Stand: 16.01.2018 von Jörg Bernhard 3 Kommentare

Als wichtigster Platz für physischen Edelmetallhandel gilt nach wie vor die London Bullion Market Association (LBMA). Zweimal pro Tag werden dort Referenzpreise für Gold, Platin und Palladium festgestellt. Bei Silber gibt es einmal pro Tag ein Fixing.

Eine Goldpreisprognose war besonders treffsicher

Seit Jahren erfasst die LBMA einmal pro Jahr Analystenprognosen zur Entwicklung der vier Edelmetalle. In der vergangenen Woche zeichneten die LBMA-Verantwortlichen die treffsichersten Prognosen für das Jahr 2017 aus.

Diese wurden am 31. Januar 2017 in einer 30 Seiten umfassenden Studie (siehe Tabelle) veröffentlicht. Damals hatten pro Edelmetall jeweils 23 Analysten die von ihnen erwartete Tradingrange sowie den Durchschnittspreis für 2017 prognostiziert.

Die besten Edelmetallprognosen für das Jahr 2017

Name des Edelmetalls Durchschnitt d. Prognosen Durchschnitt 2017 Beste Prognose Gewinners Analysehaus
Gold
(in USD)
1.244,00 1.257,00 1.256,00 Bart Melek TD Securities
Silver
(in USD)
17,77 17,05 17,10 Tom Kendall ICBC Standard Bank
Platinum
(in USD)
1.014,00 948,49 935,00 Glyn Stevens Independent
Palladium
(in USD)
762,00 868,96 850,00 William Adams Metal Bulletin Ltd

Quelle: London Bullion Market Association

Besonders interessant:

Bei Gold wurde im Jahresverlauf weder das von Jonathan Butler (Mitsubishi Corp. Int. Europe) prognostizierte niedrigste Jahrestief von 1.020 Dollar, noch das von Nikos Kavalis (Metals Focus) in Aussicht gestellte optimistischste Jahreshoch von 1.460 Dollar auch nur annähernd erreicht. Das Extremtief wurde um 129 Dollar und das Extremhoch um immerhin 109 Dollar verfehlt.

Bei den Prognosen für den durchschnittlichen Goldpreis reichten die Schätzungen von 1.110 Dollar (Bernard Dahdah, Natixis) bis 1.350 Dollar (Joni Teves, UBS).

Die akkurateste Goldpreisprognose gelang Bart Melek von TD Securities. Mit seiner Prognose in Höhe von 1.256 Dollar lag er lediglich einen Dollar unter dem tatsächlich registrierten Durchschnittspreis von 1.257 Dollar und darf sich nun über die Auszeichnung „treffsicherster Analyst“ und den vom schweizerischen Anbieter PAMP gespendeten Goldbarren mit einem Feingewicht von einer Unze freuen.


Goldpreisentwicklung 2017 für 1 Jahr - Goldpreis
Silberpreisentwicklung 2017 für 1 Jahr - Silberpreis

Auch beste Silberprognose nur knapp daneben

Die beste Prognose für den durchschnittlichen Silberpreis gab Tom Kendall von ICBC Standard Bank ab. Mit seiner Prognose in Höhe von 17,10 Dollar lag er nur marginal über dem tatsächlichen Durchschnittspreis von 17,05 Dollar.

Aufgrund der deutlich höheren Volatilität bei Silber kann dessen Prognose daher als besonders schwierig eingestuft werden. Auch die von Kendall prognostizierte Tradingrange von 14,90 bis 19,20 Dollar erwies sich als „ziemlich gut“, schließlich verfehlte das tatsächliche Jahrestief mit 15,22 Dollar sowie das Verlaufshoch von 18,56 Dollar Kendall`s Schätzwerte nur knapp.

Nur der Vollständigkeit halber:

Das pessimistischste Jahrestief lag bei 13,50 Dollar (Bernard Dahdah, Natixis), während das optimistischste Jahreshoch auf 24,00 Dollar (Philip Newman, Metals Focus) geschätzt worden war. Bei den Prognosen für den durchschnittlichen Silberpreis reichten die Schätzungen von 15,10 Dollar (Bernard Dahdah, Natixis) bis 20,20 Dollar (William Adams, Metal Bulletin).

An den Edelmetallmärkten dürften viele Akteure nun auf die nächste Auflistung der Preisprognosen für 2018 mit Spannung erwarten. Diese wurde von der LBMA bereits für Ende Januar angekündigt.

Ausblick für die laufende Woche

In der vergangenen Handelswoche kletterte der Goldpreis trotz neuer Rekorde an der Wall Street auf den höchsten Stand seit September – wenn das kein Zeichen von relativer Stärke ist.

Medienberichte, dass die chinesische Regierung den Kauf von US-Staatsanleihen reduzieren bzw. stoppen könnte, wirkte wie ein Weckruf. Noch handelt sich dabei vor allem um Spekulationen. Dass die Chinesen und der Rest der Welt Trumps Leitspruch „America first“ eher problematisch sehen, dürfte aber auf der Hand liegen. In Russland und China sowie in zahlreichen Schwellenländern sieht man die Abhängigkeit vom Dollar tendenziell immer kritischer und versucht sie deshalb zu reduzieren.

Das hohe US-Handelsbilanzdefizit, welches im November seit langem wieder einmal die Marke von 50 Milliarden Dollar überschritten hatte – dürfte dem US-Präsidenten weiterhin eher nicht gefallen.

Dass in den USA mehr importiert als exportiert wird, lässt sich auch dahingehend interpretieren, dass Produkte „Made in USA“ derzeit einfach zu teuer oder zu schlecht oder möglicherweise beides sind.

Offensichtlich betrachten viele Anleger ein Goldinvestment angesichts einbrechender Anleihekurse, historisch hoher Preise für Aktien und Immobilien sowie aufgrund der zahlreichen geopolitischen Krisenherde als guten und sinnvollen Schutz. Daran dürfte sich auch 2018 wenig ändern.

Gold: LBMA zeichnet treffsicherste Analysten aus
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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Kommentare [3]
  • von Klaus Handorff | 16.01.2018, 17:08 Antworten

    Gold pendelt 2018 langweilig vor sich hin , es wird keine großen Sprünge mehr machen.

    • von bling bling | 16.01.2018, 19:11 Antworten

      die usa sind durch trumps imponier-gehabe besonders exponiert.

  • von yoshi | 17.01.2018, 00:10 Antworten

    Die machen Wettbewerbe im Raten und verkaufen das auch noch als erstzunehmende Wissenschaft? Krass!

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