| GOLD | 4.165,56 $/oz | 3.705,85 €/oz | 119,15 €/g | 119.146 €/kg |
| SILBER | 56,98 $/oz | 50,70 €/oz | 1,63 €/g | 1.630,04 €/kg |
Und das Bild ist überraschend eindeutig: Kleinere Stückelungen bleiben gefragt, bekannte Bullionklassiker bestimmen das Ranking – und das Kaufinteresse steigt im Vergleich zum Vorjahr deutlich.
An der Spitze gibt es keine Überraschung:
Der Silber Maple Leaf mit 1 oz bleibt auch im September 2026 die Münze mit dem größten Interesse. Dahinter wird es spannender. Das Silber-Känguru der Perth Mint springt neu auf Rang zwei, während der Gold-Krügerrand mit 1 oz Platz drei übernimmt.
Damit setzen Anleger nach wie vor auf international etablierte Bullionmünzen. Besonders auffällig ist die wachsende Beliebtheit des Kängurus. Ein wesentlicher Faktor hierfür dürfte die konstant gute Verfügbarkeit sein. Hinzu kommen ein hochwertiges Motiv, moderne Sicherheitsmerkmale sowie eine robuste und durchdachte Verpackung: Die Masterboxen sind stabil und die Tubes sind gut gesichert.
Auch qualitativ können insbesondere neuere Ausgaben überzeugen, da sie im Vergleich zu vielen anderen Bullionmünzen deutlich weniger anfällig für sogenannte Milchflecken sind. Das Zusammenspiel aus verlässlicher Verfügbarkeit, hoher Produktqualität, ansprechender Gestaltung und sicherer Verpackung macht das Känguru für Anleger besonders attraktiv.
Silber dominiert damit weiterhin die Spitze. Gleichzeitig zeigt der Gold-Krügerrand: Wer Gold kaufen möchte, hält trotz hoher Einstiegspreise an einem der bekanntesten Klassiker des Edelmetallmarktes fest.
Noch klarer ist die Entwicklung bei den Barren. Der Tafelbarren aus Gold mit 1 g übernimmt Rang eins, gefolgt vom klassischen 1-g-Goldbarren. Auf Platz drei steht jetzt der 10-g-Goldbarren. Der 100-g-Barren, der im September 2025 noch unter den Top 3 lag, fällt heraus.
Der Trend der vergangenen Monate setzt sich damit fort: Anleger wollen physisches Gold, aber zunehmend in überschaubaren Einheiten.
Das ist Marktpsychologie in Gramm. Je höher der absolute Goldpreis, desto wichtiger werden Stückelungen, die sich leichter ins eigene Budget integrieren lassen. Gold wird nicht weniger interessant, sondern nur flexibler gekauft.
Wie stark sich das Preisniveau verändert hat, zeigt der klassische 1-oz-Gold-Krügerrand. Im September 2026 kostete er durchschnittlich 3.780,99 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 3.122,23 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 658,76 Euro beziehungsweise 21,1 Prozent.
Noch deutlicher fällt der relative Preissprung beim Silber Maple Leaf aus. Die 1-Unzen-Münze kostete durchschnittlich 64,56 Euro, nach 42,60 Euro im September 2025 – ein Plus von 51,55 Prozent.
Silber bleibt in absoluten Beträgen zwar leichter zugänglich als Gold. Vom früheren „günstigen Einstieg“ in physische Edelmetalle ist aber deutlich weniger übrig.
Bei den Sammlerprodukten glänzt die Nautical Ounce. Ihr durchschnittlicher Wert steigt auf 4.903,35 Euro – ein Plus von 36,33 Prozent beziehungsweise 1.306,75 Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.
Hier trifft ein positives Edelmetallumfeld auf das, was Sammlerprodukte zusätzlich antreiben kann: Seriencharakter, begrenzte Verfügbarkeit und Sammlerfantasie.
Das Gegenstück liefert die Australian Opal Series. Ihr Wert sinkt im Jahresvergleich um 4,06 Prozent auf 187,92 Euro.
Das ist durchaus bemerkenswert. Während viele Edelmetallprodukte vom höheren Preisniveau profitieren, reicht bei Sammlermünzen ein attraktives Motiv allein nicht. Ohne ausreichend Nachfrage und Sammler-Sog kann eine Serie selbst in einem starken Edelmetallumfeld zurückbleiben.
Beim Gold-Aufgeld zeigt sich praktisch keine Veränderung. Es liegt im September 2026 bei durchschnittlich 0,67 Prozent, nach 0,68 Prozent im Vorjahr.
Das ist eine wichtige Einordnung für Käufer. Der deutlich höhere Endpreis von Goldprodukten entsteht vor allem durch den gestiegenen Metallwert – nicht dadurch, dass Händler ihre relativen Aufschläge erhöhen.
Noch interessanter ist die Entwicklung bei Silber. Das durchschnittliche Aufgeld sinkt von 19,04 auf 16,47 Prozent. Käufer werden damit relativ entlastet. Trotzdem bleibt Silber strukturell mit höheren Aufschlägen verbunden als Anlagegold. Ein Grund ist die steuerliche Behandlung: Während Anlagegold von der Mehrwertsteuer befreit ist, fällt bei vielen Weißmetallprodukten Mehrwertsteuer an. Hinzu kommen im Verhältnis zum Metallwert höhere Kosten für Herstellung, Lagerung und Vertrieb.
Gerade bei Silber lohnt sich deshalb der Preisvergleich besonders.
Auch regional bewegt sich einiges. Niedersachsen verbessert sich im Pro-Kopf-Ranking der lokalen Nachfrage von Platz 12 auf Platz 9. Berlin springt von Platz 3 auf Platz 1, während Thüringen drei Plätze verliert und auf Rang 14 zurückfällt. Die Nachfrage verschiebt sich damit regional sichtbar zugunsten Niedersachsens und Berlins. Thüringen verliert dagegen an Boden.
Hier finden Sie das jeweils aktuelle Bundesländer-Ranking.
Der vielleicht stärkste Wert der September-Auswertung steht ganz am Ende: 93 Prozent der Nutzerinteressen entfallen auf „Kaufen“, lediglich 7 Prozent auf „Verkaufen“. Im September 2025 lag das Verhältnis noch bei 85 zu 15 Prozent. Innerhalb eines Jahres hat sich der Kaufanteil somit um acht Prozentpunkte erhöht.
Diese Entwicklung ist vor allem vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Metall- und damit auch Produktpreise bemerkenswert. Trotz des höheren Preisniveaus hat das Kaufinteresse im Verhältnis spürbar zugenommen. Mögliche Gründe dafür sind saisonale Effekte sowie der zwischenzeitliche Rücksetzer beim Spotpreis, der zusätzliche Kaufimpulse ausgelöst haben könnte.
Die GOLD.DE Insights September 2026 zeigen einen Edelmetallmarkt mit erstaunlich robuster Nachfrage. Maple Leaf, Känguru und Krügerrand bestimmen bei den Münzen das Bild. Bei Goldbarren bleiben kleine und mittlere Stückelungen die Favoriten.
Gleichzeitig steigen die Produktpreise deutlich, während die Aufgelder stabil bleiben oder sogar sinken. Das ist eine interessante Kombination: Gold und Silber werden teurer, der Handel selbst macht sie aber relativ betrachtet nicht zusätzlich teuer.
Die Nutzer reagieren darauf eindeutig. Ihr Interesse gilt nach wie vor eindeutig dem Kauf von Gold beziehungsweise dem Aufbau eines physischen Edelmetallbestands. Der September zeigt somit vor allem eines: Hohe Preise schrecken Anleger nicht grundsätzlich ab, sondern veranlassen sie dazu, selektiver zu werden.