Stand: 28.06.2018 von Florian Grummes 4 Kommentare

Nach einer mehrmonatigen Seitwärtsphase bahnt sich am Goldmarkt seit Ende April eine Korrekturwelle ihren Weg. Zunächst spielte sich diese Korrektur noch in einem überschaubaren Rahmen ab, mittlerweile rutschen die Kurse aber doch deutlicher gen Süden. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa ist es vor allem die ungünstige Saisonalität, welche für den Abwärtsdruck sorgt.

Nachdem sich der Goldpreis zunächst noch um die Marke von 1.300 US-Dollar ganz gut halten konnte, sind die Notierungen zuletzt deutlich unter das Mai-Tief bei 1.282 US-Dollar gedrückt worden. Mittlerweile notiert Gold mit 1.254 US-Dollar (Stand 26.06.2018) nur noch ganz knapp vor der alles entscheidenden Aufwärtstrendlinie bei 1.245 US-Dollar.

Kann diese Aufwärtstrendlinie verteidigt werden, ist das aufsteigende Dreieck weiterhin intakt und der angekündigten Sommerrally steht nichts mehr im Wege.

Aufgrund der stark überverkauften kurz- und mittelfristigen Lage sowie der extrem pessimistischen Stimmung dürfte die Trendwende unmittelbar bevorstehen.

Goldpreis in US-Dollar  – Direkt vor der Trendwende

Letztlich hat der Goldpreis in US-Dollar seine 200-Tagelinie (1.304 US-Dollar) mittlerweile doch klar unterschritten. Die Vermutung einer Seitwärtsbewegung um diesen wichtigen Durchschnitt hat sich nicht bestätigt.

Vielmehr haben die Edelmetalle mal wieder den Weg des größtmöglichen Schmerzes gewählt und tun in diesen Tagen alles, um die letzten noch verbliebenen schwachen Hände abzuwerfen.

Goldpreis US-Dollar Tageschart

Allerdings ist das aufsteigende und damit bullische Dreieck weiterhin intakt. Demnach haben die Bären noch Platz bis ca. 1.245 US-Dollar, bevor die seit dem Dezember 2015 gültige Aufwärtstrendlinie für eine Trendwende oder zumindest für eine Gegenbewegung sorgen sollte.

Wird diese Aufwärtstrendlinie hingegen nachhaltig unterschritten, bekommt der Goldpreis große Probleme. In diesem Fall ist zwar trotzdem mit einer Erholung in den starken Sommermonaten zu rechnen. Alle mittel- bis längerfristig bullischen Szenarien sind dann aber vom Tisch.

Goldpreis US-Dollar Wochenchart

Allerdings ist der Goldpreis mittlerweile sowohl auf seinem Tages- als auch auf seinem Wochenchart klar überverkauft. Der Stochastik-Oszillator kann kaum noch tiefer fallen. Gleichzeitig dreht die saisonale Komponente Anfang Juli auf bullisch.

Außerdem melden die Stimmungsbarometer einen klar übertriebenen Pessimismus unter den Marktteilnehmern.

Und auch die Daten vom Terminmarkt (CoT-Report) sind aus antizyklischer Sicht mittlerweile bullisch.

Insgesamt dürfte die Goldpreisentwicklung daher mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen im Bereich um 1.250 US-Dollar (+/- 5 US-Dollar) das Tief der laufenden Abwärtswelle finden. In jedem Fall liegt jetzt eine antizyklische Kaufchance mit sehr günstigen Chance/Risiken-Verhältnis vor.

Im Anschluss wäre innerhalb des Dreiecks ein zügiger Anstieg bis an die horizontale Widerstandszone im Bereich um 1.350 – 1.375 US-Dollar eigentlich logisch.

Auf dem Weg dorthin sind die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar sowie die 200-Tagelinie (1.304 US-Dollar) wichtige Widerstände, die die Bullen aus dem Weg räumen müssten.

Goldpreis in Euro – Nochmalige Kaufchance unter 1.080 Euro

Mit dem Kursrutsch am Goldmarkt hat sich auch der Preis für eine Feinunze Gold auf Eurobasis wieder deutlich vergünstigt.

Schnurstracks ging es hier in den letzten Tagen von einem Hoch bei 1.126 Euro direkt zwei Etagen tiefer, so dass die Feinunze aktuell nur noch 1.075 Euro kostet. Weder die 50-Tagelinie (1.099 Euro) noch die 200-Tagelinie (1.087 Euro) konnten diesen Abverkauf stoppen. Und auch die mehrjährige Aufwärtstrendlinie wurde mittlerweile ansatzweise unterschritten und damit gebrochen.

Goldpreis in Euro Tageschart

Allerdings ist die Stochastik gleichzeitig stark überverkauft. Zwischen 1.065 und 1.075 Euro sollte daher in diesen Tagen ein Boden gefunden werden. Im Anschluss ist mindestens eine Erholung bis an die runde Marke von 1.100 Euro zu erwarten.

Kann der Goldpreis allerdings bis auf 1.350 in US-Dollar ansteigen, sind im August bzw. September auch Preise deutlich oberhalb der letzten Hochs im Bereich 1.130 - 1.150 EUR denkbar.

Nachkauflimit unterhalb von 1.080 Euro

Das vor vier Wochen genannte Nachkauflimit bei 1.105 Euro wurde problemlos ausgeführt. Damals sah es so aus als ob der Goldpreis in Euro nicht mehr deutlich unter 1.100 Euro zurücksetzen würde. Mittlerweile sind wir schlauer, denn die Kurse haben sich doch etwas deutlicher bis auf 1.075 Euro verbilligt.

Wer nun nicht mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens in physische Edelmetalle versichert hat, sollte die nochmalige Kaufchance unterhalb von 1.080 Euro nutzen.

Bitte erwarten Sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen Sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!
Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

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Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [4]
  • von Karin Hellbracht | 29.06.2018, 19:12 Antworten

    Gold wird wenn alles gut läuft 24 Monate seitwärts tendieren.

    • von Wolga66 | 29.06.2018, 21:56 Antworten

      Karins Glaskugel oder im Kaffeesatz gelesen?
      Vermutlich nur irgendwo nachgeplappert.

  • von Bonnie | 28.06.2018, 12:18 Antworten

    "Aufgrund der stark überverkauften kurz- und mittelfristigen Lage" Was ist hier überverkauft? Hören Sie auf hier eine Meinung zu implementieren, die es so nicht gibt. Packen Sie Ihre Kristallkugel wieder ein, solange Sie nicht ehrlich sind. Der Gold- und Silberpreis wird durch Fixing und Leerverkäufe bestimmt. Dies weiß inzwischen jeder, der sich auch nur ansatzweise mit Edelmetallen beschäftigt. Gut für Anleger welche noch ihr Schäflein in trockene Tücher packen möchte und vor allen für Leerverkäufer welche Millionenbeträge einstreichen.
    Letztendlich wird aber der EM-Preis von Staaten bestimmt, welche ihr Volk verdummen möchten, und eine heile Welt vorgaukeln. Natürlich zum Vorteil einiger weniger.
    Ist schon seltsam die Welt brennt, Europa ist kaum noch handlungsfähig und Sie machen einen langfristigen Ausblick für die Entwicklung der EM. Viele Analysten sehen den Euro auf dem absteigenden Ast (um es mal vorsichtig auszudrücken). Was passiert dann? Auf den Dollar würde ich nicht setzen, Kryptowährungen sind an Fiat- Währungen gebunden, und Aktien welche in Europa monatlich Milliarden dank Dragi verschlingen???
    Und Sie erzählen was von 50 und 200 Tageslinie. Dies dürfte dann bei solch einem Szenario wohl keinen mehr interessieren. Weshalb sind verschiedene Staaten interessiert ihre Goldbestände kontinuierlich auf zu stocken, Haben die nicht so gute Analysten? Mein Tip als Nichtexperte: Spätestens nach Abwahl unserer BK wird sich Europa und im Dominoeffekt die Welt ändern. Ich tippe darauf das dann neue Währungssysteme eingeführt werden müssen. Wie es man aussehen wird weiß ich als Nichtexperte natürlich auch nicht, aber EM werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

    • von blingbling | 29.06.2018, 20:44 Antworten

      thank you so much.

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