Stand: 09.07.2017 von Florian Grummes 3 Kommentare

Seitdem der Goldpreis Anfang Juni bei 1.295 US-Dollar erneut gescheitert ist, läuft eine Abwärtswelle, welche zuletzt mit dem klaren Rutsch unter die Marke von 1.240 US-Dollar etwas an Dramatik gewonnen hat. Bislang können sich die Notierungen um die Unterstützungszone 1.215 - 1.220 US-Dollar aber halten und etwas  stabilisieren. Trotz der klar überverkauften Lage fehlt es bislang jedoch an klaren Umkehrsignalen. Vielmehr hat sich die Charttechnik weiter eingetrübt

Trotzdem bleibt die Ausgangslage für den gesamten Edelmetallsektor sehr günstig. Die stark überverkaufte Lage und das extrem pessimistische Sentiment dürften mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für eine baldige Erholung und ein starkes zweites Halbjahr sorgen.

Tageschart Goldpreis in US-Dollar

Mit dem klaren Rutsch unter die fallende 200-Tagelinie (1.232 US-Dollar) wurde die Aufwärtstrendlinie seit dem letzten Dezember endgültig gebrochen. Nun sucht der Goldpreis im Bereich um 1.220 US-Dollar nach Unterstützung, bleibt aber charttechnisch angeschlagen.

Sollten die Bullen hier keine Trendwende oder zumindest eine Erholung einleiten können, dürfte es wohl nochmals eine Etage tiefer gehen. Im schlechtesten Fall wären dann Kurse im Bereich um 1.165 bis 1.180 US-Dollar denkbar. Hier verlaufen sowohl die Aufwärtstrendlinie seit dem Dezember 2015 als auch die altbekannte Unterstützungszone um 1.180 US-Dollar.

Goldpreis in US-Dollar 07.07.2017

Dem grundsätzlich ungünstigen Bild steht aber eine stark überverkaufte Lage gegenüber. So ist das MACD-Verkaufssignal bereits weit gelaufen. Und obwohl die Stochastik erneut in den „bärisch embedded“ Status gewechselt ist, fehlt hier zu einem Kaufsignal nicht mehr viel.

Die grüne Signallinie müsste sich lediglich über die Marke von 20 schieben. Dann hätte der Oszillator jede Menge Platz nach oben.


Daily Sentiment Index für Gold 07.07.2017 in US-Dollar


Mut macht in dieser schwierigen Lage die Sentimentanalyse, denn der Daily Sentiment Index für Gold ist auf den tiefsten Stand seit dem Dezember 2015 gefallen. Tatsächlich finden sich derzeit gar keine bullischen Analysten mehr, so dass die Konsensmeinung ganz klar tiefere Kurse erwartet.

Meist kommt es in einer derartigen Extremsituation aber anders. Insofern liegt das Überraschungspotential ganz klar auf der Oberseite.

Außerdem ist in diesen Tagen die saisonale Statistik auf ein klares Kaufsignal umgeschwenkt. Im Durchschnitt der letzten 40 Jahre begann der Goldpreis meist Anfang/Mitte Juli eine mehrmonatige Rally.

Im großen Bild geht es in diesen Sommerwochen nur noch darum, wo die Goldpreisentwicklung letztlich ihr Tief findet, bevor er im zweiten Halbjahr eine fulminante Rally mit dem großen Ziel 1.500 US-Dollar starten müsste.

Tageschart Goldpreis in Euro

Goldpreis in Euro 07.07.2017

In Euro gerechnet gerieten die Goldnotierungen in den letzten Wochen sehr stark unter Druck und sind mittlerweile bis auf ein Tief bei 1.068 Euro durchgereicht worden. Für den cleveren antizyklischen Goldinvestor sind das aber traumhafte Einstiegskurse.

So billig war die Feinunze zuletzt im April 2016 zu haben.

Die extrem überverkaufte Lage sowohl auf dem Tages- wie auch auf dem Wochenchart lassen eine baldige Reaktion erwarten. Im schlechtesten Fall testet der Goldpreis noch die Unterstützungszone bzw. die Aufwärtstrendlinie im Bereich um 1.050/1.040 Euro.

Mehr Risiko nach unten lässt sich nicht mehr erkennen. Die Chancen liegen jetzt ganz klar auf der Oberseite und sollten unbedingt genutzt werden.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 1.085 Euro

Das zuletzt genannte Nachkauflimit für Gold unterhalb von 1.100 Euro wurde am 28.Juni aktiviert. Seitdem hatte man genug Zeit die günstigen Kurse zu nutzen.

Aktuell empfiehlt es sich mit einem Limit bis 1.085 Euro weiter aggressiv in physisches Gold zu investieren, denn nur wer tief kauft, kann später bei hohen Kursen mit Gewinn wieder verkaufen.

Gold - Das Sentiment ist im Keller!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [3]
  • von Chris R. | 09.07.2017, 18:36 Antworten

    KK sehr ich maximal beim "Vorkrisenniveau"...bei Gold untr 500 die Unze

    Und ja...ich glaub wie viele hier auch an Kursmanipulationen "böser Mächte"....allerdings Manipulationen nach oben....mal nachgerechnet welche Summen die Nationalbanken bei ner Abwertung in der Grössenordnung abschreiben müssten......????

    • von blingbling | 13.07.2017, 19:55 Antworten

      naja, wenn sich alle länder kürzlich mit gold eingedeckt hätten, wäre die abwertung wieder relativ.

  • von Graf von Henneberg | 10.07.2017, 12:37 Antworten

    1996 gab Gold für ca. 300€/Unze. Da gab es sogar noch 2 Unzen - Stücke. Gold sollte man immer kaufen, egal zu welchem Preis. Gold ist die Währung wenn das bunte bedruckte Papier seinen Nominalwert "0" erreicht hat.

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