Stand: 06.02.2018 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte die London Bullion Market Association eine 28 Seiten umfassende Studie über aktuelle Analystenprognosen für den durchschnittlichen Preis von Gold, Silber, Platin und Palladium im Jahr 2018 – mit interessanten Erkenntnissen.

Diesen Goldpreis erwarten die Analysten 2018

Obwohl die Chinesen seit Jahren für ihren enormen Goldappetit bekannt sind, gilt als wichtigster Handelsplatz für physisches Gold nach wie vor London. Verantwortlich für die Preisfindung ist die London Bullion Market Association (LBMA). Seit Jahren veranstaltet die Händlerorganisation einen Wettbewerb, um die treffsichersten Analysten für die vier Edelmetalle zu küren.

Wer den durchschnittlichen Preis des jeweiligen Edelmetalls am besten prognostiziert, gewinnt nicht nur erhebliches berufliches Renommee, sondern auch einen Barren Gold mit dem Feingewicht von einer Unze.

Bei den Prognosen für 2018 fällt laut LBMA folgendes auf:

Unter den an dem Contest teilnehmenden Analysten herrscht ein hohes Maß an Uneinigkeit, was den Goldpreis in diesem Jahr besonders stark beeinflussen wird. Ist es die Entwicklung der Realzinsen in den USA, sind es die geopolitischen Risiken oder doch das weltweite Wirtschaftswachstum? Diese Unsicherheit führt dazu, dass die Spanne der erwarteten Jahrestiefs bzw. Jahreshochs relativ groß ausfällt.

Die abgegebenen Extremwerte reichen nämlich von 1.120 Dollar bis 1.510 Dollar und ergeben somit eine Tradingrange von 390 Dollar (siehe Tabelle). Mit Blick auf alle prognostizierten Durchschnittspreise für Gold gab es eine Schwankungsbreite von 1.215 Dollar (Société Générale) bis 1.381 Dollar (Precious Metals Insights) zu vermelden, wobei das arithmetische aller Schätzungen bei 1.318 Dollar lag. Damit wird dem gelben Edelmetall für 2018 relativ wenig zugetraut, schließlich notiert es aktuell mit 1.332 Dollar signifikant höher.

Goldprognosen für 2018

Zahl der Analysten: 24
Prognostizierte Jahrestiefs: 1.120 bis 1.297 USD
Prognostizierte Jahreshochs: 1.350 bis 1.510 USD
Prognosen durchschn. Goldpreis: 1.215 bis 1.381 USD
Mittelwert sämtlicher Prognosen: 1.318 USD

Quelle: London Bullion Market Association

Was der Sieger des Jahres 2017 prognostiziert

Im vergangenen Jahr erwies sich bei Gold Bart Melek von Trading Secrurities als treffsicherster Analyst. Mit 1.256 Dollar verfehlte er den tatsächlich registrierten Durchschnittspreis in Höhe von 1.257 Dollar nur knapp. Für das laufende Jahr hält sich Meleks Optimismus in Grenzen.

Er rechnet nämlich mit einem zwischen 1.195 Dollar und 1.433 Dollar schwankenden Goldpreis. Außerdem prognostiziert er einen Jahresdurchschnitt von 1.313 Dollar und liegt damit leicht unter dem Konsens aller Analysten.

Erheblich bessere Perspektiven sieht er indes beim Silberpreis. Hier erwartet er Schwankungen zwischen 15,19 Dollar und 21,58 Dollar sowie einen Durchschnittswert in Höhe von 18,88 Dollar. Damit übertrifft er den durchschnittlichen Erwartungswert seiner Kollegen in Höhe von 17,81 Dollar recht deutlich, wobei die abgegebenen Prognosen von 16,00 Dollar(Société Générale) bis 20,00 Dollar (Macquarie Capital) reichen.

Ausblick für die laufende Woche

Der erste Monat liegt hinter uns und die Performance kann sich durchaus sehen lassen. Während auf Dollarbasis der Januar mit plus 2,5 Prozent abgeschlossen wurde, führte die markante Dollarschwäche für europäische Goldbesitzer zu einem Wertverlust von einem Prozent. Glänzen kann der Krisen-, Inflations- bzw. Vermögensschutz aber vor allem durch seine geringe Kursschwankungsintensität, besser bekannt als Volatilität. Sicherheitsorientierte Anleger achten darauf, dass diese Risikokennzahl relativ gering ausfällt.

Eine volatile Anlageklasse eröffnet zwar überdurchschnittliche Renditechancen, diese müssen aber durch ein erhöhtes Verlustrisiko „bezahlt“ werden. Auf Basis der vergangenen 250 Tage kommt Gold derzeit auf eine historische Volatilität von 10,0 Prozent.

Damit kann sie – trotz nicht vorhandener Diversifikation – mit dem 30 Werte umfassenden DAX problemlos mithalten. Dessen 250-Tage-Volatilität deutet mit 10,7 Prozent auf ein leicht höheres Risiko hin. Unter dem Aspekt Risiko kann der Bitcoin – der in den vergangenen Monaten immer wieder als digitales Gold bezeichnet wurde – mit dem traditionellen Krisenschutz Gold auf keinen Fall konkurrieren.

Mit einer Volatilität von über 85 Prozent lässt sich seriöser Vermögensschutz wohl kaum bewerkstelligen. Und auch optisch macht physisches Gold sicherlich mehr her als eine lediglich aus Nullen und Einsen bestehende Kryptowährung, wie auch immer sie heißen mag.

Gold: Interessante LBMA-Studie über Edelmetallprognosen
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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