Stand: 23.01.2018 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Nach einem ausgesprochen miserablen Absatzjahr 2017 lieferte die US Mint in den ersten drei Wochen wieder deutlich mehr American Eagles-Goldmünzen aus. Gründe zum Kauf gibt es zuhauf.

Für US Mint war 2017 ein mieses Verkaufsjahr

In den USA hielt sich im vergangenen Jahr die Begeisterung für Gold in Grenzen. Diesen Schluss lassen zumindest die Absatzzahlen der United States Mint (US Mint)  für American Eagles-Goldmünzen zu. Insgesamt lieferte die nationale Münzprägeanstalt 724.500 Münzen mit einem Gesamtgewicht von 302.500 Feinunzen aus. Dies stellte den niedrigsten Wert seit zehn Jahren dar (siehe Grafik).

Verkäufe von American-Eagles-Goldmünzen

Verkaufszahlen American Eagle Goldmünze in Feinunzen 2000 - 2017


Jahr Feinunzen Anzahl an Münzen
2017 302.500 724.500
2016 985.000 1.968.500
2015 801.500 1.839.500
2014 524.500 1.144.500
2013 886.500 1.458.500
2012 753.000 1.129.000
2011 1.000.000 1.427.000
2010 1.220.500 1.641.000
2009 1.435.000 1.815.500
2008 860.500 1.172.000
2007 198.500 409.500
2006 261.000 559.500
2005 449.000 822.500
2004 536.000 893.000
2003 498.500 814.000
2002 315.000 607.500
2001 325.000 709.000
2000 164.500 463.000

Quelle: US Mint


2007 wurden auf diesem Weg lediglich 198.500 Feinunzen in Form von American Eagles verkauft.

Nur zur Erinnerung: In den Boomjahren 2009, 2010 und 2011 schwankte die Absatzmenge zwischen einer Million und 1,435 Millionen Feinunzen.

Es sieht so aus, als ob US-Anleger vollstes Vertrauen in ihre Währung und in ihr Aktien- bzw. Immobilienvermögen haben.

Die American-Eagles-Verkaufszahlen für 2017 zeigen auf, dass pro Monat durchschnittlich 25.200 Feinunzen Gold ausgeliefert wurden. Regelrecht eingebrochen sind die Umsätze mit jeweils 6.000 Feinunzen in den Monaten April und Juni.

Von großen deutschen Edelmetallhändlern war zu hören, dass US-Handelshäuser häufig in Deutschland auf der Suche nach Abnehmern für ihre Goldmünzen waren, die von US-Investoren verstärkt verkauft wurden. Bei American Eagles dürfte sich aufgrund des erhöhten Abgabeinteresses der Bedarf neu geprägter Münzen in Grenzen gehalten haben. Als die beiden besten Monate erwiesen sich im vergangenen Jahr der Januar (117.500 Feinunzen) sowie der Dezember (43.000 Feinunzen).

Starker Handelsstart im Januar

Mittlerweile scheint die Nachfrage bei American Eagles-Goldmünzen aber wieder anzuziehen. Allein bis zum 19. Januar wurden insgesamt 138.500 Münzen der vier verfügbaren Gewichtsklassen verkauft und dabei eine Absatzmenge von 50.500 Feinunzen erzielt.  Damit wurde der im Vorjahr registrierte durchschnittliche Jahresumsatz immerhin um das Doppelte übertroffen.

Ob dieser Positive Trend anhalten wird, dürfte auch von der weiteren Entwicklung des Bitcoin und der über das Wochenende erzwungene US-Haushaltssperre abhängen. So hat sich zum Beispiel die mit Abstand wichtigste Kryptowährung Bitcoin in der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte Januar mehr als halbiert und sich damit als Vermögensschutz eher disqualifiziert.

Auch die jüngste Haushaltssperre in den USA wirft kein gutes Licht  auf den Dollar, wenngleich die US-Amerikaner wahrlich nicht das erste Mal durch die Zahlungsschwierigkeiten ihrer Regierung aufgeschreckt wurden.

In den Jahren 1976 bis 2013 gab es bereits 18 „Shutdowns“.

Allein in der Amtszeit von Ronald Reagan kam es achtmal zu einer US-Haushaltssperre mit einer Gesamtdauer von 14 Tagen. Die längste Sperre gab es übrigens in der Amtszeit von Bill Clinton. Zum Jahreswechsel 1995/96 waren an 21 Tagen Behörden und Museen geschlossen und ihre Mitarbeiter im Zwangsurlaub.

Ausblick für die laufende Woche

Wie im Jahr zuvor fällt aufgrund der anhaltenden Dollarschwäche die Performance des Goldpreises in Dollar höher als in Euro aus. In Dollar gerechnet weist das gelbe Edelmetall auf Monatssicht ein Plus von über vier Prozent auf, während europäische Goldbesitzer im selben Zeitraum lediglich eine Wertsteigerung ihres Goldbesitzes um lediglich zwei Prozent erfuhren.

Am Donnerstag könnte die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank neue Impulse an den Devisenmärkten und damit auch beim Goldpreis generieren. Noch immer kaufen die europäischen Notenbanker Monat für Monat Anleihen im Wert von 30 Milliarden Euro auf.

Angesichts der relativ robusten Konjunktur mehren sich die Stimmen, den Krisenmodus endlich zu beenden. Ob Draghi & Co. diesen Mut aufbringen werden, darf allerdings bezweifelt werden. Die weiterhin niedrige Inflation in der Eurozone (aktuell: 1,4 Prozent), der starke Euro und die „faulen Kredite“ europäischer Banken sprechen eher für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich in Europa die Summe ausfallgefährdeter Kredite auf 950 Milliarden Euro beläuft.  Nur zur Erinnerung: Weder Goldbarren noch Goldmünzen können sich ähnlich schnell in Luft auflösen wie Kredite.

Gold: American-Eagles-Goldmünzen im Höhenflug
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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