Stand: 21.11.2018 von Florian Grummes 9 Kommentare

Nach wie vor ist am Goldmarkt der am 16.August erreichte Tiefpunkt bei 1.160 US-Dollar intakt. Dennoch war die Erholung beim Goldpreis in den letzten drei Monaten alles andere als überzeugend. Damit steht weiterhin die Möglichkeit im Raum, dass auf die Abwärtswelle in den Sommermonaten noch eine weitere Korrekturwelle in Richtung 1.110 – 1.130 US-Dollar für Gold folgen könnte.

Zuletzt scheiterte der Goldpreis in der ersten Novemberwoche an der starken Widerstandszone zwischen 1.236 und 1.242 US-Dollar und fiel in wenigen Handelstagen knapp 45 US-Dollar zurück. Dieser Abverkauf war aber offensichtlich zu schnell und zu viel des Guten, sodass die Goldbullen momentan im Bereich um 1.225 US-Dollar erneut den Ausbruch über 1.236/1.242 US-Dollar vor Augen haben.

Da die Turbulenzen an den weltweiten Finanz- und Aktienmärkten weiter zunehmen, kommt Gold seine Eigenschaft als ultimativer und sicherer Hafen im aktuellen Umfeld natürlich zugute. Dennoch zählt momentan erstmal nur Cash. Erst wenn die Märkte dazu übergehen, eine Reaktion der Notenbanker (Liquidität-Ausweitung) zu antizipieren, dürfte die große Stunde der Edelmetalle gekommen sein.

Goldpreis in US-Dollar - Gelingt der Sprung über den Widerstand?

Seit dem Tief vor einer Woche bei 1.196 US-Dollar konnte die Goldpreisentwicklung knapp 30 US-Dollar zulegen und damit den Großteil der vorangegangenen Verluste zügig wieder aufholen.

Goldpreis Tageschart Goldkurs in US-Dollar

Bis zur bekannten und starken Widerstandszone zwischen 1.236 und 1.242 US-Dollar fehlen nur noch wenige Dollar. Da der Tageschart auch noch nicht überkauft ist, stehen die Chancen für einen erneuten Angriff auf diese seit Monaten deckelnde Preisregion doch erstaunlich gut.

Sollte im nächsten Schritt gar der Ausbruch über 1.242 US-Dollar gelingen, hätte eine Rally in jedem Fall bis ca. 1.285 – 1.310 US-Dollar Platz. Als Zwischenstation wäre in diesem bullischen Szenario noch die 200-Tagelinie zu benennen, welche im Bereich um 1.265 US-Dollar für eine Konsolidierung sorgen dürfte.

Nur wenn den Goldbullen jetzt erneut die Luft ausgeht und schon die Marke von 1.230 US-Dollar nicht mehr überwunden werden kann, erhöhen sich die Wahrscheinlichkeiten für eine weitere Abwärtswelle dramatisch. Diese könnte im schlechtesten Fall für ein neues Tief im Bereich um 1.110 – 1.130 US-Dollar sorgen. Gleichzeitig würde dieses “worst case” Szenario aber für den Abschluss der monatelangen Korrektur am Goldmarkt sorgen.

Hedgefond - Hedgefunds Goldpreis Tageschart Goldkurs in US-Dollar

Nach wie vor äußerst bullisch präsentieren sich die Zahlen am Terminmarkt. Hier halten die professionellen Spieler mit kumuliert gerade einmal 1.823 leerverkauften Gold-Terminkontrakten eine minimale Short-Position. Gleichzeitig sind die „großen Spekulanten“ (Hedgefunds) weiterhin mit einer gigantische Shortposition auf den Goldpreis massiv short. Sollte diese Gruppe aufgrund steigender Kurse zur Eindeckung gezwungen werden, könnte der Goldpreis in einem Short Squeeze locker 50-100 US-Dollar aus dem Stand zulegen.

Insgesamt ist die Schlacht um den Widerstand 1.236 – 1.242 US-Dollar noch immer nicht entschieden. Gelingt der Durchbruch, müsste der Goldpreis schnell und deutlich steigen können. Scheitern die Bullen erneut, dürften neue Tiefs unterhalb von 1.160 US-Dollar immer wahrscheinlicher werden.

Goldpreis in Euro Tageschart - Zunächst seitwärts

In Euro gerechnet konnte der Goldpreis seine Erholung fortsetzen und bis auf 1.091 Euro zulegen. Hier kam es dann aber in den letzten Wochen zu einem Rücksetzer bis auf 1.060 Euro. In den letzten Tagen ziehen die Notierungen wieder an und konnten mit 1.075 Euro auch ein kurzfristiges Kaufsignal aktivieren.

Goldpreis Tageschart Goldkurs in Euro

Insgesamt bleibt der Chart für den Goldpreis auf Eurobasis zwar im großen Bild noch angeschlagen, gleichzeitig gelang in den letzten eineinhalb Monaten aber nach langer Durststrecke zumindest ein erster Achtungserfolg. Kann sich das Kursgeschehen weiterhin oberhalb der 200-Tagelinie (1.069 Euro) befestigen, dreht der Bias langsam aber sicher in Richtung bullisch. Vorerst ist ein Seitwärtspendeln zwischen 1.060 und 1.090 Euro am wahrscheinlichsten.

Antizyklisches Kaufchance nur bei einem Rücksetzer unter die 50-Tagelinie

Die in den letzten viereinhalb Monaten genannten Nachkauflimits unterhalb von 1.050 bzw. unterhalb von 1.040 Euro bleiben leicht im Plus. Sollte es nochmals zu Kursen unterhalb von 1.050 Euro kommen, machen Zukäufe bei Gold Sinn. Ansonsten bleibt Gold eine Halteposition.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.
Gold - Hin und hergerissen
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [9]
  • von Jonas Meisinger | 22.11.2018, 13:23 Antworten

    Jetzt mal ehrlich, auf https://www.goldkaufen.de/wissen/privy-marks-muenzen/ habe ich von diesen Privy Marks Münzen gelesen, und dass die jetzt wohl ziemlich im Trend sein sollen. Macht es denn nicht mehr Sinn einfach 1 Gramm Gold zu kaufen und das wiederholt? Also bei den Münzen, zahlt man da nicht auch für das Motiv und nicht nur für den reinen Materialwert?

    • von algernon.blackwood | 22.11.2018, 14:27 Antworten

      Da glauben die Hersteller wieder einen Weg gefunden zu haben um vielleicht etwas mehr Absatz machen zu können. Auch wenn manches selten, ein Wiederverkauf über den Materialwert wird sehr, sehr schwierig. Und nein, bitte nicht 1 Gramm kaufen, lieber warten und Geld sammeln und dann eine Unze Gold (als Bullionmünze) oder 50 Gramm (als Goldbarren) kaufen, da sind die Aufpreise dann geringer.

  • von Goldhamster | 21.11.2018, 21:59 Antworten

    Wenn ich den Artikel lese, fühle ich mich bullisch aufs Horn genommen. Wenn da nicht der bärische Bias wäre. Glaubt das Gesülze hier wirklich jemand?

  • von Goldpreisheini | 21.11.2018, 21:51 Antworten

    Mal ehrlich: Versteht und glaubt irgendjemand das Kurvengedöns? Da kann ich genauso gut die Wahrsagerin auf der nächsten Kirmes fragen :)

  • von Friedlinde Schmidthuber | 21.11.2018, 10:28 Antworten

    Das ist reine Kaffeesatzleserei.

    • von Goldonkel | 21.11.2018, 14:16 Antworten

      Dem stimme ich voll zu.

    • von Fritzthecat | 21.11.2018, 12:17 Antworten

      So sehe ich das auch. Im übrigen werden die Märkte manipuliert, daran glaube ich inzwischen sehr stark.
      Da interressiert das Chartbild nur noch wenig. Und mit freien Märkten hat dies ebenso wenig zu tun.
      Die Zentralbanken bestimmen immer mehr woher der Wind weht. Somit kann man sich solche Kommentare sparen.

      • von Fritzthecat | 21.11.2018, 16:25 Antworten

        Jetzt werde ich zwar schon wieder böse, aber: Dann noch der Werbeblock zwischen dem Kommentar mit dem "Experten" Hans Meiser ist doch zu viel für mein schwaches Herz.
        Wäre er doch lieber bei seinen Talkshows geblieben.

    • von Karin Halberstätt | 21.11.2018, 11:33 Antworten

      Wenn wir glück haben bleibt Gold 5 Jahre seitwärts

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