Stand: 18.10.2017 von Florian Grummes 3 Kommentare

Seit dem Hoch am 8.September bei 1.357 US-Dollar steckt der Goldpreis mal wieder in einer Korrektur. Immerhin konnten sich die Notierungen in den letzten acht Handelstagen ausgehend vom Tief bei 1.260 US-Dollar zumindest bis auf 1.306 US-Dollar recht zügig erholen. Damit wurde die zwischenzeitlich stark überverkaufte Lage bereinigt.

Zu Wochenbeginn rutscht der Goldpreis aber bereits erneut unter die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar. Somit steht nun entweder der direkte Durchmarsch bis zur 200-Tagelinie an, oder die Bullen schaffen es die Erholung mit einer weiteren Aufwärtswelle auszudehnen.

Übergeordnet scheint die Korrektur jedenfalls noch nicht ausgestanden, so dass es möglicherweise ähnlich wie in den letzten beiden Jahren erst im Dezember zum finalen Wendepunkt kommen könnte.

Goldpreis in US-Dollar Tageschart

Die vor vier Wochen geäußerte Vermutung eines nahenden Bodens war im Rückblick falsch bzw. verfrüht.

Anstatt im Bereich um 1.295 US-Dollar nach oben zu drehen, rutschen der Goldpreis  zunächst noch bis auf 1.260 US-Dollar um eine deutliche Etage tiefer. Bei 1.260 US-Dollar war die Lage dann aber derart überverkauft, dass die Bullen ohne große Gegenwehr eine klare Erholung bis auf 1.206 US-Dollar zustande bringen konnten.

Goldpreis in Dollar 17.10.2017

Nun stellt sich die Frage, ob der Goldpreis in Dollar diese Erholung bereits zu Wochenbeginn vollständig abgeschlossen worden ist, oder ob die Kraft der Bullen möglicherweise auch noch für eine zweite Erholungswelle bis zum offenen Gap bei 1.345 US-Dollar reicht.

Im zweiten Fall müsste sich der laufenden Rücksetzer oberhalb von 1.280 US-Dollar halten können und schon in Kürze eine weitere Aufwärtsbewegung nach sich ziehen.

Alternativ ist die Welle C jedoch bereits gestartet, womit das Tief im Bereich um 1.260 höchstwahrscheinlich unterboten werden wird. Daher sollte es in jedem Fall zu einem Wiedersehen mit der 200-Tagelinie (1.255 US-Dollar) kommen. Auch ein Test der ehemaligen Abwärtstrendlinie (aktuell ca. 1.230 US-Dollar) ist denkbar.

Für dieses zunächst unschöne Szenario spricht nicht nur die überkaufte Stochastik auf dem Tageschart, sondern vor allem auch die Tatsache, dass der Wochenchart trotz der großen Korrektur (fast 100 US-Dollar) noch immer überkauft ist.

Gold -Shortposition 17.10.2017

Zudem halten die kommerziellen Händler am Terminmarkt nach wie vor kumuliert eine recht hohe Netto-Shortposition auf die Goldpreisentwicklung. Damit haben es nachhaltige Erholungen weiterhin schwer.

Insgesamt also eine etwas komplizierte Ausgangslage, die man am besten mit einer abwartenden Haltung und viel Geduld meistern kann. Im Zweifelsfall ergibt sich die nächste große Kaufchance erst im Dezember mit Kursen im Bereich um 1.205 bis 1.240 US-Dollar.

Erwähnt werden muss aber auch, dass sich die Bären unterhalb von 1.260 US-Dollar einem von Unterstützungen nur so gespickten Terrain nähern. Nach Abschluss der laufenden Korrektur wäre dann im nächsten Schritt eine neue Aufwärtsbewegung zu erwarten, die den Goldpreis  in Richtung 1.500 US-Dollar vorantreiben sollte.

Tageschart Goldpreis in Euro

Trotz des etwas stärkeren US-Dollars bleibt der Goldpreis in Euro gerechnet weiterhin schwach und will nicht so recht auf die Beine kommen.

Nachdem Anfang September zumindest kurzzeitig die 200-Tagelinie (1.123 Euro) erreicht werden konnte, folgte ein überschaubarer Rücksetzer. Seitdem schlängeln sich die Notierungen mittlerweile seit über drei Handelswochen um die leicht steigende 50-Tagelinie (1.096 Euro), ohne dass großartige Fortschritte gelangen.

Goldpreis in Euro 17.10.2017

Letztlich steckt der Goldpreis hier also in einer Seitwärtsbewegung, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Die zusammengezogenen und parallel laufenden Bollinger Bänder bestätigen dies und lassen auf Sicht der kommenden Wochen ein Kursgeschehen zwischen 1.105 und 1.076 Euro erwarten.

Positiv bleibt die Tatsache, dass trotz der schwachen Performance die extrem wichtige Aufwärtstrendlinie (ca. 1.058 Euro) nach wie vor nicht ansatzweise berührt wurde. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist also weiterhin intakt.

Nachkauflimit jetzt bei 1.085 Euro

Erneut hat das niedrige Nachkauflimit unterhalb von 1.085 Euro in den letzten Wochen gegriffen. Weitere Zukäufe erscheinen jetzt nur noch mit einem Nachkauflimit unterhalb von 1.060 Euro sinnvoll.

Gold - Korrektur übergeordnet noch nicht ausgestanden
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
Weitere Beiträge:
MEISTDISKUTIERTE ARTIKEL
MEISTGELESENE ARTIKEL
Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Kommentare [3]
  • von Goldmarie | 18.10.2017, 14:26 Antworten

    nachdem Goldman Sachs gegen Gold basht und Bitcoins bewirbt, und man diese BRÜDER kennt, macht man es umgekehrt wunderbar :-)

    • von Maria M. | 06.11.2017, 03:44 Antworten

      Yepp! Da sind wir beide einer Meinung. ;-)

  • von bling bling | 18.10.2017, 17:24 Antworten

    kann man die glaskugel nicht den glaskugel-seiten überlassen?
    ich finde auf "gold.de" sollten solidere artikel stehen.

Copyright © 2009-2017 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany