Stand: 29.10.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Dass Gold weder Zinsen noch Dividenden bietet, dürfte hinlänglich bekannt sein. Dennoch kann es innerhalb eines Investmentportfolios eine wohltuende Wirkung entfalten. Auf der Website des World Gold Council befindet sich ein ausgesprochen interessantes Tool, welches diese These bestätigt.

World Gold Council bietet kostenlosen Portfolio-Simulator 

Unter Investoren ist das gelbe Edelmetall derzeit aufgrund von zwei Eigenschaften sehr gefragt. 

  • Erstens: Ihm wird eine negative Korrelation zu Aktien, zum Dollar und zu den Zinsen nachgesagt. 

  • Zweitens: Ein Goldinvestment gilt aktuell – verglichen mit US-Aktien oder Rohöl – als weniger riskant. 

Diverse vom Terminbörsenbetreiber Chicago Board Options Exchange berechnete Volatilitätsindizes liefern hierfür den finanzmathematischen Beweis. So notiert der Goldvolatilitätsindex mit 13,5 Prozent signifikant unter dem RVX (16,0 Prozent), der das Risiko eines Russell-2000-Investments anzeigt.

Erheblich deutlicher fällt das Risikogefälle gegenüber der Volatilität von Rohöl (OVX: 34,6 Prozent) aus. Das Beimischen von Gold macht für diejenigen Sinn, deren Hauptaugenmerk nicht auf dem Erzielen einer möglichst hohen Rendite, sondern eher auf der Reduktion des Portfoliorisikos liegt. Ein Portfolio-Simulator zeigt Ihnen auf, wie dies durch eine Höhergewichtung von Gold gelingen kann.

Der World Gold Council bietet Anlegern nach vorheriger Registrierung die Möglichkeit, drei verschieden strukturierte Portfolios individuell zusammenzustellen, um konkret zu sehen, wie sich eine Veränderung der Goldquote bei einem frei wählbaren Anlagezeitraum auf diverse finanzmathematische Kennzahlen ausgewirkt hätten. 

Dabei kann der Nutzer des Portfolio-Simulators die Investitionssumme frei wählen und neun Anlageklassen (inkl. Gold) nach eigenem Geschmack gewichten. Der Anlagezeitraum kann ebenfalls individuell eingestellt werden, wobei die Datenbasis bis ins Jahr 1972 zurückreicht.

Außerdem sind sechs Optionen zum „Ausbalancieren des Portfolios“ (Rebalancing) wählbar. Sobald man drei alternative Portfolios kreiert hat, kann man über den Button „Analyze Portfolios“ interessante Erkenntnisse über die Wirkung von Gold erlangen.

Mit Gold dürften Investoren besser schlafen

Um die Wirkung von Gold auf ein breit diversifiziertes Portfolio zu ermitteln, habe ich zu Testzwecken drei Beispiele kreiert und dabei stets einen Cashanteil von 10 Prozent unterstellt.

World Gold Council bietet kostenlosen Portfolio-Simulator eingaben

Bei Goldquoten von 10, 20 und 30 Prozent wurde der Rest des Portfolios zu jeweils gleichen Anteilen auf US-Aktien, Aktien aus OECD-Staaten (ohne USA), Schwellenländeraktien und Immobilienaktien (REITs) aufgeteilt.

Fazit: Mit gestiegener Goldquote hat zwar die durchschnittliche jährliche Rendite leicht abgenommen, die Risiken – ablesbar an Kennzahlen wie der schlechtesten Jahresperformance bzw. den maximalen Wertverlusten – haben sich dadurch aber signifikant reduziert (siehe Screenshot). 

World Gold Council bietet kostenlosen Portfolio-Simulator ergebnis

Wer mag, kann diese „wohltuende Wirkung“ von Gold durch eigene fiktive Portfolios überprüfen. Den Portfolio-Simulator kann man auf www.gold.org unter dem Menüpunkt „Goldhub“ abrufen.

Ausblick für die laufende Woche

In den kommenden Handelstagen könnte der Goldpreis aus seiner Lethargie erwachen und aus seinem Seitwärtstrend ausbrechen – nach oben oder aber nach unten.

Richtig spannend wird es in der zweiten Wochenhälfte, wenn die Zinsentscheidung der Fed, vorläufige Zahlen zum BIP-Wachstum der USA und der Eurozone (Q3) sowie diverse Indikatoren zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht werden.

Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll die US-Wirtschaft im dritten Quartal um immerhin 2,0 Prozent p.a. (Q2: 3,1 Prozent p.a.) gewachsen sein, während im Euroraum das Wirtschaftswachstum bei 1,2 Prozent p.a. stagniert haben soll. 

Nach der Finanz- und Konjunkturkrise (2008/2009) verhalfen staatliche Konjunkturprogramme und die ultralockere Geldpolitik Mario Draghis zu einem Plus von in der Spitze drei Prozent. Am 1. November übernimmt Christine Lagarde das Ruder der Europäischen Zentralbank.

An den stürmischen Zeiten dürfte sich angesichts der zahlreichen Krisenherde geopolitischer, finanzpolitischer, konjunkturpolitischer und politischer Art wenig ändern.

Wie gut, dass Anleger weiterhin den „sicheren Hafen“ Gold ansteuern können. Seine beruhigende und wohltuende Wirkung dürfte bei verunsicherten Investoren daher weiterhin hoch im Kurs stehen.

Gold: Beruhigungspille für Ihr Portfolio?
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"