Stand: 04.02.2017 von Florian Grummes 0 Kommentare

Nach dem fulminanten Start ins neue Jahr kämpfen die Goldbullen seit über zwei Wochen mit der starken Widerstandszone um 1.217 bis 1.220 US-Dollar. Die ersten beiden Anläufe auf dieses 38,2%-Retracement der letzten Abwärtswelle (von 1.375 US-Dollar auf 1.123 US-Dollar) führten zunächst zu einem Rücksetzer bis 1.180 US-Dollar. Hier übernahmen die Bullen jedoch wieder das Geschehen und konnten den Goldpreis bis auf 1.225 US-Dollar weiter nach oben treiben. Wirklich überzeugend ist dieser „kleine“ Ausbruch bislang aber noch nicht, denn schon am selben Handelstag fiel der Preis für eine Feinunze wieder klar unter 1.220 US-Dollar zurück.

Beharrlicher Goldpreis von zahlreichen Faktoren gut unterstützt

Haupttreiber der insgesamt recht positiven Entwicklung waren zum einen sicherlich die gestiegenen Inflationserwartungen sowohl in den USA als auch für die Eurozone. Darüber hinaus setzt die neue Trump Administration in den USA alles daran, um den US-Dollar schwach zu reden und damit die amerikanische Exportindustrie zu stützen. Neben diesen Faktoren wirken auch die immer näher rückenden Turbulenzen an den Anleihemärkten stark stützend. 

Gold hat sich hier in den letzten zwei Wochen klar vom Gleichlauf mit den Anleihemärkten entkoppelt und dürfte mittelfristig der Hauptprofiteur crashender Bondportfolios sein.

Dass die Bäume am Goldmarkt aber „noch“ nicht in den Himmel wachsen, muss klar sein, denn das zwischen 2011 und 2015 verlorengegangene Vertrauen wird nur langsam und schrittweise zurückgewonnen werden. Sobald im weiteren Verlauf der neuen Hausse aber eine kritische bzw. „zutrauliche“ Masse erreicht ist, wird auch die Dynamik auf der Oberseite zurückkehren. Vorerst ist der langsame, dafür aber beharrliche Anstieg durchaus positiv zu betrachten, legt er doch ein solides Fundament unter die Aufwärtsbewegung.

Goldpreis - Tageschart Gold in US-Dollar

Von den Mitte Dezember genannten Kurszielen wurde bislang lediglich das dritte noch nicht abgearbeitet:

  1. Das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung seit  der US-Wahlnacht von 1.338 US-Dollar auf 1.123 US-Dollar = ca. 1.205 US-Dollar. ??
  2. Das 38,2%-Retracement der gesamten Korrektur seit Anfang Juli (also von 1.375 US-Dollar bis auf 1.123 US-Dollar) = ca. 1.220 US-Dollar. ??
  3. Die leicht fallende 200-Tagelinie aktuell um 1.265 US-Dollar.

Goldpreis in US-Dollar

Gelingt der nachhaltige Sprung über 1.220 US-Dollar, sollte die 200-Tagelinie um 1.265 US-Dollar in den kommenden Wochen bzw. bis zum Frühjahr 2017 angelaufen werden. Geht den Goldbullen jetzt allerdings die Kraft aus, wäre auch ein nochmaliger Umweg über die 50-Tagelinie (1.180 US-Dollar) und damit eine mehrwöchige Seitwärtskonsolidierung zwischen 1.220 und 1.180 US-Dollar denkbar.

Sowohl Terminmarkt als auch Sentiment geben weiterhin grünes Licht. Das saisonale Fenster ist noch bis zur letzten Februarwoche halbwegs positiv.

Goldpreis - Tageschart Gold in Euro

Goldpreis in Euro

Auf Eurobasis (Euro / Dollar Wechselkurs) scheint der Rücksetzer ebenfalls ausgestanden. So legte der Preis für eine Feinunze Gold ausgehend von 1.105 Euro in den letzten fünf Handelstagen zügig bis auf 1.132 Euro um knapp 2,5% zu. Ganz kurzfristig ist hier in jedem Fall noch Platz bis zum oberen Bollinger Band (1.139 Euro). 

Angesichts der neuen Kaufsignale bei den Indikatoren erscheint aber mindestens ein Anstieg bis zur 200-Tagelinie (1.148 Euro) realistisch. Knapp darüber wartet dann die starke Widerstandszone um 1.165 Euro, an der sich die Bullen vermutlich im ersten Anlauf die Zähne ausbeißen werden.

Neues Nachkauflimit bei 1.110 Euro

Das Nachkauflimit bei 1.100 Euro wurde in den letzten Tagen leider knapp verpasst. Aufgrund der sich nun stabilisierenden 50-Tagelinie (1.107 Euro) macht eine kleine Anhebung auf 1.110 Euro Sinn.

Goldpreis - weiter Widerstand bei 1.220 US-Dollar
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
Weitere Beiträge:
MEISTDISKUTIERTE ARTIKEL
MEISTGELESENE ARTIKEL
Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen

Copyright © 2009-2017 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany