Stand: 11.02.2020 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

Anfang des Jahres wurden von der London Bullion Market Association die treffsichersten Analysten und ihre Edelmetallprognosen für 2019 ausgezeichnet. In der vergangenen Woche meldete die LBMA die neuen Kursziele für 2020.

So sehen die Goldpreisprognosen der Analysten für 2020 aus

Seit Jahren führt die London Bullion Market Association (LBMA) – der weltweit wichtigste Handelsplatz für physischen Goldhandel – einen Wettbewerb durch, um die treffsichersten Analysten für die vier Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium zu küren.

Wer den durchschnittlichen Preis des jeweiligen Edelmetalls am besten prognostiziert, gewinnt nicht nur berufliches Ansehen, sondern zudem einen Unzen-Barren Gold der Marke PAMP.

Bei den aktuellen Prognosen fällt folgendes auf:

Vergleicht man die prognostizierten Durchschnittswerte der verschiedenen Edelmetalle für das laufende Jahr mit den tatsächlich erzielten Durchschnittswerten des vergangenen Jahres, kann man angesichts von Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich durchaus von einem ausgeprägten Optimismus sprechen.

Verglichen mit den für die erste Januarhälfte ermittelten Durchschnittswerte der Edelmetalle, relativiert sich dies aber erheblich. Für Gold und Silber werden nämlich lediglich marginale Zuwächse von 0,3 bzw. 0,7 Prozent ausgewiesen, bei Platin (3,2 Prozent) und Palladium (2,5 Prozent) fallen sie etwas höher aus.

Hinsichtlich Gold kann man allerdings ein hohes Maß an Unsicherheit attestieren, schließlich liegen zwischen der niedrigsten Jahrestiefprognose und dem höchsten Jahreshoch immerhin 780 Dollar (Vorjahr: 325 Dollar). 

Die abgegebenen Extremwerte reichen nämlich von 1.300 Dollar (Bernard Dahdah von Natixis) bis 2.080 Dollar (Ross Norman von Independent). Bei den prognostizierten Durchschnittspreisen für Gold erwiesen sich diese beiden Analysten mit 1.398 Dollar bzw. 1.755 Dollar als die pessimistischsten bzw. optimistischsten Vertreter ihrer Zunft, wobei das arithmetische sämtlicher Schätzungen bei 1.558,80 Dollar lag (siehe Tabelle).

Edelmetallprognosen für 2020

Edelmetall progn. Durchschnittspreis 2020 durchschn. Jahrestief 2020 durchschn. Jahreshoch 2020
Gold 1.558,80 USD 1443,90 USD 1.688,60 USD
Silber 18,21 USD 16,51 USD 20,49 USD
Platin 1.005,10 870,10 USD 1.125,20 USD
Palladium 2.116 USD 1.800,40 USD 2.482,40 USD
Quelle: London Bullion Market Association

Das prognostiziert der Sieger des Jahres 2019

Im vergangenen Jahr hat sich in der Kategorie Gold Rene Hochreiter von Noah Capital / Sieberana Research als treffsicherster Analyst erwiesen. Mit 1.365 Dollar lag er dennoch unter dem tatsächlich registrierten Durchschnittspreis in Höhe von 1.392,60 Dollar.

Für das laufende Jahr gibt sich Hochreiter weiterhin optimistisch und traut dem gelben Edelmetall einen Durchschnittspreis von 1.670 Dollar zu. Dies stellt unter den insgesamt 30 Analysten den zweithöchsten Prognosewert dar. Dabei rechnet er jedoch – im Gegensatz zu seinen Kollegen – mit einer vergleichsweise geringen Schwankungsbreite zwischen 1.550 und 1.720 Dollar (170 Dollar).

Übrigens:

Als bester „Silber-Prophet“ konnte sich im vergangenen Jahr Bernard Dahdah von Natixis auszeichnen. Mit seiner Prognose von 16,10 Dollar gab er für 2020 unter sämtlichen Experten die pessimistischste Prognose ab.

Er begründet dies mit einem zu erwartenden starken Wirtschaftswachstum in den USA und befürchtet daher massive ETF-Abflüsse.

Ausblick für die laufende Woche

An den internationalen Aktienmärkten verspüren die Investoren wieder einen verstärkten Risikoappetit und haben deshalb bei Blue Chips wieder im großen Stil zugegriffen.

So richtig nachvollziehbar scheint dies mit Blick auf die unsichere Lage in China jedoch nicht zu sein. Angesichts steigender Todesopfer- und Infiziertenzahlen mag diese Erholungstendenz eher nicht nachvollziehbar zu sein, schließlich gilt Chinas Wirtschaft seit Jahren als globaler Taktgeber.

Ungeachtet der aktuellen Sorglosigkeit sollten Anleger aber stets im Hinterkopf behalten, dass die vom Terminbörsenbetreiber CBOE berechneten Volatilitätsindizes Goldinvestments (GVZ: 11,3 Prozent) derzeit ein geringeres Risiko attestieren als dem S&P-500-Index (VIX: 15,5 Prozent) bzw. Rohöl (OVX: 37,5 Prozent).

Die am Freitag veröffentlichten Januarzahlen zum US-Arbeitsmarkt fielen angesichts von 225.000 (Prognose: 165.000) neu geschaffener Stellen stärker als erwartet aus, vermochten dem Goldpreis aber nicht zu schaden.

Die im Bereich von 1.550 Dollar angesiedelte Unterstützungszone wurde erfolgreich verteidigt. Trotz wachsendem Verkaufsdruck an den Terminmärkten überzeugt der Krisenschutz weiterhin durch ein hohes Maß an relativer Stärke.

Gold: LBMA-Studie über Edelmetallprognosen für 2020
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
Ihre Meinung zum Thema?
Sicherheitsfrage: Wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar und Name zur Veröffentlichung auf GOLD.DE gespeichert wird. Die Netiquette für Kommentare hab ich gelesen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Unsere Datenschutzerklärung.
von Commander Crash | 12.02.2020, 14:01 Antworten

Ich prognostiziere, dass, wenn die LBMA den Preis für den Wettbewerb halbiert, der Goldspot sich verdoppelt haben wird :)

Copyright © 2009-2020 by GOLD.DE – Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"