Stand: 18.12.2019 von Florian Grummes 0 Kommentare

Das Jahr 2019 war dem Goldpreis wohlgesonnen! Nachdem die Notierungen mit 1.282 US-Dollar den Handel am 1.Januar 2019 eröffneten, muss man heute mit 1.476 US-Dollar fast 200 US-Dollar mehr für eine Feinunze auf den Tisch legen.

Wenige Handelstage vor dem Jahreswechsel steht damit ein Plus von 15,39% zu Buche. In Euro gerechnet konnte der Goldpreis mit +18,40% sogar noch deutlicher zulegen.

Insgesamt war der Jahresverlauf vor allem von der fulminanten dreimonatigen Ausbruchsrally in den Sommermonaten gekennzeichnet. Die Monate Januar und Februar waren ebenfalls von einer Aufwärtsbewegung gekennzeichnet.

Die restliche Zeit befand sich der Goldpreis im Konsolidierungs- bzw. Korrekturmodus, wobei die Bären im Grunde genommen das ganze Jahr über kaum etwas zu lachen hatten.

Das neue Jahr sollte schon in Kürze den eindeutigen Abschluss der laufenden Konsolidierung mit sich bringen. Im Anschluss sind parabolische Kursanstiege bis 1.800 US-Dollar innerhalb der 5.Welle denkbar. Im späteren Jahresverlauf muss in diesem Fall dann aber mit einer echten Korrektur gerechnet werden, denn der Aufwärtszyklus läuft am Goldmarkt bereits seit dem August 2018…

Goldpreis Chart in US-Dollar – Wann endet die Konsolidierung?

Die wichtigste Entwicklung am Goldmarkt war in diesem Jahr der Ausbruch über die mehrjährige Widerstandszone um 1.350 – 1.375 US-Dollar. Damit hat der Goldpreis in US-Dollar nach jahrelanger Bodenbildung ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die fulminante Ausbruchsrally in den Sommermonaten ab Ende Mai bis Anfang September sollte dies eindeutig klargemacht haben.

Damals konnte der Goldpreis ausgehend von 1.265 US-Dollar bis auf 1.557 US-Dollar in gerade einmal drei Monaten um fast 300 US-Dollar ansteigen.

Goldpreis Chart in US-Dollar – Endet die Konsolidierung?

Diese steile Rally wird nun mittlerweile seit über dreieinhalb Monaten primär über die Zeit konsolidiert, denn es kam bislang lediglich zu völlig gesunden Rücksetzern bis in den Bereich von 1.445 US-Dollar.

Dabei spricht das lethargische Kursverhalten der letzten Wochen durchaus für einen bereits etablierten Tiefpunkt. In jedem Fall hängen die Goldnotierungen ähnlich wie im Juli an der mittleren Trendlinie des Aufwärtstrendkanals. 

Der Wochenchart ist überverkauft und wäre für eine neue Aufwärtsbewegung bereit. Auf dem Tageschart hingegen herrscht noch etwas Verwirrung und Unklarheit. Kurz vor den Feiertagen muss es hier nicht mehr zu einer Entscheidung kommen und so kann sich die Konsolidierung auch noch einige Wochen länger hinziehen.

Das entscheidende bullische Signal wäre der erfolgreiche Sprung über die kurzfristige Abwärtstrendlinie (aktuell im Bereich 1.485 – 1.490 US-Dollar). Gelingt dem Goldpreis dieser Befreiungsschlag, sind schnell Kurse bis in den Bereich 1.520 US-Dollar zu erwarten. Von dort fehlen bis zum Jahreshoch nur knapp 35 US-Dollar.

Alternativ, und diese Variante ist bislang nicht auszuschließen, dreht der Goldpreis doch noch eine tiefere Korrekturschleife und korrigiert bis zu seiner 200-Tagelinie (1.411 US-Dollar). Die Wahrscheinlichkeit für dieses kurzfristig eher bärische Szenario erhöht sich bei Kursen unterhalb von 1.460 US-Dollar.

Dagegen spricht aber die extrem starke Vorstellung der meisten Goldminenaktien!

Außerdem, und darüber hatten wir bereits vor zwei Wochen berichtet, mehren sich die Anzeichen, dass es zu einem gigantischen Short-Squeeze am Goldterminmarkt kommen könnte.

Goldminenaktien - Short-Squeeze am Goldterminmarkt

So sind die physischen Goldauslieferungen an der COMEX zuletzt um 65% auf den höchsten Stand seit der Aufzeichnung explodiert. Es scheint, als ob sich einige große Spieler ihre Kontrakte physisch ausliefern lassen und daher die Bestände knapper werden.

Das wäre der Supergau für die gigantische Papier-Shortposition der kommerziellen Händler!

Insgesamt stehen die Chancen für eine baldige Fortsetzung der Aufwärtsbewegung sehr gut. In diesem Fall dürfte der Goldpreis das Hoch vom September relativ zügig ansteuern und im saisonal günstigen ersten Quartal neue Hochs erreichen.  

Gold-Chart in Euro – Bollinger Band Squeeze voraus

Der Goldpreis in Euro schiebt sich in diesen Tagen langsam und zäh über die Abwärtstrendlinie der letzten Monate. Auch wenn das Ganze bislang noch kaum bestätigt ist, sieht es doch so aus, als ob der Konsolidierungskeil nach oben verlassen werden kann. 

Gold-Chart in Euro – Bollinger Band Squeeze voraus

Das Kaufsignal beim Stochastik Oszillator unterstützt diese Annahme. Die eng zusammengezogenen Bollinger Bänder lassen noch ein bis zwei weitere Wochen Seitwärtsbewegung erwarten, bevor es zu einer scharfen Entladung (Bollinger Band Squeeze nach oben) kommen sollte.

Kauflimit unterhalb von 1.315 Euro ausgeführt 

Mit etwas Glück hat das tiefe Kauflimit in den letzten Tagen tatsächlich unterhalb von 1.315 Euro gegriffen! Der Tiefstkurs lag bislang bei 1.307 Euro. Das Kauflimit unterhalb von 1.315 Euro bleibt bis auf weiteres aktiv.

Florian Grummes
Technischer Analyst 
Goldnewsletter.de

Bitte erwarten sie bei den Edelmetallen grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! 

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren ziemlich enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei. Die letzten Monate haben das mal wieder eindrucksvoll bewiesen.

Goldpreis – Jahresrückblick 2019 und Ausblick 2020
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"