Stand: 20.11.2018 von Jörg Bernhard 3 Kommentare

Die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) informiert die Öffentlichkeit alle drei Monate über die aktuellen Beteiligungsverhältnisse des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares.

Mega-Goldkauf von über einer Milliarde Dollar

Das Update zeigt regelmäßig auf, ob die größten Anteilseigner des Gold-ETFs zugekauft oder verkauft haben (siehe Tabelle).

Die 15 größten Einzelinvestoren des Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs. Veränderung proz. Veränderungin Mio. USD
GRAHAM CAPITAL MGT., L.P. 10.000.000,0 10.000.000,00 New 1.146,400
FIL LTD 9.176.528,0 282.110,00 3,17 1.051,997
FIRST EAGLE INVESTMENT MGT., LLC 6.888.992,0 993.798,00 16,86 789,754
BANK OF AMERICA CORP /DE/ 5.838.466,0 -921.503,00 -13,63 669,322
MORGAN STANLEY 5.049.473,0 297.192,00 6,25 578,872
PAULSON & CO. INC. 4.320.022,0 0,00 0,00 495,247
BRIDGEWATER ASSOCIATES, LP 3.908.999,0 0,00 0,00 448,128
CI INVESTMENTS INC. 2.853.379,0 45.531,00 1,62 327,111
UBS GROUP AG 2.649.398,0 -2.686.752,00 -50,35 303,727
COMMERZBANK AKTIENGESELLSCHAFT /FI 2.007.199,0 -209.104,00 -9,44 230,105
JANE STREET GROUP, LLC 1.957.631,0 1.783.730,00 1.025,00 224,423
WELLS FARGO & COMPANY/MN 1.626.526,0 -152.670,00 -8,58 186,465
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLDINGS, INC. 1.440.877,0 342.148,00 31,14 165,182
ORBIS ALLAN GRAY LTD 1.394.774,0 176.916,00 14,53 159,897
ASSET MGT. ONE CO., LTD. 1.172.763,0 -39.566,00 -3,26 134,446
Stand: 30.09.2018

Das Wichtigste vorweg: Da die Daten Ende September erhoben wurden, sind darin die Oktober-Kursturbulenzen der internationalen Aktienmärkte noch gar nicht enthalten. Dies dürfte auch der Grund sein, warum sich der Anteil der Institutionellen Investoren zwischen Ende Juni und Ende Dezember von 41,2 auf 39,7 Prozent reduziert hat.

Dennoch gab es so manche Überraschung zu vermelden. So rutschte zum Beispiel der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, der Ende Juni noch als größter Anteilseigner galt, durch den Verkauf von 9,3 Millionen Anteilen aus den Top 15.

Überraschung Nummer 2: Mit dem Kauf von zehn Millionen ETFs landete die bislang nicht investierte Graham Capital Management aus dem „Nichts“ auf der Pole-Position. Dieser Fonds verwaltet nach eigenen Angaben derzeit 30 Milliarden Dollar, wovon nunmehr mehr als eine Milliarde Dollar im SPDR Gold Shares investiert ist.

Unter den 15 größten Einzelinvestoren überwogen die positiven Vorzeichen. Doch zwei Finanzinstitutionen haben ihre Bestände um mehr als zehn Prozent reduziert. Dabei handelte es sich um die UBS Group und die Bank of America. Während die Schweizer ihr bisheriges Exposure um mehr als die Hälfte auf 2,65 Millionen Anteilsscheine reduziert haben, gab es bei der US-Bank lediglich eine Reduktion der Bestände um 13,6 Prozent auf  5,84 Millionen Papiere zu vermelden.

Kauflaune trotz Talfahrt bei Gold

Nach dem bereits erwähnten „Kaufrausch“ von Graham Capital Management konnte man den zweitstärksten Goldappetit der relativ unbekannten Finanzgesellschaft Jane Street Group attestieren. In den Monaten Juli bis September gab es hier massive Käufe im Volumen von über 1,78 Millionen Gold-ETFs zu beobachten, was die bisherigen Bestände auf 1,96 Millionen mehr als verzehnfacht hat.

Damit landete man auf Rang 11 der größten Anteilseigner. Massive Kauflaune verspürten aber auch die Fondsmanager First Eagle Investment Management. Sie haben ihre Exposure nämlich um fast 994.000 auf 6,89 Millionen Anteile erhöht, was auf Quartalssicht einem Zuwachs um 16,9 Prozent entsprach. Dadurch rutschte man um einen auf Rang 3 nach oben.

Angesichts der Tatsache, dass sich der Goldpreis im dritten Quartal von 1.253 auf 1.188 Dollar (-5,2 Prozent) reduziert hat, haben einige Großinvestoren Mut und ein „gutes Näschen“ bewiesen. Andere haben offensichtlich das Vertrauen in die Schutzwirkung von Gold verloren. Selbst für den Fall, dass eine massive Verkaufswelle dem gelben Edelmetall ein neues Jahrestief bescheren sollte, sollten Privatanleger dies aufgrund der unzähligen Risiken eher als Kauf- und weniger als Verkaufsargument interpretieren.

Ausblick für die laufende Woche

In dieser Woche findet der „Black Friday“ statt. Das Wichtigste vorweg: Dabei handelt es sich nicht um einen Kurssturz an den Finanzmärkten, sondern um einen organisierten Preissturz in der Welt des Shoppings.

In Deutschland findet das Event vor allem im Internet statt. Gold zum Schnäppchenpreis sollten Anleger dabei aber nicht erwarten, schließlich erweisen sich diese meist als Betrugsversuch. Aber auch ohne Preissenkungen der Edelmetallhändler kann man dem Goldpreis derzeit ein attraktives Preisniveau attestieren, schließlich hat er seit dem Jahreswechsel acht Prozent an Wert verloren.

Eine Kennzahl bringt den Vorteil von Gold gegenüber anderen Anlageklassen gegenwärtig besonders gut zum Ausdruck: die Volatilität.  So zeigt der CBOE-Gold-Volatilitätsindex mit 12,1 Prozent gegenüber den Pendants auf den S&P-500-Index (18,1 Prozent) oder Rohöl (40,6 Prozent) vor allem eines auf: Wer Gold kauft, schont die eigenen Nerven.

Den einzigen „Nervenkitzel“ den Goldbesitzer in den kommenden Wochen aushalten müssen, ist von charttechnischer Natur.

Grund: Ein Verletzen der im Bereich von 1.200 Dollar bzw. 1.175 Dollar angesiedelten Unterstützungszonen könnte chartinduzierten Verkaufsdruck aufkommen lassen und dadurch möglicherweise  „Schnäppchenpreise“ auslösen.

Gold-ETF: Massive Verwerfungen bei SPDR Gold Shares
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [3]
  • von Johannes | 20.11.2018, 11:08 Antworten

    Diese Liste, die Regelmäßig hier bei Gold.de erscheint, ist jedesmal fehlerhaft. Die ganz rechte Spalte muss mit "in Tausend USD" überschrieben sein. Wäre es "in Mio. USD" dann wäre die Commerzbank mit 230.105.000.000 USD (230 Milliarden).

    • von Lupe | 20.11.2018, 18:50 Antworten

      Wenn dass Komma darunter durch einen Punkt ersetzt wäre, dann würde Deine Aussage zutreffend sein !!!
      So scheint DASS aber zu passen.

      • von Johannes | 21.11.2018, 10:23 Antworten

        Ja, JETZT passt es! Danke für die Korrektur an GOLD.de.

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