Stand: 10.04.2018 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

In der vergangenen Woche stellte die Deutsche Bundesbank ihr Buch „Das Gold der Deutschen“ vor und machte auf die vom 11. April bis 30. September im Frankfurter Geldmuseum der Bundesbank stattfindende Sonderausstellung „Gold. Schätze der Bundesbank“ aufmerksam.

Die Bundesbank und das „liebe Gold“

Gold wird regelmäßig als interessante Geldalternative bezeichnet. Als Zahlungsmittel mag dies zwar weniger zutreffen, dafür umso mehr als Wertaufbewahrungsmittel.

Wer sollte das besser vermitteln können als die Deutsche Bundesbank? Mit 3.373,6 Tonnen verfügt Deutschland über die weltweit zweithöchsten Goldreserven. Lediglich die USA kann mit einem noch üppigeren Goldschatz in Höhe von 8.133,5 Tonnen glänzen.

Während Deutschland zu „Wirtschaftswunder-Zeiten“ dank der hohen Exportüberschüsse und der Bindung des Dollars an den Goldpreis immer mehr Gold anhäufte, profitierte die USA unter anderem vom Goldverbot, welches von 1933 bis 1974 galt.

Unter den besonders wichtigen Notenbanken war der Stellenwert von Gold als Reservewährung aber nicht immer so hoch angesiedelt wie heute. In den Jahren vor der 2008 ausgelösten Finanzkrise sind die internationalen Notenbanken per Saldo mit massiven Nettoverkäufen in Erscheinung getreten.

Die Deutsche Bundesbank hat ihre Goldbestände in den vergangenen 20 Jahren lediglich marginal reduziert. In der jüngsten Vergangenheit war in der deutschen Öffentlichkeit vor allem über die Lagerorte des „deutschen Goldes“ heftig diskutiert worden.

Dies führte dazu, dass aus Paris sämtliche Goldbestände (374 Tonnen) nach Frankfurt überführt wurden. Aus London wurden keine Rückführungen und aus New York wurden seit 2013 immerhin 300 Tonnen Gold „heimgeholt“.

Bundesbank veröffentlicht das Buch „Das Gold der Deutschen“

Buch: Das Gold der Deutschen

In der vergangenen Woche stellte Bundesbankvorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele vor Medienvertreterinnen und -vertretern das von der Bundesbank herausgegebene Buch „Das Gold der Deutschen“ vor.

Dieses beschäftigt sich zwar nicht mit den Gefahren der EZB-Geldpolitik, sondern will „den Leserinnen und Lesern das Gold so nahezubringen, als hielten sie es in ihren Händen.“ So liefert das Buch einen detaillierten Überblick über die deutschen Goldreserven und erklärt, wie diese gelagert und verwaltet werden. Zahlreiche Bilder visualisieren diese Aufgabe.


Ausführlich dargestellt wird aber auch das Gewinnen und Verarbeiten des gelben Edelmetalls. Außerdem werden in dem Werk weitere wichtige Fragen zum Thema Gold beantwortet.

Weitergehende Buchrezension hier: Buchbesprechung "Das Gold der Deutschen"

Unterstützt wird die Transparenzoffensive der Bundesbank durch eine Sonderausstellung im Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt. Dort können Gold-Interessierte vom 11. April bis 30. September unter anderem einen der ältesten Goldbarren (gegossen 1917) der deutschen Währungsreserven in Augenschein nehmen.

Im numismatischen Teil der Ausstellung kann man mit dem Dukaten (eingeführt 1284) zum Beispiel die langlebigste werthaltige Münzsorte der Welt bewundern.

Weitere Infos zum Buch „Das Gold der Deutschen“ und zur Sonderausstellung „Gold. Schätze der Bundesbank“ finden Sie in der nachfolgend.

Das Geld Museum der Deutschen Bundesbank

  Buch   Sonderausstellung
Titel: Das Gold der Deutschen Titel: Gold. Schätze der Bundesbank
Verlag: Hirmer Wo: Geldmuseum in Frankfurt
Herausgeber: Deutsche Bundesbank Adresse: Wilhelm-Epstein-Str. 14
ISBN: 978-3-7774-3074-4 Dauer: 11. April bis 30. September 2018
Preis: 24,90 Euro Eintritt: frei

Ausblick für die laufende Woche

Die USA halten derzeit die Finanzwelt unter zwei Aspekten in Atem.

Erstens: Der eskalierende Handelsstreit zwischen China und den USA belastet weiterhin die globalen Wachstumsperspektiven.

Zweitens: Die Angst vor steigenden Zinsen bremst aufgrund der zunehmenden Opportunitätskosten regelmäßig den Aufwärtsdrang des Goldpreises.

Beide Themenkomplexe könnten in den kommenden Handelstagen neue Impulse an den Finanzmärkten auslösen. Am gestrigen Montag erfuhren die Marktakteure, wie sich im Februar die Handelsbilanz Deutschlands entwickelt hat.

Am Mittwoch und Freitag folgen noch die Handelsbilanzen Großbritanniens bzw. der Eurozone. Und auch die Geldpolitik der Fed und der EZB dürfte in den kommenden Tagen wieder in den Fokus des Anlegerinteresses rücken, da beide Institutionen die Protokolle ihrer jüngsten Sitzungen veröffentlichen werden.

Außerdem stehen aktuelle Inflationszahlen diverser Staaten zur Bekanntgabe an. Dabei handelt es sich um China und die USA (beide am Mittwoch) sowie Frankreich, Indien (beide Donnerstag) und Deutschland (Freitag).

Nur zur Erinnerung: Hier zu Lande entwertet sich Geld derzeit deutlich weniger dynamisch (1,6 Prozent p.a.) als in den USA (2,2 Prozent p.a.). Dies sollte Anleger allerdings nicht zu der Überzeugung bringen, dass europäisches Geld besser als US-amerikanisches Geld sei.

Vielleicht sollte man aber Geld grundsätzlich weniger wertschätzen und deshalb auf Gold setzen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich beides ja nur durch einen „klitzekleinen“ Buchstaben.

Gold: Bundesbank mit neuer Transparenzoffensive
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [1]
  • von Bonnie | 10.04.2018, 08:50 Antworten

    Dukaten (eingeführt 1284) die langlebigste werthaltige Münzsorte der Welt???
    Schaut mal bei Wikipedia: "Die tausendjährige Geschichte des Solidus"

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