Stand: 05.11.2015  8 Kommentare

Die Fälle von versuchtem Goldschmuggel nach Deutschland nehmen zu. Jetzt wurde eine Passagierin bei der Einreise am Düsseldorfer Flughafen erwischt, als sie Goldschmuck in Windeln eingewickelt am Zoll vorbei ins Land schmuggeln wollte.

Volle Windeln werfen auch den stärksten Kerl aus dem Gleichgewicht. Jeder Mann, der sich schon mal um den Nachwuchs gekümmert hat, weiß das. Und auf diesen Effekt dürfte auch eine ältere Dame gehofft haben, als sie Goldschmuck im Wert von 16.000 Euro nach Deutschland schmuggeln wollte. Kurzerhand wickelte die 71-Jährige das Gold in Windeln ein und verzierte das Ganze noch mit einem Höschen - Igitt! Doch entweder hatten die Zollbeamten noch keine Elternzeit genommen, oder sie waren einfach nur tapfere Staatsdiener. Unerschrocken öffneten sie das proppevolle Bündel und stießen auf das Häuflein aus Gold.

Windeln sind unübliches Versteck für Gold

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) am Montag (02.11.15, hier die Westdeutsche Zeitung) berichtete, reiste die Dame zudem in Begleitung ihrer Tochter. Auch bei der fanden die Beamten Goldschmuck im Wert von weiteren 1.000 Euro. Erlaubt wären demnach höchstens Goldschmuck im Wert von 430 Euro pro Person. Gegen beide Frauen wurde ein Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung eingeleitet. Offenbar war es das erste Mal, dass dem Zoll in Düsseldorf Windeln als Versteck für Gold untergekommen sind. Laut Bericht sagte ein Sprecher des dortigen Zollamtes:

"Wir kennen mittlerweile einige Schmuggelverstecke für Goldschmuck, aber die Goldwindel war auch für uns neu".

Erst Mitte vergangener Woche war es am Flughafen in Düsseldorf zu einem weiteren Schmuggelversuch von Goldschmuck gekommen. Wie einem weiteren Bericht der WZ vom Mittwoch (28.10.15) zu entnehmen ist, war es dieses Mal ein übereifriger Brautvater, der seiner Tochter etwas Gutes tun wollte, aber sich die dafür fälligen Steuern sparen wollte. Demnach wurden im Reisegepäck eines 68-Jährigen insgesamt neun Goldarmreife sowie weiterer undeklarierter Goldschmuck aus 22-karätigem Gold gefunden. Das unter Lebensmitteln versteckte Gold hatte einen Gesamtwert von 14.000 Euro. Bei ordnungsgemäßer Anmeldung der Waren wären rund 2.500 Euro an Steuern zu entrichten gewesen, hieß es. Der Mann sagte aus, das Gold in der Türkei erworben zu haben, um es seiner Tochter, die in Kürze in Deutschland heiraten wolle, zu schenken.

39 kg Gold am Flughafen in Düsseldorf beschlagnahmt

Mittlerweile scheinen sich die Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen an die sich häufenden Goldschmuggelversuche zu gewöhnen. Und auch die Ausreden der erwischten Passagiere hören sich meist ähnlich an. Als die Beamten aber Mitte September an einem Tag gleich 12 Reisende beim Schmuggeln von Gold im Wert von insgesamt 50.000 Euro erwischten, staunten sie dennoch nicht schlecht. Zumal es sich dabei laut einem Bericht des Nachrichtenportals JBM News um die Mitglieder derselben türkischen Familie, die allesamt in Deutschland leben, handelte. Sie waren am selben Tag auf fünf verschiedene Flüge verteilt nach Deutschland eingereist. Den Angaben zufolge wurden 62 Armreife, 13 Ketten, sechs Münzen, drei Anhänger und zwei Ringe sichergestellt. Die Reisenden hätten entweder zu Protokoll gegeben, von einer Anmeldepflicht oder einer Obergrenze nichts gewusst zu haben, oder aber, dass sie den Goldschmuck bereits zuvor in Deutschland erworben hätten. Der Zollamt-Sprecher meinte hierzu:

"Diese Ausreden hören wir von Passagieren tagtäglich - aber gleich zwölf auf einen Streich, das hat man nicht alle Tage".

Dem Bericht nach haben die Zollbeamten am Flughafen Düsseldorf im Verlauf des Jahres 2014 Goldschmuck im Wert von 1,2 Millionen Euro und einem Gesamtgewicht von rund 39 Kilogramm beschlagnahmt.

Gold in Windeln geschmuggelt - Zoll Düsseldorf
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Kommentare [8]
  • von Willi Wunder | 08.02.2019, 17:57 Antworten

    Naja ich sehe das eher als Kavaliersdelikt an. Gold ist bei uns umsatzsteuerfrei.
    Es ist ja nicht so das es sich hier um gestohlenes Gold handelt sondern um rechtmäßig erworbenes. Viel Wirbel um nichts.
    Peanuts.

    • von Goldfinger | 08.02.2019, 20:38 Antworten

      Das stimmt so nicht. In Münz- und Barrenform mit einer Mindestlegierung ist Gold bei uns umsatzsteuerfrei. Für Goldschmuck gilt das keinesfalls.

  • von Passant | 28.11.2015, 12:18 Antworten

    Wenn auch noch 22-karätiges Gold getürkt war, haben die Schmuggler viel Geld für nichts aus dem Fenster rausgeworfen :D

  • von Märchenonkel | 18.11.2015, 19:34 Antworten

    Nichts besonderes, im Märchen gibt es doch auch den Goldesel, Bricklebrick, Goldesel streck` dich ...

  • von Michael | 12.11.2015, 09:54 Antworten

    Warum wird darum so ein Wirbel gemacht? Warum werden denn da Steuern fällig? Ist es wegen den 19% Mehrwertsteuer oder generell weil es Gold ist? Eigentlich ist doch Gold als Geldmetall steuerbefreit (Barren/Münzen). Oder habe ich da eine Wissenslücke?

    • von Ernst Neulinger | 08.02.2019, 17:58 Antworten

      Ja

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