Stand: 23.05.2017 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

In der abgelaufenen Handelswoche feierte der Goldpreis ein doppeltes Comeback. So kehrte die Goldpreisentwicklung über die 200-Tage-Linie und die für Gold vorteilhafte Risikoaversion an die Aktienmärkte zurück. Beides machte den Krisenschutz wieder gefragt und hievte ihn über die Marke von 1.250 Dollar.  

Blackrock verteidigt „Pole Position“

Einmal pro Quartal informiert die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) nicht nur über die größten Anteilseigner börsennotierter US-Unternehmen, sondern informiert auch darüber, mit welchem Volumen institutionelle Investoren am weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares investiert sind.

Dessen Marktkapitalisierung hat sich im Zuge der jüngsten Goldpreisrally auf 34,2 Milliarden Dollar erhöht und weist damit seit dem Jahreswechsel ein Plus von 11,8 Prozent auf.

Nur zur Erinnerung:  Im August 2011 brachte der Gold-ETF mit fast 78 Milliarden Dollar mehr als das Doppelte auf die Waage. Auf Basis der Marktdaten von Ende März waren 40,3 Prozent der Anteilseigner dem institutionellen Sektor und der verbleibende Rest von 59,7 Prozent privaten Anlegern zuzuordnen.

Eine kleine Mehrheit von 411 Finanzinstitutionen hat die Positionen in Q1 auf 29,77 Millionen Anteile reduziert, während 386 Großinvestoren ihre Bestände auf 33,38 Millionen Anteile erhöht haben. 203 Investmentgesellschaften haben ihre bisherigen Positionen bei 52,84 Millionen unverändert belassen.

Top 10 Liste wer ist mit wieviel im Gold ETF?

Besonders interessant ist bei dem Update der SEC aber stets eine Frage: Wie hat sich die Top Ten der größten Anteilseigner im Vergleich zum vorherigen Quartal verändert, und wer hat bei dem Gold-ETF seine Bestände besonders kräftig erhöht.

Jahrelang galt der Hedgefonds des US-Milliardärs John Paulson (aktuell: 4,36 Millionen Anteile) als größter Einzelinvestor. Mittlerweile wurde er aber gleich von mehreren Adressen überholt. Zum einen, weil er sich von Beständen in großem Stil getrennt hat und zum anderen, weil diverse andere Investoren den SPDR Gold Shares massiv gekauft haben.

Auf der Pole Position befindet sich derzeit mit über 17 Millionen ETFs der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, gefolgt von Morgan Stanley (5,38 Millionen ETFs) und Bank of America (5,37 Millionen Anteile).

Dass allein die Gold-Position von Blackrock einen Marktwert von über zwei Milliarden hat, heißt allerdings nicht, dass die Vermögensmanager diesbezüglich ein Klumpenrisiko eingegangen sind. Hierfür muss man sich lediglich vor Augen führen, dass die aktuelle Beteiligung an Apple mit einem Investitionsvolumen von über 48 Milliarden Dollar um ein Vielfaches höher ausfällt.

Summa summarum kann beim SPDR Gold Shares derzeit noch nicht von einer Massenflucht in Gold gesprochen werden.

Besitzverhältnisse beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs. Veränderung proz. Veränderung in Mio. USD
BLACKROCK INC. 17.004.013 16.847.431 10,76 2.000.522
MORGAN STANLEY 5.378.032 913.041 20,5 632.725
BANK OF AMERICA CORP /DE/ 5.371.699 -2.536.445 -32,1 631.980
FIRST EAGLE INVESTMENT MANAGEMENT, LLC 5.163.600 680.244 15,2 607.498
JPMORGAN CHASE & CO 4.529.747 2.427.541 115,5 532.925
PAULSON & CO. INC. 4.359.722 0 0 512.921
UBS GROUP AG 3.413.691 -6.537.239 -65,7 401.621
FMR LLC 3.169.847 1.421.506 81,3 372.933
ORBIS WORLD LTD 2.497.000 0 0 293.772
GOLDMAN SACHS GROUP INC 1.790.626 -706.069 -28,3 210.667
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLDINGS, INC. 1.780.697 839.457 89,2 209.499
WELLS FARGO & COMPANY/MN 1.697.034 -1.054.873 -38,3 199.656

Stand: 31.03.2017

Kräftig eingekauft haben im ersten Quartal unter anderem die beiden US-Investmentbanken Morgan Stanley und JPMorgan Chase. So stockte zum Beispiel Morgan Stanley seinen Bestand an Gold-ETFs um über 20 Prozent auf 5,38 Millionen Anteile auf, während JPMorgan Chase seine bisherige Position sogar auf 4,53 Millionen ETFs mehr als verdoppelt hat.

Es gab unter den 15 größten Einzelinvestoren aber auch Banken, die sich aus Gold verabschiedet haben. Dabei handelte es sich um die Bank of America (-32,1 Prozent), die UBS Group (-65,7 Prozent), Goldman Sachs (-28,3 Prozent) und Wells Fargo (-38,3 Prozent).

Ausblick für die laufende Woche

Goldpreis Chart auf Gold.de

In den nächsten Handelstagen dürfte die Finanzwelt weiterhin gebannt in Richtung USA blithcken auf das von Donald Trump ausgelöste politische Chaos. Mit der Berufung des Sonderermittlers Robert Mueller sollen die Geschehnisse um die Entlassung von FBI-Chef James Comey aufgearbeitet werden.

Selbst in republikanischen Politikerkreisen wird mittlerweile sogar über ein Amtsenthebungsverfahren diskutiert. Vor diesem Hintergrund dürften die Akteure an den Goldmärkten vor allem die deutlich gestiegene Risikoaversion im Auge behalten.

Noch vor Wochen wurde auf Europa und den Euro „eingeprügelt“, mittlerweile beschäftigen sich Investoren offensichtlich mit einem anderen Problemkind namens Donald Trump. Der seit dessen Wahlsieg verbuchte Dollaranstieg hat sich mittlerweile komplett in Luft aufgelöst und den beiden Anlageklassen Dollar und Gold wird bekanntlich eine hohe negative Korrelation nachgesagt.

Goldpreis: Blackrock hält die größte Position beim weltgrößtem Gold-ETF
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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