Stand: 08.03.2018 von Egmond Haidt 5 Kommentare

Trotz der jüngsten Börsenturbulenzen ist der Goldpreis zuletzt kaum vom Fleck gekommen. Umso wichtiger ist eine neue Gesetzesvorlage des US-Politikers Rand Paul, der eine Überprüfung der Geldpolitik durch den Kongress anstrebt. Die Vorlage dürfte allerdings wie alle vorherigen Versuche scheitern, denn die Fed ist viel zu mächtig – zum Nachteil der großen Mehrheit der Amerikaner.

Donald Trump heizt den weltweiten Handelskrieg an und der US-Präsident scheint dabei jegliches Augenmaß verloren zu haben. Zuletzt hat er China aufgefordert zügig Vorschläge zu unterbreiten, wie der Handelsbilanzüberschuss Chinas gegenüber den USA um eeine Mrd. Dollar abgebaut werden könne. Eine Mrd. Dollar?

Das wären nur „Peanuts“. In den Tagen vor Trumps Tweet war vielmehr die Zahl von einer Billion Dollar kursiert. Offensichtlich hatte sich Trump verschrieben.

Zur Erinnerung:

2017 hatte die USA ein Rekordaußenhandelsdefizit von 375,2 Mrd. Dollar gegenüber China. Trump will also nicht nur, dass dieses Defizit auf null heruntergefahren wird, sondern dass es anschließend zu einem US-Außenhandelsüberschuss von mehr als 600 Mrd. Dollar gegenüber China kommt. Eine irrwitzige Vorstellung!

China dürfte energische zurückschlagen

Wie soll so etwas von statten gehen? Die chinesische Regierung wird kaum zu ihren Unternehmen hingehen und ihnen sagen, sie sollen weniger Produkte in die USA liefern, und stattdessen vielmehr Güter in den USA einkaufen.

Eine derartige Politik hätte den Verlust von hunderttausenden oder gar Millionen Jobs in China zur Folge. Das kann Ministerpräsident Xi Jinping keineswegs zulassen. Vielmehr dürfte er harte Gegenmaßnahmen einleiten, sprich Strafzölle auf US-Produkte.

In dem Umfeld trüben sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft deutlich ein – und damit für den Aktienmarkt in den USA und im Rest der Welt. In dem Szenario könnte Gold als sicherer Hafen gefragt sein.

Fed finanziert die US-Schulden mit der Notenpresse

Umso bemerkenswerter ist, dass der US-Senator Rand Paul einen neuen Versuch für ein „Audit the Fed“-Gesetz gestartet hat.

Dabei geht es darum, die Federal Reserve (Fed) unter parlamentarische Kontrolle zu stellen und dabei zu überprüfen auf welcher Basis die Fed ihre Entscheidungen trifft und für wen sie von Vorteil sind. Letztlich geht es Paul darum, die gängige Praxis die Geldmenge durch Kreditvergabe immer weiter auszuweiten, zu beenden.

„Wir werden keinen nachhaltigen Wohlstand erreichen, wenn wir nicht jene zur Verantwortung ziehen, die den überbordenden Staat und unsere astronomische Verschuldung ermöglichen“, schrieb Paul.

„Der größte Lobbyist gegen „Audit the Fed“ ist die Fed selbst“, sagte Paul.

„Einige Politiker wissen, dass die Fed diese enormen Schulden finanziert. Die Politiker lieben einen überbordenden Staat und dafür wird eine große Staatsverschuldung benötigt und das muss die Fed finanzieren. Deswegen wollen sich die Politiker nicht mit der Fed anlegen, weil sie im Stande ist diese enormen Schulden zu finanzieren“, so Paul.

US-Schulden explodieren

Laut den Berechnungen des Weißen Hauses soll sich die Neuverschuldung im Fiskaljahr 2017/18, das im September endet, auf 1,3 Billionen Dollar verdoppeln.

Staatsverschuldung USA

Dass sind horrende sechs Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Dabei eilen die Schulden ohnehin von einem Rekordwert zum nächsten und lagen zuletzt bei 20,9 Billionen Dollar – das sind horrende 106 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Bei einem derart massiven Schuldenberg müssten die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen bei zehn Prozent und mehr liegen. Stattdessen liegen sie bei knapp drei Prozent, allerdings nur, weil Investoren darauf setzen, dass der neue Fed-Chef Jay Powell und seine Kollegen in der nächsten Krise die Geldpressen wieder anwerfen und viel schneller laufen lassen werden als in den vergangenen Jahren.

Nur so kann das Schuldenhaus aufrechterhalten werden. Das hat allerdings einen sehr hohen Preis, weil die Blase am Aktien- und Immobilienmarkt immer gigantischer Ausmaße erreicht hat. Paul hat zuletzt einmal mehr gesagt, dass es eine gigantische Blase am US-Aktienmarkt gäbe und sie nur auf das billige Geld der Fed zurückzuführen sei. Schlussendlich würden sich die Nachteile dieser Politik aber offen zeigen. Die Fed hat also Trump klar in der Hand, weshalb Paul einmal mehr mit seinem Versuch scheitern dürfte.

Zuletzt hat Powell allerdings signalisiert, dass die Fed im Jahr 2018 die Zinsen statt drei Mal möglicherweise sogar vier Mal anheben könnte. Mit der anhaltenden Verschärfung der Geldpolitik belastet die Fed die hochverschuldete Wirtschaft sehr, wie gerade die schlechten Daten vom Häusermarkt unmissverständlich gezeigt haben.

Da gleichzeitig Trump den Handelskrieg weiter anheizt, könnten die Börsenturbulenzen viel schneller zurückkehren, als vielen Anleger lieb ist. Dann wird sich zeigen, ob Investoren in den sicheren Hafen Gold flüchten.   

Gold – Die Fed hat Trump in der Hand
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [5]
  • von A. Hinrichs | 16.05.2018, 08:02 Antworten

    Die Krise am Aktien- und/oder Anleihemarkt wird schon seit Jahren an die Wand gemalt und propagiert. Tatsächlich laufen die Aktienkurse und Schuldenstände nahezu exponentiell nach oben - ohne das ein Einbruch geschweige denn ein Absturz stattfindet. Es scheint wie eine Wette auf die Zukunft in der Hoffnung, daß die Wirtschaft ebenfalls exponentiell wächst und die Schulden der Vergangenheit schultern kann. Der Markt als Korrektiv scheint wie ausgehebelt. Theoretisch müsste die Marktreaktion irgendwann um so heftiger ausfallen. Praktsisch sieht man hiervon - bis dato - nichts.

  • von SK | 15.03.2018, 19:47 Antworten

    Papiergeld wird man bald wieder als billiges Heizmaterial einsetzen können. Ich räume meine Konten leer und investiere in Gold und Silber.

    • von Justus Jonas | 07.05.2018, 18:58 Antworten

      Den Mist höre ich seit Jahren, da habe ich an der Börse schon ein
      kleines Vermõgen angehäuft.

  • von Laie | 14.03.2018, 11:30 Antworten

    Ja bei der Bankausbildung und dem BWL-Studium ist das wohl alles gleich, was machen schon drei Nullen? Dann kommt so was raus, Ich würde im Boden versinken.

  • von Nordlicht26655 | 13.03.2018, 14:43 Antworten

    "One Billion Dollar" heißt richtig übersetzt eine Milliarde Dollar. Warum die Aufregung?
    Er hatte wohl 100 Billion Dollars schreiben wollen...

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