Stand: 05.11.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek von der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG, die beiden Autoren der jährlichen Goldstudie „In Gold we Trust“, haben Anlegern mit der kürzlich erfolgten Veröffentlichung ihres „Chartbook“ weitere Kaufargumente für Gold geliefert.

Geballte Expertise auf 70 Seiten

Auf der Website von Incrementum AG kann man sich das 70 Seiten starke „Chartbook“ kostenlos herunterladen. Wie in den Jahren zuvor haben die beiden Autoren (auf Englisch) besonders interessante und sehenswerte Charts und daraus resultierende Konsequenzen für das globale Finanzsystem und den Goldpreis zusammengetragen.

Aufgeteilt in vier Kapitel werden diese Aspekte intensiv unter die Lupe genommen:

  • das erodierende Vertrauen in Notenbanken und Geldsysteme
  • den Staus Quo von Gold
  • Goldminenaktien
  • sowie die Aussichten von Gold. 

Auf Seite 58 stellen die beiden Vermögensverwalter acht Thesen auf, die allesamt für ein Goldinvestment sprechen. So lässt sich zum Beispiel das nachlassende Vertrauen in die internationalen Geldsysteme auch an den höchsten Nettogoldkäufen der Zentralbanken seit 1971 und dem anhalten Trend zur Rückführung der eigenen Goldreserven ablesen.

Außerdem hat Gold seine Fähigkeit, Portfolios wirksam zu diversifizieren, im vierten Quartal 2018 eindrucksvoll bekräftigt. Die Normalisierung der Zinspolitik wurde mittlerweile abrupt beendet und eine geldpolitische Kehrtwende eingeleitet. Rezessionsrisiken sind derzeit höher als von den Finanzmärkten eingepreist, wodurch weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen notwendig werden dürften.

China wird durch die Pläne zur „Neuen Seidenstraße“ seine führende Rolle als Goldkonsument und -produzent zementieren. Der Trend zur „Ent-Dollarisierung“ wird sich fortsetzen und immer mehr Länder werden sich nach Alternativen zum Dollar umsehen.

Nach Jahren einer kreativen Zerstörung stehen Goldminen auf einer deutlich gesünderen Basis und werden daher von Stöferle und Valek grundsätzlich positiv beurteilt. 

Nachfolgend habe ich exemplarisch vier besonders aussagekräftige Charts ausgesucht, die allesamt für Gold sprechen:

Grafik 1 zeigt zum Beispiel die unterschiedliche Entwicklung von Geld- und Goldproduktion auf lange Sicht auf.

Grafik_1_M2_Goldproduktion.jpg

Grafik 2 zeigt auf, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession aktuell bei 38 Prozent liegt.

Grafik_2_Rezessionsrisiken.jpg

Grafik 3 veranschaulicht, wie sich seit 1966 die US-Staatsschulden und der US-Haushalt entwickelt haben und liefert zudem eine Prognose für die kommenden Jahre.

Grafik_3_US-Schulden_Haushaltsdefizit.jpg

Grafik 4 weist aus, wie sich seit dem Jahr 2000 die Goldreserven der Notenbanken entwickelt haben.

Goldreserven der Notenbanken

Diese vier Charts stellen lediglich einen kleinen Auszug aus dem Chartbook dar. Insgesamt haben die beiden erfahrenen Finanzmarktexperten Stöferle und Valek in der Chartsammlung insgesamt 49 Grafiken zusammengetragen – Reinschauen lohnt sich.

Ausblick für die laufende Woche

Obwohl im Handelsstreit zwischen den USA und China zuletzt die optimistischen Töne überwogen haben, blieb das gelbe Edelmetall von einer nennenswerten Kursschwäche bislang verschont.

Am heutigen Dienstag stehen in den USA am Nachmittag die aktuellen September Zahlen zur Handelsbilanz auf der Agenda. Mit aktuell fast 55 Milliarden Dollar (August) hat sich die US-Handelsbilanz in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert – trotz der mittlerweile seit über einem Jahr verhängten Sonderzölle auf Waren diverser Staaten.

Am Freitag erfahren die Finanzmarktakteure, wie sich die Handelsbilanz Chinas im Oktober entwickelt hat. Auch bei den seit Jahren zu beobachtenden Überschüssen der chinesischen Wirtschaft blieb alles beim Alten.

Dicke Minusraten gab es in den vergangenen Monaten allerdings bei den Zahlen zum Im- und Export zu vermelden. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten sollen sich im Oktober die Importe um 3,5 Prozent und die Exporte um 8,9 Prozent reduziert haben.

Seit Donald Trump das Amt des US-Präsidenten übernommen hat, reduzierte sich das BIP-Wachstum der Chinesen von 6,8 auf aktuell 6,0 Prozent.

Der Goldpreis hat sich seither von 1.150 auf 1500 Dollar verteuert. Dies dürfte vor allem an der weltweit zu beobachtenden konjunkturpolitischen, geopolitischen, finanzpolitischen und allgemeinpolitischen Eintrübung der Lage gelegen haben.

Daran dürfte sich mittel- bis langfristig wenig ändern, so dass man auf eines keinesfalls verzichten sollte: den Besitz von Gold.

Gold: Neues kostenloses „Chartbook“ von Incrementum
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"