Stand: 25.02.2020 von Jörg Bernhard
In der vergangenen Handelswoche kletterte der Goldpreis auf Dollarbasis auf den höchsten Stand seit sieben Jahren und markierte in Euro gerechnet sogar ein neues Rekordhoch.
Gold: Aufwärtstrend nahezu ungebrochen

Anhaltende Kauflaune an den Goldmärkten

Höchststände von 1.661 Dollar bzw. ein Allzeithoch von 1.535 Euro zeigen, dass die Investoren weiterhin ein ausgeprägtes Schutzbedürfnis spüren. Dieses scheint in Deutschland besonders stark ausgeprägt zu sein, schließlich hat sich bei Xetra-Gold, Europas gewichtigstem Papiergoldprodukt mit physischer Hinterlegung, der Gesamtbestand auf ein Rekordniveau von fast 210 Tonnen Gold erhöht.

Goldpreise im Februar 2020

aktuell Jahrestief Jahreshoch 52-Wochentief 52-Wochenhoch
in US-Dollar 1661,35 1517,23 1661,35 1266,55 1661,35
in Euro 1535,59 1358,18 1540,81 1166,68 1540,81
CBOE-Goldvolatilität 15,8% 10,6% 16,2% 7,7% 28,6%
Stand: 24.02.2020

Auch der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Shares verzeichnet seit dem Jahreswechsel massive Kapitalzuflüsse. Dessen gehaltene Goldmenge hat sich nämlich seit Ende Dezember von 893,25 auf aktuell 933,94 Tonnen (+40,69 Tonnen) erhöht.

Besonders interessant: 

An den Terminmärkten haben diverse Verkaufswellen der Großspekulanten (Non-Commercials) und Kleinspekulanten die grundsätzlich positive Stimmung der spekulativen Terminmarktprofis bislang kaum belastet.

Da ein Gold-Future den Gegenwert von 100 Feinunzen Gold repräsentiert, sind in der Spitze – zumindest auf dem Papier – immerhin über 89 Tonnen Gold verkauft worden. Der Attraktivität des gelben Edelmetalls hat dies offensichtlich keineswegs geschadet.

Nach dem Überwinden der Marke von 1.600 Dollar dürfte die Luft nun aber dünner werden und damit das Risiko von Gewinnmitnahmen erhöhen.

So bewegt sich derzeit der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit aktuell 80 Prozent eindeutig in der überkauften Zone. Doch es gibt nach der jüngsten Kursrally auch positive Aspekte zu beobachten, schließlich eroberte der Krisenschutz damit eine wichtige Unterstützungszone wieder zurück.

Sie bildete in den Jahren 2011, 2012 und 2013 einen massiven Boden und könnte nun neuen Halt geben.

IWF fordert Schuldenschnitt in Argentinien

Eine Meldung hat in der vergangenen Woche eindrucksvoll aufgezeigt, dass ungeachtet des täglichen Marktrauschens und potenzieller Gewinnmitnahmen, ein langfristiges Investment in Gold weiterhin Sinn macht. 

So empfahl der Internationale Währungsfonds (IWF) der argentinischen Regierung einen Schuldenschnitt für private Gläubiger. 

Besonders interessant: 

Wenige Tage zuvor forderte die argentinische Vizepräsidentin Cristina Kirchner, der IWF solle ihrem Land einen Teil der Schulden erlassen.

Dies dürfte jedoch relativ unwahrscheinlich sein, schließlich verbieten dies die Statuten der Organisation, der zwar insgesamt 189 Länder angehören, die Entscheidungsgewalt aber vor allem in den Händen der global stärksten Wirtschaftsnationen liegt.

Wenngleich die „Schrottanleihen“ Argentiniens natürlich nicht mit Staatsanleihen bester Bonität vergleichbar sind, zeigt die „IWF-Empfehlung“ zum einen auf, dass sich Privatanleger bei existenziellen Finanzkrisen sicherlich in einer sehr schwachen Position befinden dürften. 

Zum anderen sollte dies Investoren daran erinnern, dass der Goldbesitz in Form von Barren oder Münzen absolut kein Kontrahentenrisiko aufweist und somit ein Totalverlust als unmöglich gilt. Weder Staatsanleihen noch Währungen können mit solch starken Kaufargumenten werben. 

Ausblick für die laufende Woche

In China scheint angesichts der weiterhin grassierenden Pandemie und außerhalb Chinas die Hoffnung auf eine Entwarnung nicht gerechtfertigt zu sein. Die Wirtschaft des Riesenreichs dürfte weiterhin unter dem Virus leiden, was sich in der global vernetzten Welt der Wirtschaft auch auf andere Länder negativ auswirkt.

Dies dürfte vor allem exportorientierte Volkswirtschaften wie die deutsche belasten. Am Freitag sorgt zum Beispiel die Februar-Arbeitslosenrate für erhöhte Spannung, schließlich kletterte diese im Januar gegenüber dem Vormonat von 4,9 auf 5,3 Prozent.

Und selbst in den USA hinterlässt Chinas Gesundheitskrise negative Spuren. Die Apple Umsatzwarnung ist hierfür der beste Beleg. Wegen virus-bedingter Lieferengpässe und Verkaufsrückgänge bei iPhones sei das bisherige Umsatzziel für das erste Quartal laut Management nicht mehr zu halten.

Vor diesem Hintergrund könnte man den Eindruck gewinnen, dass die internationalen Aktienmärkte – verglichen mit Gold – über das höhere Rückschlagpotenzial verfügen. Während der Dow-Jones-Index in den vergangenen drei Jahren um über 40 Prozent zugelegt hat, kam der Goldpreis auf ein Plus von „lediglich“ 30 Prozent.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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von Dr. Sieber | 27.02.2020, 03:24 Antworten

Angesichts der Pandemie wird der Goldpreis marschieren, wie wir es noch nicht gesehen haben! 1800-2000€ pro Unze sind möglich!

1 Antwort an Dr. Sieber anzeigen
von Klaus | 02.03.2020, 11:43 Antworten

Manche Beiträge wie "Goldpreis – Kursziel 1.800 US-Dollar
Goldpreis – Kursziel 1.800 US-Dollar" sind absichtlich kommentarfrei geschaltet worden? Ein Schalk wer böses dahinter vermutet oder sind es diese Artikel wirklich nicht wert, kommentiert zu werden?

von Sara Obenheimer | 26.02.2020, 11:56 Antworten

Ab jetzt gibt es nur noch eine Richtung für Gold

1 Antwort an Sara Obenheimer anzeigen

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"