Stand: 25.05.2021 von Jörg Bernhard
In der vergangenen Woche veröffentlichte die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) die größten Einzelinvestoren des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares (Stand: 31. März 2021).
Gold-ETF SPDR Gold Shares: US-Banken größte Einzelinvestoren

Systemrelevante US-Banken unter den Top-4

Auf der Internetseite whalewisdom.com sind die SEC-Daten über die aktuellen Beteiligungsverhältnisse des SPDR Gold Shares (Kürzel „GLD“) gut aufbereitet und mit diversen Filterfunktionen ausgestattet.

Besonders interessant: Ende März fanden sich auf den vorderen vier Plätzen der größten Anteilseigner die vier systemrelevanten US-Banken:

  • JPMorgan Chase
  • Bank of America
  • Morgan Stanley
  • Goldman Sachs.

Insgesamt verfügten sie über mehr als 56 Millionen Anteile im Wert von über neun Milliarden Dollar (siehe Tabelle).

Die 10 größten Einzelinvestoren des weltgrößten Gold-ETF-SPDR Gold Shares

Name Anteile in Mio. USD abs. Veränderung Portfoliogewicht
JPMORGAN CHASE & COMPANY 19.837.900 3.173,2 9.334.700 0,42
BANK OF AMERICA CORP 14.759.779 2.361,0 -716.815 0,27
MORGAN STANLEY 11.149.448 1.783,4 -3.763.477 0,26
GOLDMAN SACHS GROUP INC 10.770.100 1.722,8 -4.202.000 0,43
SUSQUEHANNA INTERNATIONAL GROUP, LLP 8.817.700 1.410,5 -4.427.300 0,22
UBS GROUP AG 7.250.000 1.159,7 -3.358.500 0,38
CITADEL ADVISORS LLC 7.087.600 1.133,7 -7.510.800 0,28
UBS GROUP AG 6.139.831 982,1 -616.491 0,33
WELLS FARGO & COMPANY 5.242.139 838,5 -1.122.710 0,19
UBS GROUP AG 4.149.200 663,7 913.100 0,22
Quelle: Whalewisdom.com, Stand: 31.03.2021

Eine starke Affinität zu dem Gold-ETF kann man aber auch der Schweizer Großbank UBS attestieren. Die kumulierten Bestände der AG und der Konzerngruppe belaufen sich auf 11,4 Millionen und repräsentieren damit einen Marktwert von mehr als 2,1 Milliarden Dollar.

Grundsätzlich kann man institutionellen Investoren für die ersten drei Monate des Jahres einen nachlassenden Goldappetit attestieren, schließlich reduzierte sich ihre Beteiligungsquote am SPDR Gold Shares von 40,8 Prozent (Q4 2020) auf nunmehr 36,7 Prozent. Tendenziell negativ haben sich auch die neuen Positionen (von 249 auf 99), die aufgestockten Positionen (von 604 auf 549), die reduzierten (von 520 auf 588) und die geschlossenen Positionen (von 195 auf 163) entwickelt.

Entgegen der allgemeinen Marktstimmung entwickelte JPMorgan Chase im Berichtszeitraum dennoch einen ausgeprägten Goldhunger, schließlich haben sich deren ETF-Bestände innerhalb von drei Monaten um 9,33 Millionen auf 19,8 Millionen Anteile (+88,8 Prozent) stark erhöht.

Die Gewichtung innerhalb des Gesamtportfolio erfuhr dadurch einen signifikanten Anstieg von 0,28 auf 0,42 Prozent. Bei den drei anderen oben erwähnten US-Banken schlugen hingegen Verkäufe zwischen 717.000 (Bank of America) und 4,2 Millionen ETFs (Goldman Sachs) zu Buche.

Insgesamt summierten sich diese auf fast 8,7 Millionen Anteile.

Übrigens: In deren Portfolios liegen die Gewichtungen des weltgrößten Gold-ETFs zwischen 0,26 Prozent (Morgan Stanley) und 0,43 Prozent (Goldman Sachs).

Interpretation der SEC-Daten zum SPDR Gold Shares

Selbst die ganz großen US-Finanzhäuser, deren Geldexpertise unbestritten sein dürfte, wollen auf die altbewährte Krisenwährung Gold offensichtlich nicht verzichten. In den Depots der Privatinvestoren sollte Gold ebenfalls auf keinen Fall fehlen.

Als Portfoliostabilisator und Ankerwährung leistet es dank seiner negativen Korrelation zu Aktien, Zinsen und Dollar seit Jahrzehnten besonders wertvolle Dienste. So verteuerte sich dieser „Versicherungsschutz“ seit dem Jahr 2000 um über 500 Prozent und dürfte damit seinen Besitzern viel Freude bereitet und Nerven gespart haben. Da neben US-Investmentbanken auch diverse Notenbanken erhebliche Goldreserven besitzen und diese teilweise sogar aufstocken, kann man diesbezüglich folgendes Fazit ziehen:

Gegen den Besitz von Gold spricht im Grunde genommen nichts.

Ausblick für die laufende Woche

Die Börsenregel „Sell in May and go away“ hätte sich in diesem Jahr vor allem bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin gelohnt, schließlich verlor die digitale Währung mit dem höchsten Marktwert im Wonnemonat in der Spitze über 50 Prozent.

Im Vergleich dazu verbuchte Gold zeitweise eine Wertsteigerung um über sieben Prozent.

Damit dürfte eines völlig klar sein: Das Attribut „sicherer Hafen“ trifft eher auf das gelbe Edelmetall zu, was durch die Risikokennzahl Volatilität besonders gut zum Ausdruck kommt. Mit fast 84 Prozent übertrifft die historische 30-Tage-Volatilität des Bitcoin den Vergleichswert von Gold (9,3 Prozent) nämlich um das Neunfache.

Am Donnerstag stehen mit dem Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und den revidierten Zahlen zu Bruttoinlandsprodukt der USA wichtige Konjunkturindikatoren zur Bekanntgabe an. Sollten diese besser als erwartet ausfallen, könnte die ultralockere US-Geldpolitik hinterfragt werden und dadurch den Goldpreis belasten. Angesichts einer hohen Inflation und mit Blick auf die explodierenden Geldmengen und Schuldenberge dürfte das Abwärtspotenzial allerdings relativ überschaubar bleiben.

Autor: Jörg Bernhard
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"