Stand: 22.05.2019 von Florian Grummes 24 Kommentare

In den letzten sechs Wochen setze sich die angekündigte Seitwärtsverschaukelung am Goldmarkt erwartungsgemäß fort. Dabei gelang dem Goldpreis ausgehend von einem Doppelboden um 1.265 US-Dollar auch eine zwischenzeitliche Erholung bis in die Widerstandszone um 1.300 - 1.310 US-Dollar.

Hier allerdings war erneute Endstation für die ungeduldigen Bullen, denn bereits seit sechs Handelstagen fallen die Goldnotierungen wieder kraftlos zurück. Insbesondere der zwischenzeitliche Ausbruch über die Abwärtstrendlinie der letzten drei Monate muss daher als eine Bullenfalle klassifiziert werden.

Nun hängt Gold mit 1.273 US-Dollar knapp unter der Aufwärtstrendlinie, welche seit dem letzten August etabliert wurde. Da bislang keine Gegenwehr zu erkennen ist, wird dieser Bruch wohl zu neuen Tiefstkurse innerhalb der seit Februar 2019 laufenden Korrektur führen. Nächstes Ziel ist daher die steigende 200-Tagelinie um 1.257 US-Dollar.

Im größeren Bild verläuft die Korrektur nach Fahrplan und sollte zwischen Ende Juni und Mitte August für das frühsommerliche finale Tief sowie den Wendepunkt bei den Edelmetallen sorgen.

Bis dahin heißt es weiterhin geduldig zu sein. Die Chancen rücken immer näher!

Goldpreis in US-Dollar - Aufwärtstrendkanal gebrochen

Auf dem Tageschart rutscht Gold in US-Dollar langsam, aber sicher aus seinem Aufwärtstrendkanal nach unten durch. Zwar stützen eine halbe Etage tiefer sowohl das untere Bollinger Band (1.267 US-Dollar) als auch das Doppeltief bei 1.265 US-Dollar die Kurse, jedoch verläuft erst um 1.257 US-Dollar mit der steigenden 200-Tagelinie das Minimalkursziel der Korrektur seit Ende Februar. Diese wichtige gleitende Durchschnittslinie stellt immer wieder ihre magnetischen Anziehungskräfte unter Beweis.

Goldpreis in US-Dollar - Aufwärtstrendkanal gebrochen Tageschart

Allerdings muss hier auch erwähnt werden, dass die 200-Tagelinie beim Gold in den letzten zwei Monaten nach oben gedreht hat und somit ein wichtiges Fundament für einen neuen Aufwärtstrend gelegt hat.

Kurzfristig kann und sollte der Goldpreis aber trotzdem diesen Durchschnitt testen und auch leicht unterschreiten. Damit wäre die gesamte Korrektur im besten Fall bereits um 1.250 US-Dollar ausgestanden! Der überverkaufte Wochenchart unterstützt diese These.

Goldpreis Terminmarktdaten (CoT-Report) Goldleerverkäufe

Weniger positiv präsentierten sich zuletzt die Terminmarktdaten (CoT-Report). Hier haben die kommerziellen Händler (=Profis) ihre Netto-Shortposition auf den Goldfuture mit kumulierten 137.138 leerverkauften Kontrakten wieder deutlich erhöht.

Zwar ist diese Größenordnung im längerfristigen Vergleich nicht bärisch sondern neutral, eine antizyklische Engstelle sieht aber ganz gewiss anders. Der obige CoT-Chart zeigt dazu klar auf, wie niedrig die kommerzielle Shortposition im letzten Sommer über Wochen hinweg war und wie die Profis momentan positioniert sind.

Tageschart Gold in Euro - Zwei Kaufzonen

Auch wenn der fallende Euro viel von der Goldpreisschwäche in den letzten Jahren ausbügeln konnte, sorgen schwache Goldkurse in US-Dollar grundsätzlich meist auch für einen schwächeren Euro-Goldpreis.

Goldpreis in Euro - Zwei Kaufzonen Tageschart

Auf dem Tageschart verläuft die Korrektur seit Ende Februar daher etwas milder, wobei die Bewegung seit Anfang März noch mehr seitwärtsgerichtet ist. Der Euro-Goldpreis hat zudem auch noch etwas mehr Luft bis zu seiner ebenfalls steigenden 200-Tagelinie (1.103 US-Dollar). Und die Bullen haben hier mit dem steigenden unteren Bollinger Band (1.134 Euro) sowie einer ehemaligen Aufwärtstrendlinie noch zwei Unterstützungen um 1.135 Euro aufzubieten.

Sollte die Korrektur beim Gold in US-Dollar daher bereits um 1.250 US-Dollar enden, lägen im Bereich zwischen 1.125 und 1.135 Euro chancenreiche Kaufkurse vor. Rutscht Gold in US-Dollar hingegen bis in die Zone 1.200 bis 1.240 US-Dollar ab, sind für den Euro-Goldpreis noch Tiefstkurse um 1.100 bis 1.110 Euro zu erwarten.

Um die chancenreichen Tiefpunkte im Sommer wirklich ausnützen zu können, empfiehlt sich daher eine Strategie mit mehreren unterschiedlichen Kauflimits!

Antizyklische Kauflimits unterhalb von 1.135 Euro, 1.120 Euro und unterhalb von 1.105 Euro

Langsam, aber sicher rücken die antizyklischen Kaufchancen in Sicht. Ab jetzt gelten folgende Kauflimits: 1.135 Euro, 1.120 Euro und 1.105 Euro. Unterhalb diese drei Marken sollte jeweils ein Drittel der insgesamt geplanten Investition getätigt werden.

Bitte erwarten sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Florian Grummes
Technischer Analyst

Quelle: GOLD.DE
Gold - Kommen die Notierungen jetzt ins Rutschen?
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [24]
  • von Mr. Silver | 30.05.2019, 09:22 Antworten

    An alle die auf Betongold stehen. Befassen Sie sich mal mit dem Thema Zwangshypothek.
    Da wird Ihnen das Lachen vergehen. Natürlich sind Immobilien seit 2010 gestiegen. In den Achtzigern wurden viele Kinder geboren, die jetzt Immobilien gekauft haben oder vielleicht noch kaufen wollen. Doch in den nächsten beiden Jahrzehnten gingen die Geburtenraten stark zurück, was den späteren Bedarf ein Eigentum senkt. Anfang der Neunziger waren Immobilien auch sehr teuer, und dann ging der Preis bis 2010 nur Abwärts. Eine Faustformel können Sie sich merken. Kaufen Sie eine Immobilie geben Sie in den nächsten 50 Jahren nochmal den selben Preis für Änderungen Sanierungen Modernisierungen aus.
    Wenn Sie jetzt ca 30 bis 35 Jahresmieten bezahlen, macht dies keinen Sinn. Im Jahr 2010 konnten Sie in Niedersachsen gute Immobilien für 4 bis 12 Jahresmieten erwerben. Da machte der Kauf viel Sinn.

  • von Herbert Narerjahn | 22.05.2019, 10:35 Antworten

    Im Dezember notiert Gold unter 1200$

    • von Goldfisch | 25.05.2019, 19:22 Antworten

      Wahrsager?!

  • von Luftgold | 24.05.2019, 05:07 Antworten

    Die Banken brauchen vielleicht das Gold als Versicherung. Ich brauche kein Gold mehr und habe alles Gold zur Auktion gestellt.

    Grund 1: Kein Milliardär wird in den nächsten 1-2 Jahren eine größere Summe in Edelmetalle investieren.
    Grund 2: Mein Betongold ist jedes Jahr wertvoller geworden. Da kann Gold nicht mithalten.
    Grund 3: Der Goldpreis wird von 3 Großbanken bestimmt von daher wird der Goldpreis Tag täglich manipuliert.

    • von Goldfisch | 25.05.2019, 19:10 Antworten

      1.Anlegen kann man nur das, was man mehr als genug hat.
      Beton ist toll, aber 10% in Gold/Silber sind schlau.....
      1a. Gier ist schlechter Anlageberater!
      1b. Der Segen des HERRN allein macht reich, eigenes Abmühen fügt nichts hinzu.....
      2. Brot und Kartoffeln gibt es nicht für ETF´s!
      3. Ich habe noch gelernt: Geld, dass man nicht hat, kann man nicht ausgeben. Die ganze Welt handelt anders....
      Der Wert von Gold und Silber bleibt nahezu konstant, solange diese alte Erde sich dreht. Die Be-Wertung anhand von unnützen Dollar-Papierscheinchen ist da wohl hoffentlich nicht der Maßstab der Dinge! Wer da auf den Kurs schielt, hat nix verstanden.

    • von Don der Schotte | 24.05.2019, 11:24 Antworten

      Grund 1: Milliardäre werden durch Zocken reich und auch wieder arm, wenn Aktien und die Immobilienblase platzen zocken Milliardäre auch wieder mit Gold
      Grund 2: Die Immobilienblase wächst und wächst - bis sie platzt
      Grund 3: Der Goldpreis wird vermutlich nicht täglich sondern stündlich oder kürzer manipuliert, zu unserem Vorteil - die Preise werden künstlich niedrig gehalten - damit wird Kaufen billig - wenns mit dem Manipulieren nicht mehr geht, steigt der Kurs wieder (siehe 2005 bis jetzt)

      Ich verstehe deinen Frust, wenn ich 2012 Gold gekauft hätte wäre ich vielleicht auch sauer.

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