Stand: 09.07.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Das erste Halbjahr verlief für den Goldpreis zwar relativ erfreulich, bei der US Mint hält sich das Interesse an American-Eagles-Goldmünzen aber weiterhin in Grenzen, während sich der Absatz der Silver-Eagles erheblich besser entwickelt hat.

Interesse an US-Silbermünzen stark gestiegen

Diese Entwicklung stellte für die Marktbeobachter durchaus eine Überraschung dar, schließlich entwickelte sich der Goldpreis im ersten Halbjahr mit einem Plus von 10,2 Prozent deutlich besser als Silber (-1,1 Prozent).

Völlig gegensätzlich entwickelte sich im selben Zeitraum jedoch der Absatz neu geprägter American-Eagles-Münzen in Gold und Silber. Während bei der goldenen Variante in den ersten sechs Monaten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert ein Rückgang der Auslieferungen von 120.500 auf 109.000 Feinunzen (-9,5 Prozent) registriert worden war, gab es bei den Silver-Eagles ein deutliches Absatzplus von 6,8 Millionen auf 10,0 Millionen Feinunzen (+46,9 Prozent) zu verzeichnen (siehe Tabelle). 

Verkäufe von American-Eagles-Münzen in Gold und Silber

Monat Gold Silber
Jan 2018 58.500 3.235.000
Feb 2018 5.500 942.500
Mrz 2018 3.500 915.000
Apr 2018 4.500 915.000
Mai 2018 24.000 380.000
Jun 2018 24.500 435.000
Jul 2018 35.000 885.000
Aug 2018 21.500 1.530.000
Sep 2018 20.500 2.897.500
Okt 2018 24.500 1.430.000
Nov 2018 20.500 1.645.000
Dez 2018 3.000 490.000
Jan 2019 65.500 4.017.500
Feb 2019 13.000 2.057.500
Mrz 2019 11.500 850.000
Apr 2019 10.000 1.196.000
Mai 2019 4.000 866.000
Jun 2019 5.000 1.035.000
Quelle: US Mint

Auch bei der australischen Perth Mint gab es im ersten Halbjahr einen rückläufigen Goldmünzenabsatz zu vermelden. Die Australier sind unter Goldfans vor allem durch die Exemplare

  • Känguru
  • Koala 
  • Kookaburra

bekannt geworden. Doch auch down under geriet der Absatz von Goldmünzen ins Stocken.

Bei Gold stellte sich für das erste Halbjahr ein Minus von fünf Prozent auf 133.700 Feinunzen ein, während bei Silber mit 4,2 Millionen Feinunzen Stagnation angesagt war.

Xetra-Gold mit Rekordzahlen

Die starke Performance des Goldpreises dürfte vor allem auf die Kauflaune von Terminspekulanten und ETF-Investoren zurückzuführen gewesen sein. So gab es zum Beispiel beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares von Januar bis Juni einen Anstieg der gehaltenen Goldmenge von 787,67 auf 798,44 Tonnen (plus 10,77 Tonnen), während Xetra-Gold – Europas umsatzstärkste Papiergold-Produkt – einen Zuwachs von 181,5 auf 194,3 Tonnen (plus 12,8 Tonnen) verzeichnet hat.

Seit der Emission vor über elf Jahren stellt dies einen neuen Rekord dar. 

Zur Erinnerung: Xetra-Gold ist so konstruiert, dass sein Inhaber pro Wertpapier die Auslieferung von einem Gramm Gold verlangen kann.

Dieses Recht wurde seit Handelsaufnahme mehr als 1.000 Mal wahrgenommen. Insgesamt belief sich die insgesamt ausgelieferte Menge auf etwas mehr als fünf Tonnen. Auf Rekordniveau bewegt sich auch der Marktwert der hinterlegten Goldmenge. Ende Juni repräsentierte Xetra-Gold nämlich ein Goldvermögen von mehr als 7,7 Milliarden Euro.

Apropos Rekorde: Vom im September 2012 markierten Rekordhoch von 44,36 Euro ist Xetra-Gold derzeit mehr als zehn Prozent entfernt. Über kurz oder lang dürfte aber auch dieser Rekord gebrochen werden.

Auf Dollarbasis ging der Goldpreis aus charttechnischer Sicht vor dem Wochenende in eine technische Korrekturphase über. Außerdem hat der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit dem Unterschreiten der Marke von 70 Prozent in der vergangenen Woche ein klares Verkaufssignal generiert und befindet sich nun im Kampf mit der Marke von 1.400 Dollar.

Für einen langfristigen Trendwechsel nach oben sprechen derzeit aber weiterhin zwei Umstände.

  • Erstens: das Drehen der langfristigen 200-Tage-Linie nach oben.
  • Und zweitens: der Ausbruch aus dem mehrjährigen Seitwärtstrendkanal.

Ausblick für die laufende Woche

Nach den besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche stehen auch in den nächsten Tagen einige wichtige Konjunkturtermine auf der Agenda, die sich unter anderem auf die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beziehen.

Am Mittwoch gibt es beispielsweise aktuelle Inflationsdaten für den Monat Juni. Wie sich im Reich der Mitte die Autoverkäufe im Juni entwickelt haben, erfahren die Investoren dann am Donnerstag. 

Vor einem Monat gab es hier übrigens ein dickes Minus von über 16 Prozent p.a. zu beklagen. Richtig spannend dürfte es dann aber am Freitag werden, wenn die aktuellen Zahlen zur Handelsbilanz der zweitgrößten Wirtschaft der Welt kommuniziert werden.

Bei den Exporten wird laut Analystenprognosen (Quelle: Trading Economics) ein Minus von durchschnittlich zwei Prozent p.a. erwartet, während es bei den Importen einen Rückgang um drei Prozent p.a. gegeben haben soll.

Grundsätzlich deuten die Zeichen derzeit auf Wirtschaftsschwäche, sinkende Zinsen und einen schwachen Dollar hin. All dies gilt in der Kapitalmarktlehre als Kaufargument für Gold.

Gold-Eagle mau, Silber-Eagle wow
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"