Stand: 11.11.2015  2 Kommentare

Die Suche nach einem mutmaßlich gepanzerten Nazi-Zug voller Gold in Polen geht weiter. Jetzt sind Geo-Experten und die vorgeblichen Finder des Zuges mit Spezialgeräten zu neuen Untersuchungen angerückt.

Die Jagd nach einem seit Jahrzehnten verschollenen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg geht in eine neue Runde. Inzwischen ist das betreffende Gebiet entlang der Bahnstrecke zwischen Breslau und Waldenburg im polnischen Niederschlesien, wo der legendäre Nazi-Zug  vermutet wird, gerodet und gelichtet worden. Zuvor hatte das polnische Militär das Terrain untersucht und mitgeteilt, dass sich dort keine Minen befinden. Das erleichtert die weitere Suche erheblich. Grünes Licht also für die Schatzsucher, die den sagenumwobenen Zug, der mit geraubtem Gold und wertvollen Kunstwerken beladen sein soll, im vergangenen August aufgespürt haben wollen.

Neue Hinweise auf Nazi-Zug mit geraubtem Gold

Wie Gold.de im August 2015 berichtete, hatten zwei Hobby-Schatzsucher, darunter auch ein Deutscher, bekannt gegeben, einen seit 70 Jahren verschollenen Panzerzug der Nazis in einem stillgelegten Stollen der Bergbauregion um das Städtchen Waldenburg im südlichen Polen entdeckt zu haben. Damals hieß es, die Ladung der Waggons könne bis zu 300 Tonnen geraubtes Gold beherbergen. Tatsächlich gibt es nun neue Hinweise, welche die Behauptung untermauern. Einem Bericht der Bild-Zeitung vom Montag (09.11.15) zufolge soll ein früherer deutscher Hauptmann angegeben haben, dass sich in den letzten Kriegstagen tatsächlich ein schwer beladener und gepanzerter Zug auf dem Weg von Breslau heraus befunden habe, um geraubtes Gold und Kunstwerke vor dem Zugriff der anrückenden Roten Armee zu bewahren.

"Wir wissen, dass es einen Nazi-Zug gibt"

Diese Meldung hat jetzt abermals frisches Öl in das Feuer der Gerüchteküche gegossen. So ist jetzt unter anderem davon die Rede, dass in dem Nazi-Zug anstatt von Gold oder Kunstwerken Teile der Nazi-Superwaffe V2 befördert worden sein könnten. Den beiden Schatzsuchern indes gibt der Medienrummel neuen Antrieb. Am Dienstag (10.11.15) haben sie deshalb mit neuen Untersuchungen bei der mutmaßlichen Fundstelle begonnen. Laut dem Sender CNBC war der Start der zunächst auf drei Tage angesetzten Suchaktion bereits für Montag geplant, wurde aber aufgrund starker Regenfälle verschoben. Demnach sagte einer der Schatzsucher, Piotr Koper, auf einer extra dafür einberufenen Pressekonferenz:

"Wir wissen bereits, dass es unter der Erde einen Zug gibt. Wir brauchen drei Tage mit gutem Wetter, um sie (die Untersuchungen) durchzuführen".

Da das Gebiet nun von Unterholz befreit sei, könne das Umfeld jetzt besser und genauer studiert werden, fügte Koper hinzu. Von örtlichen Behördenvertretern war derweil zu vernehmen, dass es aufgrund der zu erwartenden Schneefälle voraussichtlich aber erst im nächsten Frühjahr zu ersten Grabungen kommen wird.

Suche nach Zug voll Gold wird mit Spezialgeräten fortgesetzt

Unterdessen setzen Koper und sein deutscher Partner, Andreas Richter, ihre Suche mit Unterstützung von Geo-Experten fort. In dieser Woche wollen sie gemeinsam mit Fachleuten der polnischen Bergbauakademie anhand neuer Bodenuntersuchungen endlich Klarheit schaffen. Da sich der Zugang zum betreffenden Gelände nun verbessert hat, zeigte sich Koper optimistisch:

"Die Ergebnisse könnten Ende November vorliegen".

Diesmal sollen hochgerüstete Geräte wie Bodenradar, Thermokameras und Magnetometer zum Einsatz kommen. Die Hoffnung, einen Zug voll Gold zu finden, ist nach wie vor groß. Und das nicht nur bei den Beteiligten. Denn sollte sich der Fund tatsächlich bestätigen, wäre das eine Sensation von Weltrang. Schon jetzt haben die beiden Schatzsucher für Schlagzeilen rund um den Globus gesorgt. Denn nach solchen Nazi-Schätzen haben nach Angaben von Koper bereits "mindestens "drei Geheimdienste gesucht", wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Montag (09.11.15) zu entnehmen ist.

Anspruch auf verloren gegangenen Zug - 15 Tonnen Gold pro Nase

Doch welche Auswirkungen ein bestätigter Fund tatsächlich haben wird, ist bislang nicht absehbar. Sicher scheint bisher nur, dass es viel Streit geben wird. Denn bereits nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der vorgeblichen Entdeckung eines gepanzerten Zuges ging das Gerangel um das herrenlose Gold los. Lautstark meldeten sich Stimmen aus Warschau, Moskau und sogar aus New York zu Wort, um Ansprüche auf das mutmaßliche Nazi-Gold zu erheben. Schatzsucher Koper ficht das alles nicht an. Er der Meinung, dass der Zug dem polnischen Schatzamt zuzusprechen ist. Aber natürlich erst, nachdem ihm und seinem Partner der in Polen geltende gesetzliche Finderlohn zugeschlagen wird. "Wenn ich einen Computer oder eine Brieftasche finde, habe ich einen Anspruch auf 10 Prozent Finderlohn", sagt Koper. Dasselbe gelte auch, wenn man einen verloren gegangenen Zug finde, meint er. Laut der FAZ sagte Koper:

"Vielleicht melden sich andere Eigentümer - die Deutschen, die Russen, was weiß ich. Unser Anspruch bleibt".

Sollte die Existenz des Nazi-Zuges bis Ende November bescheinigt werden und im Frühjahr tatsächlich 300 Tonnen Gold aus den Tunneln nahe Waldenburg gehoben werden, dann hätten die Kumpels Koper und Richter also Anspruch auf 30 Tonnen Gold. Das macht 15 Tonnen pro Nase. Da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Doch was ist, wenn der Zug nur altes Baumaterial wie etwa Sand oder Steine enthält? Macht auch nichts. Denn Schatzsucher Koper ist laut FAZ der Eigentümer einer Baufirma in Niederschlesien. Da wird man auch einen Finderlohn in dieser Form gut gebrauchen können.

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Kommentare [2]
  • von marco | 13.11.2015, 12:03 Antworten

    Ist doch alles Mumpitz. Gäbe es den Zug wirklich, wäre er längst geborgen worden. Eine Chimäre wie Nessi aus Schottland....

  • von Harry | 12.11.2015, 18:39 Antworten

    Eigentlich gibt es immer noch keinen konkreten Hinweis auf die Existenz des Zuges...

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