Stand: 11.09.2019 von Florian Grummes 14 Kommentare

Auch wenn der Goldpreis aktuell im Vergleich zur Analyse vom 13.August über 10 US-Dollar tiefer steht, brachten die letzten vier Wochen zwischenzeitlich mit 1.557 US-Dollar erwartungsgemäß ein neues Sechs-Jahres-Hoch. Gleichzeitig liefen sich die Bullen dabei aber dreimal innerhalb weniger Tage an der Widerstandszone 1.550 bis 1.560 US-Dollar fest.

Im Anschluss kommt es daher seit fünf Handelstagen zu einem scharfen Kursrückgang bis auf 1.485 US-Dollar. Sollte die solide Unterstützung um 1.480 US-Dollar jedoch halten, kommt der in Kürze absehbaren Erholung eine entscheidende Bedeutung zu! Bringt die kurzfristig stark überverkaufte Lage nur eine überschaubare Gegenbewegung, dürfte die Korrektur in den kommenden Wochen bis mindestens 1.450 US-Dollar, maximal jedoch bis 1.350 US-Dollar weitergehen. 

Melden sich die Bullen aber mit Kursen klar oberhalb von 1.530 US-Dollar zurück, geht der Goldrausch wohl weiter. Dann sind bis Januar 2020 auch Goldpreise bis zu 1.800 US-Dollar denkbar!

Goldpreis in US-Dollar – Die Rally lebt noch!

Goldpreis in US-Dollar Tageschart – Die Rally lebt noch!

Auf dem Tageschart ist gut ersichtlich, dass der Goldpreis in US-Dollar nach drei starken Monaten zuletzt 5 Handelstage hintereinander gefallen ist. Diese scharfe Korrektur in der Größenordnung von gerade einmal 70 US-Dollar hat jedoch die überhitzte Lage komplett ins Gegenteil verkehrt.

Nun ist der Tageschart so überverkauft wie zuletzt Mitte April! Gleichzeitig setzt der Goldpreis aktuell an der horizontalen Unterstützungszone um 1.480 US-Dollar auf. Hier endete am 12.August das Blitz-Abenteuer der Bären im Zuge eines scharfen Intraday-Rücksetzers ausgehend von 1.535 US-Dollar punktgenau bei 1.480 US-Dollar.

Zudem hat der Goldpreis nun die seit Ende Mai entstandene Aufwärtstrend-Linie erreicht. Angesichts der stark überverkauften Lage auf dem Tageschart, stehen die Chance für eine mehr oder weniger unmittelbare Erholung also sehr gut!

Im nächsten Schritt kommt es nun darauf an, wie weit die Bullen diese Erholung vorantreiben können. Handelt es sich nur um einen sogenannten „Dead Cat Bounce“, dann sollten die Bären zwischen 1.510 US-Dollar und 1.530 US-Dollar bereits wieder die Kontrolle übernehmen.

Gelingt den Bullen hingegen eine mehr oder weniger impulsive Erholung über 1.530 US-Dollar hinaus, können wir mindestens von einem erneuten Test der Zone 1.550 – 1560 US-Dollar ausgehen. Darüber hinaus werden dann auch neue Jahreshochs im Bereich 1.585 US-Dollar oder höher sehr wahrscheinlich.

Obendrein erhält in diesem Fall mein neues ultrabullisches Goldrausch-Szenario Nahrung:

Cup & Handle Formation Goldpris Chart 2019

Das ultra bullische Goldrausch-Szenario deutet auf eine riesige Cup&Handle-Formation hin. Demnach wären in den kommenden Monaten weitere steile Kursanstiege zu erwarten und der Goldpreis könnte bis Anfang Januar bis ca. 1.800 US-Dollar ansteigen. Im Anschluss wäre dann eine zwei- bis dreijährige Korrekturphase in Richtung 1.500 und vermutlich 1.350 US-Dollar zu erwarten, die übrigens gut zu der erwarteten Banken-Pleitewelle (Deflation) von Dr. Markus Krall passen würde!

Natürlich widersprechen die heiß gelaufenen Sentiment-Daten als auch die extrem hohe kommerzielle Short-Position am Terminmarkt diesem ultra bullischen Szenario. In einem Bullenmarkt gelten aber anderen Maßstäbe und Regeln. Außerdem sollten wir uns in diesem Zusammenhang auch an das alte Sprichwort erinnern:

„There ain´t no rush like a gold rush“!

Insofern gilt es in den nächsten Tagen die absehbare Erholung genau zu beobachten.

Gold in Euro – Wird Gold erst in einem Jahr wieder “so billig”?

Gold in Euro – Wird das Gold erst in einem Jahr wieder “so billig”?

In Euro gerechnet ist der Goldpreis zuletzt am 3.September mit 1.413 Euro pro Feinunze auf ein neues Allzeithoch gestürmt. Aktuell bekommt man die Feinunze aber knapp 60 Euro günstiger. Während neue Allzeithochs grundsätzlich natürlich sehr bullisch sind, wurde im Zuge des scharfen Rücksetzers gestern die steile Aufwärtstrend-Linie der vergangenen drei Monate unterschritten.

Kurzfristig ist der Goldpreis in Euro nun allerdings stark überverkauft, womit auch hier mindestens eine Erholung absehbar ist. Oberhalb von 1.386 Euro geht die Rally weiter. Sollte mein ultra bullisches Goldrausch-Szenario eintreten, wäre Gold auch auf dem aktuellen Niveau noch relativ günstig bzw. wohl erst wieder in 8-12 Monaten “so günstig” zu haben. Setzt sich die Korrektur in den kommenden Wochen hingegen fort, sollten Sie bei Preisen unterhalb von 1.275 und 1.250 Euro mit beiden Händen zugreifen.

Neue Nachkauf-Limits 1.275 und 1.250 Euro. Wer noch gar kein Gold hat, muss jetzt kaufen!

Sollte sich die von den meisten Analysten erwartete Korrektur in den kommenden Wochen fortsetzen, sind Euro-Goldkurse bis in den Bereich 1.210 bis 1.275 Euro denkbar. In diesem Bereich machen Nachkäufe wieder Sinn!

Wer aber noch gar kein Gold besitzt, muss angesichts der neuen EU-Richtlinie (Tafelgeschäfte dann nur noch bis 2.000€ möglich) sowie meines möglichen Goldrausch Szenarios inkl. der ab Ende 2020 möglichen Banken-Pleitewelle jetzt zügig handeln und jeden kleineren Kursrücksetzer sofort zu Käufen nutzen. 

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei physischen Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den physischen Edelmetallen Gold und Silber als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Florian Grummes
Technischer Analyst, Goldnewsletter.de
Quelle: Gold.de

Gold – Goldrausch oder Katerstimmung?
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
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Kommentare [14]
  • von Al bundy | 24.09.2019, 22:04 Antworten

    Meistens mit zu niedrigen "Nachkauflimits" nie zu einer aktiven Teilnahme bzw. Besitz gekommen.

  • von Glückspilz | 18.09.2019, 17:23 Antworten

    Eins ist Fakt- 1999 habe ich die Unze Gold für 500 DM(250 Euro) gekauft . Die Meinung damals- wer Gold kauft ist bekloppt- ist die letzten 25 Jahre nur gefallen. Kauft Aktien- mein Arbeitskollege hatte fast die 1 Million mit Aktien- ist aber mit 15000 Euro Schulden verstorben. Das hat aber nicht am Goldkurs gelegen?

  • von Esstark | 13.09.2019, 16:36 Antworten

    Danke für diesen Beitrag

  • von der deutsche Michel | 12.09.2019, 19:18 Antworten

    Top Beitrag , danke Herr Grummes !!

  • von Lob ist die neue Satire?! | 12.09.2019, 18:34 Antworten

    Expertisen mit solcher Brillanz sind wirklich ganz selten hier zu finden.

  • von Max Schneider | 12.09.2019, 17:36 Antworten

    Da ich es selber nicht besser kann als Herr Grummes, kann ich mich nur sehr für seine klare Analyse bedanken!

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