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Stand: 08.09.2026 von Jörg Bernhard
Seit den Tiefstständen im Juni und Juli hat sich der Goldpreis deutlich erholt. Die Aufwärtsbewegung wird durch eine auffällige Entwicklung auf der Nachfrageseite unterstützt: Gleich drei wichtige Gruppen von Marktakteuren haben zuletzt verstärkt Gold gekauft beziehungsweise auf steigende Preise gesetzt.
Gold: Diese drei Käufergruppen treiben jetzt die Nachfrage

Zentralbanken bauen ihre Goldreserven weiter aus

Zentralbanken bleiben eine wichtige Stütze des Goldmarktes. Nach aktuellen Daten des World Gold Council (WGC) halten die Notenbanken weltweit offiziell 36.829 Tonnen Gold. Besonders auffällig bleibt China. Die chinesische Zentralbank stockte ihre Reserven im Juli um 19,9 Tonnen auf 2.366,3 Tonnen auf.

Damit liegt China inzwischen auf Platz fünf der größten staatlichen Goldhalter und rund 90 Tonnen vor Russland.

Auch Polen setzt seine seit Jahren verfolgte Strategie steigender Goldreserven fort. Nach einem Zukauf von 18,6 Tonnen im Juni kamen zuletzt weitere 7,8 Tonnen hinzu. Mit insgesamt 640,2 Tonnen liegt Polen inzwischen auf Rang zehn der weltweiten Rangliste. Tschechien verfolgt ebenfalls einen kontinuierlichen Aufbau seiner Reserven. Zuletzt kaufte die dortige Zentralbank weitere 1,7 Tonnen. Innerhalb von zwölf Monaten erhöhte sich der Bestand dadurch um 20,5 Tonnen auf aktuell 84,1 Tonnen. Kleinere Juli-Zukäufe meldeten zudem Bolivien, Kasachstan und Malaysia.

Allerdings kaufen keineswegs alle Zentralbanken. Russland reduzierte seine Reserven im Juli um 6,2 Tonnen auf 2.276,8 Tonnen. In diesem Jahr beläuft sich der Rückgang auf fast 50 Tonnen. Auch die offiziellen staatlichen Goldreserven der Türkei gingen um 1,4 Tonnen zurück. Die gesamten bei der türkischen Zentralbank gehaltenen Goldbestände stiegen dagegen um rund 42 Tonnen, weil darin auch von Geschäftsbanken hinterlegtes Gold enthalten ist. Dieser Anstieg darf daher nicht mit Käufen der türkischen Notenbank gleichgesetzt werden.

Gold-ETFs verzeichnen wieder massive Zuflüsse

Ein zweites positives Signal kommt von den börsengehandelten Goldprodukten. Nach einem wechselhaften ersten Halbjahr hat sich der Trend deutlich gedreht. Weltweit steigen die Goldbestände der ETFs inzwischen seit sieben Wochen. Besonders dynamisch entwickelte sich der August: In der ersten Woche flossen netto 22,5 Tonnen zu, in der zweiten 23,6 Tonnen und in der dritten sogar 46,7 Tonnen. Allein in diesen drei Wochen summierten sich die Zuflüsse damit auf 92,8 Tonnen.

Weltweite Entwicklung des ETF-Sektors (wöchentliche Zu- bzw. Abflüsse)

Weltweite Entwicklung des ETF-Sektors (wöchentliche Zu- bzw. Abflüsse)Quelle: World Gold Council www.gold.org

Der Vergleich mit den Vormonaten verdeutlicht den Stimmungsumschwung. Im Juli hatten Gold-ETFs weltweit 23,5 Tonnen hinzugewonnen, nachdem im Juni noch massive Abflüsse von 76,8 Tonnen und im Mai von 15,8 Tonnen registriert worden waren. Auch die Monate zuvor waren von starken Schwankungen geprägt: Auf Zuflüsse von 120,5 Tonnen im Januar und 26,2 Tonnen im Februar folgten im März Abflüsse von 84,3 Tonnen. Im April kamen 45,2 Tonnen hinzu.

Von Januar bis Juli blieb somit unter dem Strich lediglich ein Plus von 38,6 Tonnen. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2025 waren den Gold-ETFs netto 803,3 Tonnen zugeflossen. Die jüngste Serie deutet somit auf ein wieder deutlich gestiegenes Interesse von Finanzinvestoren hin.

Terminspekulanten setzen auf steigenden Goldpreis

Auch am US-Terminmarkt hat sich die Stimmung tendenziell aufgehellt. So bauten große Terminspekulanten (Non-Commercials) ihre Netto-Long-Positionen innerhalb von fünf Wochen von 182.000 auf 228.000 Kontrakte aus (+25,3 Prozent), während bei kleinen Terminspekulanten im selben Zeitraum ein Zuwachs von 30.200 auf 36.600 Futures (+21,2 Prozent) verzeichnet wurde. „Netto-Long” bedeutet, dass die Wetten auf steigende Goldpreise die Positionen, die von fallenden Notierungen profitieren würden, überwiegen.

Zusätzlich hat die Aktivität am Terminmarkt insgesamt deutlich zugenommen. Der sogenannte Open Interest (Anzahl offener Futures-Kontrakte) stieg seit Anfang Juni von rund 326.000 auf 415.000 Kontrakte (+27,3 Prozent).

Für Goldanleger ergibt sich damit ein interessantes Gesamtbild:

Zentralbanken sorgen weiterhin für physische Nachfrage, ETF-Investoren kehren verstärkt zurück und am Terminmarkt nimmt der Optimismus zu. Dass diese drei sehr unterschiedlichen Anlegergruppen derzeit gleichzeitig verstärkt als Käufer beziehungsweise auf der Long-Seite auftreten, liefert dem Goldpreis zusätzliche Unterstützung. Eine Garantie für eine Fortsetzung der Erholung ist dies allerdings nicht – insbesondere spekulative Positionierungen können sich bei veränderten Markterwartungen schnell wieder umkehren.

Ausblick für die laufende Woche

Zinssorgen haben sich in der vergangenen Woche deutlich verstärkt. Am Donnerstag richtet sich der Blick der Finanzmärkte unter anderem auf die EZB. Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Inflation im Euroraum rechnen Marktteilnehmer mehrheitlich mit einer Anhebung der Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent.

Besonders aufmerksam dürften Anleger die Aussagen zum weiteren geldpolitischen Kurs verfolgen, da mittlerweile auch über zusätzliche Zinsschritte im weiteren Jahresverlauf spekuliert wird.

Außerdem dürften sich die Marktakteure für aktuelle Inflationsdaten aus den USA stark interessieren. Am Donnerstag stehen die Produzentenpreise zur Bekanntgabe an, am Freitag folgen dann noch die Daten zu den Konsumentenpreisen. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Kerninflation von 2,5 auf 2,4 Prozent p.a. reduziert haben und die jährliche Teuerungsrate bei 3,4 Prozent verharren.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Auf lange Sicht deutet trotz gestiegener Zinssorgen nichts darauf hin, dass Gold an Attraktivität einbüßen wird, wenngleich temporäre Verkäufe durchaus auf die Marktstimmung belasten können.

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Stand: 08.09.2026
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von Peter | 09.09.2026, 01:16 Uhr Antworten

Danke für den interessanten Beitrag. Und es geht noch mehr im Kauf. Direkt für den Stablecoin Tether Gold (XAUT):Tether hält derzeit rund 707.747 Feinunzen physisches Gold in seinen Tresoren. Das entspricht etwa 22 Tonnen reinem Gold, das die umlaufenden XAUT-Token zu 100 % absichert. Als strategische Reserve für den US-Dollar-Stablecoin (USDT):Neben der direkten Absicherung des Gold-Tokens kauft Tether gigantische Mengen Gold als Sicherheitsreserve für seinen normalen Dollar-Stablecoin USDT. Insgesamt (inklusive der USDT-Reserven) hortet Tether mittlerweile über 146 Tonnen Gold. Damit besitzt das Krypto-Unternehmen mehr physisches Gold als viele Zentralbanken auf der Welt.

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