Bahnverkehr
  • New Energy Vehicles (Elektro-, Hybrid- und Brennstoffautos)
  • Stromversorgung
  • Landmaschinen

Sollte sich der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter verschärfen, würden sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft weiter eintrüben. Das wären schlechte Nachrichten für den weltweiten Aktienmarkt und gerade auch die konjunktur abhängigen DAX-Unternehmen.

Argentinien steckt in einer schweren Krise

Ein weiterer erheblicher Risikofaktor ist die Verschärfung der Geldpolitik in den USA, die zu steigenden US-Zinsen und damit zu deutlichen Kapitalzuflüssen in die USA führt. In der Folge kollabieren die Währungen etlicher Länder aus den Emerging Markets, weshalb eine Währungskrise in den Emerging Markets begonnen hat.

So hat Argentinien innerhalb von gerade mal einer Woche die Leitzinsen um 12,75 Prozentpunkte auf horrende 40 Prozent angehoben, um den Verfall des Peso aufzuhalten. Gleichzeitig liegt die Inflation bei herben 25,6 Prozent und wird in den nächsten Monaten weiter kräftig steigen.

Nun verhandelt das Land über eine Kreditlinie von 30 Mrd. Dollar mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Selbst das hat den Verfall des Peso nicht aufhalten können. Zuletzt ist er auf 22,35 Peso je Dollar gesunken – das ist ein Rekordtief.

Damit hat der Peso innerhalb von zwölf Monaten um 31 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Den Investoren schmecken das hohe Haushalts- und Außenhandelsdefizit nicht besonders.

Auf Rekordtiefs ist auch die türkische Lira gesunken. Innerhalb von zwölf Monaten hat sie um 25 Prozent gegenüber dem Euro an Wert verloren. Das Land hat ebenfalls ein hohes Außenhandelsdefizit, während die Währungsreserven kräftig gesunken sind.

Gigantische Dollar-Schulden außerhalb der USA

Um es noch einmal klar zu sagen:

Meiner Meinung nach hat eine Währungskrise in den Emerging Markets begonnen, die sich in den nächsten Monaten deutlich verschärfen wird. Warum kann das zu einem Problem für die Weltwirtschaft und damit auch für Deutschland werden?

Weil Unternehmen und Verbraucher außerhalb der USA in den vergangenen Jahren wegen des sinkenden Dollar massiv Dollar-Schulden gemacht haben, und sie auf den Rekord von elf Billionen Dollar gestiegen sind.


Wenn der Dollar nun aber plötzlich steigt, kommen die ausländische Unternehmen und Verbraucher schwer in die Bredouille, weil sie mehr Geld in heimischer Währung aufwenden müssen, um ihre Dollar-Kredite zu bedienen. Das schwächt die jeweiligen Volkswirtschaften erheblich.

Bleibt die Frage, wie lange der DAX und der S&P500 gerade die Währungskrise in den Emerging Markets noch ignorieren können.

Die Entwicklung des Goldpreis hat vor allem vom steigenden Dollar deutlichen Gegenwind. Wenn der Greenback weiter nach oben tendieren sollte, könnte das zumindest kurzfristig weiter für Abwärtsdruck auf den Goldpreis sorgen.

Für hiesige Gold-Fans ist der jüngste Rückgang des Euro gegenüber dem Dollar hingegen ein zweischneidiges Schwert. Diejenigen, die bereits Gold besitzen, profitieren vom auf Euro-Basis steigenden Goldpreis und können sich damit gegen den Rückgang des Euro schützen. Für diejenigen, die Gold kaufen wollen, wird es allerdings etwas teurer als bislang.

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Gold ist als Krisenschutz nicht gefragt
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [2]
  • von Iris Herrmann | 13.05.2018, 14:01 Antworten

    Es kommt alles viel schlimmer,künftig bezahlen wir die Schulden der Mafialänder auch noch.Vorteilhaft für uns ist wenn der zusammenbruch jetzt kommt.

  • von Peter L ustig | 11.05.2018, 01:39 Antworten

    Turbulente Zeiten im gesamten Weltgeschehen, zudem auch noch deutschlandweit die Zukunftsaussichten sich düster entwickelnd zeigen....Renten und Sozialleistungen werden wegbrechen, weil immer weniger "VOLK" auch volkswirtschaftlich fördernd einer Arbeit nachgeht (teilweise 2-3 Jobs parallel laufend) und davon leben kann...desweiteren per hohen und zukünftig höher steigenden Steuerbelastungen zufolge weniger übrig behalten wird um seinen Ruhestand finanzieren zu können und genügend "bei Seite legen zu können" denn auch diese Reserventöpfe werden demnächst geplündert werden (gesetzlich & staatlich legitimiert).
    Denn es zeichnet sich deutlich ab,dass zukünftig immer weniger Erwerbstätige zahlende (ca. 11-14 Millionen Bürger hierzulande),für eine exorbitant steigende "werksuntätige" Mehrheit (ca. 60-70 Millionen Bürger) von Kindern,Rentnern und importierten Neubürgern aufkommen muss um deren Lebensmodell zu finanzieren....wovon lediglich der geringste Anteil Kinder hierzulande ausmacht (ca.15-18 Mio.).

    Erst wenn alle Töpfe leergeräumt sind, wird die Gesamtmisere selbst für die größten Ignoranten klar sichtbar! Gleiches gilt weltpolitisch-und finanziell gesehen.

    Die künstlich errichteten Kartenhäuser werden in sich zusammenbrechen, wenn es zu Turbulenzen kommen wird, dann wird sich zeigen was bestand hat und was nicht. Jedoch schauen Menschen bekanntlich lieber in die magische Glaskugel , anstatt klaren Verstandes sehen zu wollen.

    Die Welt ist schön & rosarot...mit den richtigen Pillen!

    In diesem Sinne eine gute N8 ! B-)

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