Stand: 25.11.2014 von Martin Vitt 1 Kommentare

Alchemie: Auf Schritt und Tritt begegnen wir heute der Alchemie. Im Alltag trinken wir abends ein Glas frischen Orangensaft nicht zu Ende und sehen am nächsten Morgen zwei unterschiedliche Substanzen im angefangenen Glas: Wasser im unteren Bereich und Orangensubstanz im oberen Bereich schwimmen. Ein typisches Kolloid!

Kolloidales Gold und Silber

In der alternativen Medizin sind kolloidale Silber- und Goldlösungen bekannt. Dabei sind mit wissenschaftlichen, chemischen Methoden in einer Silberkolloid Lösung ca. 25 ppm (parts per million) kleinste Silberpartikel zu finden. Dies bedeutet, dass 25 mg Silber auf 1 Liter Wasser vorhanden ist. Silber hat antibakterielle Eigenschaften, Gold darüber hinaus stimuliert das Immunsystem.

Für die Alchemisten und Herrscher aller Zeiten hatte Gold eine herausragende Stellung zur Errichtung der Macht und für die Erhaltung der Gesundheit Schon die Ägypter verwendeten es bei Bauten, als Beimischung in ihrer Kosmetik und auch in ihrer Medizin. Auch andere Völker kannten das gelbe Edelmetall und die dazu gehörenden alchemistischen Verfahrensweisen. "Im Arabischen und Persischen spielte Gold in der Alchemie eine bedeutende Rolle. In Indien wurde Gold gekocht..., in China nahmen es die Menschen zur Lebensverlängerung ein." (1)

Goldwein und Goldkur: Gold war im Mittelalter als Medizin geschätzt

Über Nordafrika gelangten die arabische Kultur und deren medizinisches Wissen nach Spanien. Dort entwickelten Mediziner durch das Studium der arabischen Überlieferungen Heilkünste, wobei Gold als oberstes Metall hochgeschätzt wurde. In den Klöstern gab es die ersten Niederschriften von Heilmethoden, die mit Kräutern und Metallen zu erzielen sind. Hildegard von Bingen (1098-1179) schrieb ausführlich in ihrer Physica über Goldwein und Goldkur. Damit konnte man die Gicht, Magenkrämpfe und Ohrenschmerzen behandeln.

Im ausgehenden Mittelalter verfasst Paracelsus (1493-1541) viele Schriften zur Alchemie, die heute zum Teil verschollen sind. Er gilt als Vater der Spagyrik, die als heilkundliche Alchemie verstanden werden kann. Dabei werden Körper, Seele und Geist als eine Einheit verstanden. Ist der Mensch im Gleichgewicht, findet er seine Balance und bleibt gesund. Verliert eine Ebene an Kraft und Einfluss, so kann durch die Stärkung beispielsweise des Körpers das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Seele und Geist werden dabei einbezogen. Spagyrische Heilmittel helfen den Organismus zu stärken, die Seele zu heilen und den Geist zu kräftigen.

Spagyrik

Die Spagyrik gibt es lange vor unserer Zeitrechnung. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "trennen" (griech. spaein) und "verbinden" (griech. ageirein). Im Lateinischen findet es sich bei "solve et coagula" wieder. Durch einen aufwendigen chemischen Prozess werden aus Kräuter und Mineralien Essenzen erarbeitet, die aus Veraschung, Gärung und Destillation gewonnen werden. "Spagyrik basiert auf folgendem Prinzip: Aus einem natürlichen Ausgangsstoff wird in mehreren Laborschritten ein feinstoffliches, energetisch hochaktives Heilmittel gewonnen. Dieses wirkt regulierend auf die Steuerungsprozesse des Organismus ein... Die Alchemie geht davon aus, dass alles, was existiert, und jeder Lebensprozess Ausdruck der unsichtbaren Lebenskraft ist. In dieser Lebenskraft sind die Prinzipien «Sal» (Körper), «Sulfur» (Seele) und «Mercurius» (Geist) wirksam.... Er ist gesund, wenn diese drei «alchemistischen Prinzipien» im Einklang sind. Herrscht hingegen Disharmonie, können spagyrische Essenzen gezielt eingesetzt werden, um die Balance wiederherzustellen.." (2)

Bis heute gilt Paracelsus als ein berühmter Arzt im Mittelalter, der mit seinen Kollegen heftig um den richtigen Weg stritt. Seine Meinung zu Gold ist eindeutig:

"Unter allen Elixieren ist Gold das höchste und wichtigste für uns" schreibt Paracelsus. "Das Gold kann den Körper unzerbrechlich erhalten... Trinkbares Gold heilt.... alle Krankheiten, er erneuert und stellt wieder her." (3)

So kann Gold auf verschiedene Weise "trinkbar gemacht" werden und somit für medizinische Zwecke eingesetzt werden.

Trinkgold: Goldwasser und Goldwein als Gold zum Trinken

Traditionell werden zwei Arten des "Trinkgoldes", das für den medizinischen Bereich vor der Zeit der modernen Schulmedizin verwendet wurde, überliefert:

a) Aurum potabile (Goldwasser nach altem spgyrischem Rezept)
b) Goldwein der Hildegard von Bingen

Das kolloidale Gold, das durch Elektrolyse mit herkömmlichen Gold gewonnen wird, hat eine bräunliche Farbe. Es besteht meistens aus 5 ppm -25 ppm und sollte nach Anbruch der Flasche schnell verbraucht werden. Ob sich Goldpartikel im Körper anreichern, ist bis heute nicht geklärt.

Das von Paracelsus verwendete Trinkgold, spagyrisch und geheimnisvoll hergestellt, ist ein Goldwasser, bei dem Naturgold "aufgebrochen" wird und dann im "Alchemistenlabor" nach den alten Regeln hergestellt wird. Es unterscheidet sich wesentlich vom kolloidalen Gold durch seine aufwendige Herstellung, seine Wirkungskraft (vergleichbar mit homöopathischen Mitteln D 6) und Beigabe von Zimt. Denn durch die Zimtbeigabe kann erst der gesamte spagyrische Prozess der Goldtinktur Zubereitung richtig gestaltet werden.

Weniger aufwendig, aber dennoch sehr bedeutend ist der Goldwein der Hildegard von Bingen (1098 -1178): Sie schreibt in Ihrer Physica: "Wer nun Fieber im Magen hat, der nehme Wein, erwärme ihn mit erhitztem Gold und trinke den Wein, und das Fieber weicht von ihm." (4) Jahrhunderte lang wusste man vom Goldwein und von den Wirkungen auf Magen, Darm und Immunsystem, obwohl das medizinische Menschenbild noch von der Vorstellung der Körpersäfte geprägt war.

In heutiger Zeit wird das "Trinkgold" nach Paracelsus in Fachkreisen angeboten. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Entwicklungen, die nicht ungenannt bleiben sollen:

d) Goldphiole
e) Goldsole

Die Firma VitaJuwel gestaltet bleifreie Glasphiolen, die mit echtem Rheingold gefüllt sind. Diese Phiolen werden dann in Karaffen gestellt und sind aufgrund der "Bestückung" mit Halit, Granat und Rheingold eine wahre Augenweide. So können Gold und Steinheilkunde eine wunderbare Symbiose eingehen. (5)

Darüber hinaus gibt es in der Naturheilkunde eine Neuentwicklung, die auf der Tatsache beruht, dass unser Blut einen Salzgehalt von ca. 1 % hat. So wurde die Goldsole "erarbeitet", die ebenfalls einen Solegehalt von 1 % aufweist. Dadurch wird gewährleistet, dass der Körper optimal mit "Rheingold, Sole und Aqua" in Beziehung treten kann. Sowohl homöopathisch nach dem Prinzip "Similia similibus curentur!" als auch hinsichtlich der Notwendigkeit von Spurenelementen, ist diese Neuentwicklung ein weiterer Beitrag zur Naturheilkunde. (6)

Ausblick

Die Schulmedizin experimentierte mit Goldinjektionen in den 1980 und 1990 Jahren. Die verwendeten Spritzen mit "Goldsalzen" knüpften zwar an das alte Wissen der heilkundlichen Goldbehandlung an, verfehlten aber deren Wirksamkeit. Bei der Behandlung mit Goldsalzen traten bitterböse Nebenwirkungen auf, die teils innere Organe schädigten und Hautauschlag verursachten. Man nahm dann zurecht Abstand davon.

Dagegen haben das Trinkgold der Alchemisten, Essbares Gold, die Goldkur der Hildgard von Bingen und die Goldsole keinerlei Nebenwirkungen, da sie "nur" homöopathisch wirken. Und die Ästhetik einer Goldphiole ist zu bewundern, da sie das Trinken von Goldwasser zu einem Erlebnis macht, das Körper, Seele und Geist gut tut. So erhält unser Körper mit Hilfe des Trinkgoldes Gold als Spurenelement, welches den Menschen hilft, mit den alten Traditionen neue Wege zu gehen.


Literatur:

(1) Vitt, Martin, Gold als Medizin, Neue Erde Verlag 2012, S. 28
(2) http://vitagate.ch/therapieformen/pflanzentherapien/spagyrik
(3) in: Socci, Carlo, Gold, Parma Verlag 2006, S.83
(4) Hildegard von Bingen, Physica S. 487
(6) www.exklusiveWerte.de
(7) www.herzundrheuma.de

Gold als Medizin
Martin Vitt (comVita Beratung) - Der ausgebildete Finanzdienstleister (senior consultant, freier Makler IHK) Martin Vitt publiziert seit Jahren zum Thema ökologisches Gold und Goldförderung in Deutschland. Darüber hinaus arbeitet er als „freier Sachverständiger“ für Sammlungen (Briefmarken, Münzen und Uhren) und Einzelstücke (Raritäten). In vielen Publikationen beschreibt er, wie der Nachlass bewertet und worauf bei der Beurteilung seltener Stücke zu achten ist. Des weiteren steht er für die Beratung ganzer Sammlungen und bei der Vermittlung größerer Nachlassposten zur Verfügung.
Webseite des Autors:
www.comvita-beratung.de
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Kommentare [1]
  • von bock | 09.03.2017, 16:24 Antworten

    sehr hilf reich

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