Gold: 1.545,34 € -0,74 %
Silber: 20,74 € -2,00 %
Stand: 22.04.2021 von Florian Grummes
Seit dem Doppeltief am 8.März bei 1.676 US-Dollar und am 31.März bei 1.678 US-Dollar können sich die Goldpreise in den letzten drei Wochen deutlich erholen. Mit Höchstpreisen um 1.797 US-Dollar wurde bereits ein Zwei-Monats-Hoch erreicht und knapp 43% der seit dem 6.Januar entstandenen Verluste wieder aufgeholt.
Gold – Erstes Erholungsziel erreicht

Damit hat der Goldpreis Ende März höchstwahrscheinlich das Ende seiner am 7.August 2020 begonnenen Korrektur gesehen. Diese Korrektur hatte den gesamten Edelmetall-Sektor acht Monate lang belastet.

Die Minenaktien sind zuletzt gegen den Goldpreis ausgebrochen und bestätigen damit die Trendwende. Ebenso hat sich Silber insgesamt sehr gut gehalten und konnte den Goldpreis über weite Strecken der Korrektur sogar outperformen.

Goldpreis in US-Dollar – Bullenmarkt trotz achtmonatiger Korrektur intakt

Wochenchart Goldpreis in US-Dollar – Bullenmarkt trotz achtmonatiger Korrektur intakt

Im ganz großen Bild ist der Goldpreis im Mai 2019 aus einer mehrjährigen Boden-Bildungsphase nach oben ausgebrochen. Die über mehrere Jahre aufgestaute Energie entlud sich in einer spektakulären Rally, welche im August 2020 mit 2.075 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreichte.

Seitdem wurde dieser Anstieg in einer Bullenflagge über acht Monat hinweg mit einem Rückgang von gut 400 US-Dollar korrigiert. Das finale Tief dieser Korrekturbewegung wurde vermutlich am 8.März bei 1.676 US-Dollar gesehen.

Drei Wochen später kam es am 31.März nochmals zu einem Test dieses Tiefpunktes.

Auf dem Wochenchart ist bereits jetzt zu erkennen, dass die Goldbullen seit Anfang April direkt zum Gegenangriff übergegangen sind. Eine längere Bodenbildung ist bislang also nicht zu beobachten. Vielmehr scheint diese im März mit den zwei Doppel-Tiefpunkten möglicherweise bereits abgeschlossen worden zu sein.

Nun befindet sich der Goldmarkt in einer Erholungsphase, die über kurz oder lang die Fortsetzung des Bullenmarktes bringen sollte.

In der Summe ist der übergeordnete Aufwärtstrend ungefährdet intakt. Gleichzeitig ist aber auch der seit August etablierte Abwärtstrend immer noch aktiv. Kann sich der Bullenmarkt wieder durchsetzen, sollte der Goldpreis den roten Abwärtstrendkanal in den kommenden Monaten bzw. ein bis zwei Quartalen nach oben hin verlassen können.

Diese Aufgabe wird allerdings Zeit und Kraft in Anspruch nehmen, womit letztlich mal wieder die Geduld der Anleger getestet werden wird.

Tageschart Gold in US-Dollar – Starke Erholungsbewegung im Gange

Tageschart Gold in US-Dollar – Starke Erholungsbewegung im Gange

Auf dem Tageschart konnte der Goldpreis seit dem Tief bei 1.676 US-Dollar bereits relativ zügig klar über die mittlere Trendlinie des intakten achtmonatigen Abwärtstrendkanals ansteigen und sich um 120 US-Dollar erholen. Das erste Erholungsziel im Bereich 1.765 US-Dollar bis 1.785 US-Dollar wurde damit in wenigen Wochen abgearbeitet.

Trotz der kurzfristig überkauften Lage machen die Bullen bislang aber keine Anstalten, das Heft aus der Hand geben zu wollen. Damit sind aktuell zwei Szenarien denkbar.

Zum einen würde die überkaufte Stochastik schon in Kürze ein Durchatmen erzwingen. In diesem Fall wäre ein gesunder Rücklauf zurück an die nächste Unterstützungszone im Bereich 1.740 bis 1.755 US-Dollar denkbar. Hier würde sich vermutlich schon wieder eine Kaufgelegenheit ergeben.

Alternativ bleiben die Bullen am Drücker und können die überkaufte Stochastik festzurren und eine Verschärfung des Aufwärtstrends erzwingen. Dann sind schon in den kommenden Wochen Kurse um 1.850 US-Dollar denkbar.

Hier verläuft die wichtige 200-Tagelinie (1.855 US-Dollar), welche im Zuge der Erholung nun als Magnet wirken dürfte.

Zusammengefasst macht der Tageschart einen sehr konstruktiven Eindruck. Über kurz oder lang dürfte die begonnene Erholungsrally auch das zweite Erholungsziel um 1.850 US-Dollar erreichen.

Gold jetzt eine Halteposition

Der am 5.März erreichte Tiefpunkt bei 1.411 Euro wurde am 30.März mit 1.430 Euro nur ganz grob und ansatzweise getestet. Während in US-Dollar gerechnet hier ein Doppeltief zustande kam, markierte der Goldpreis in Euro ein klar höheres Tief.

Seitdem haben sich die Notierungen klar erholen können und bereits fast die psychologische Marke von 1.500 Euro erreicht.

Unsere genannten Kauflimits bei 1.440 Euro und 1.470 Euro ermöglichten also in den letzten Wochen erneut den kostengünstigen Einstieg bzw. Zukauf beim physischen Gold. Ab jetzt ist Gold wieder eine Halteposition. Unterhalb von 1.450 Euro würde sich nochmals ein akzeptables Chance/Risiko-Verhältnis ergeben.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"