Stand: 12.04.2016  0 Kommentare

Gold hat in den ersten drei Monaten des Jahres alle anderen wichtigen Anlageklassen überstrahlt und Kursgewinne von bis zu 17 Prozent erzielt. Damit hat das gelbe Edelmetall das beste Quartal seit 30 Jahren hingelegt.

Im Rahmen einer spektakulären Preiserholung im ersten Quartal 2016 konnte sich Gold deutlich von allen anderen wichtigen Anlageklassen abheben und eine Vermögensrendite von beeindruckenden 17 Prozent erzielen. Damit hat das gelbe Edelmetall nicht nur den ersten Quartalsgewinn überhaupt seit fast zwei Jahren verbucht, sondern zugleich die beste Preisentwicklung innerhalb eines Quartals seit 30 Jahren verzeichnet. Ob Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, querbeet übertraf Gold dabei sämtliche wichtige Anlageklassen bei weitem. Sollte diese Entwicklung auch im zweiten Quartal anhalten, dann könnte Gold in der Folge in einen nachhaltigen Bullenmarkt einschwenken. Darauf deuten die historischen Entwicklungen des Goldpreises in den letzten 50 Jahren hin.

Gold gewinnt in allen wichtigen Handelswährungen

Den jüngsten Statistiken des Branchenverbandes World Gold Council (WGC) vom vergangenen Donnerstag (07.04.16) zufolge, betrifft die fulminante Preiserholung von Gold im ersten Quartal dieses Jahres zudem alle wichtigen Handelswährungen, die für Gold eine Bedeutung haben. Allen vorneweg natürlich der US-Dollar, demgegenüber Gold um nahezu 17 Prozent an Wert zugelegt hat. In britischen Pfund stieg der Goldpreis sogar um fast 20 Prozent. In der europäischen Gemeinschaftswährung Euro dagegen gewann Gold knapp 11 Prozent und in japanischen Yen waren es noch neun Prozent. Sowohl in chinesischen Yuan als auch in indischen Rupien, den beiden Währungen mit der größten Goldnachfrage, kletterte der Goldpreis derweil um jeweils rund 16 Prozent.

Fünf Mal Bärenmarkt, fünf Mal Bullenmarkt in 50 Jahren

Das letzte Mal, als Gold ein ähnlich starkes Quartal durch alle Anlageklassen hinweg aufweisen konnte, da war die Welt noch eine ganz andere. In den USA trauerte man damals noch um die sieben Astronauten der Challenger-Katastrophe. Und im Weißen Haus in Washington saß ein US-Präsident namens Ronald Reagan. Auch gab es dazumal noch die Sowjetunion, und der Kalte Krieg war noch nicht vollumfänglich ausgefochten. Laut WGC befand sich Gold Anfang des Jahres 1986 auf halbem Wege durch einen knapp drei Jahre anhaltenden Bullenmarkt, der den Goldpreis um gute 75 Prozent beflügeln konnte. Dem vorausgegangen war ein fünfjähriger Bärenmarkt, im Zuge dessen Gold schließlich 56 Prozent seines Wertes eingebüßt hatte. Aus historischer Sicht gab es in den vergangenen 50 Jahren fünf Mal einen mehrere Jahre anhaltenden Bärenmarkt, bevor dieser jeweils von einem Bullenmarkt abgelöst wurde.

Auf zwei starke Quartale von Gold folgt historisch ein Bullenmarkt

Demnach stehen die Zeichen derzeit offenbar gut, dass das vergangene starke Quartal eine neue Auflage eines Bullenmarktes angekündigt haben könnte. Den Statistiken des WGC folgend dauerte in der Vergangenheit ein Bärenmarkt durchschnittlich 52 Monate, in deren Verlauf der Goldpreis jeweils zwischen 35 und 55 Prozent eingebrochen war. Statistisch betrachtet wurde diese durchschnittliche "Bärenzeit" in Länge und Umfang bereits im Dezember 2015 überschritten. Historisch betrachtet sind zwei aufeinander folgende starke Quartale von Gold typischerweise in eine nachhaltige Preiserholung bei Gold gemündet, die den Beginn eines Bullenmarktes markiert haben. Zwar kann bislang nur von einem (sehr) starken Quartal ausgegangen werden. Doch spreche das makroökonomische Umfeld eher für eine fortgesetzte, anhaltend große Investmentnachfrage im zweiten Quartal, so der WGC.

"Aufgestaute Investment-Nachfrage nach Gold"

Zurückzuführen sei dies insbesondere auf das zumindest mittelfristig anhaltende niedrige beziehungsweise negative Zinsumfeld durch die Zentralbanken. Darüber hinaus habe sich auch der US-Dollar eine Pause bei seinem (vormaligen) Höhenflug gegönnt, hieß es. Dies sei nicht zuletzt eine Konsequenz der doch sehr gemäßigten Äußerungen seitens der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen, dass man in diesem Jahr Zinserhöhungen "sehr vorsichtig angehen" wolle, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag (08.04.16) berichtete. Yellen begründete dies mit "unbeständigen Finanzmärkten" und unklaren Verhältnissen in der Weltwirtschaft, was allesamt Äußerungen sind, die den Goldpreis stützen. Laut dem WGC beobachte man unter Investoren zudem eine "aufgestaute Investment-Nachfrage nach Gold", da letzten Endes dem Kaufimpuls eines steigenden Goldpreises gefolgt werde.

Im langjährigen Mittel legt Gold um 385 Prozent zu

Den stärksten Bullenmarkt erlebte Gold in den Jahren zwischen Ende 1976 und Anfang 1980. Damals stieg der Goldpreis den Statistiken zufolge innerhalb von etwas mehr als drei Jahren um gute 720 Prozent. Danach folgte ein Phase, in der sich die Zyklen zwischen Bären- und Bullenmarkt in unregelmäßigen, aber doch überschaubaren Abständen von jeweils zwei bis fünf Jahren abwechselten. Ab Anfang des neuen Jahrtausends folgte jedoch ein zehnjähriger nachhaltiger Bullenmarkt, der den Goldpreis bis Mitte 2011 um 650 Prozent auf seine historischen Höchststände bei um die 1.900 Dollar pro Unze katapultierte. Im sich erneut daran anschließenden, viereinhalb Jahre dauernden Bärenmarkt erreichte der Goldpreis am 17. Dezember vergangenen Jahres allerdings sein vorläufiges Fünfjahrestief bei rund 1.050 Dollar pro Unze. Derzeit liegt der Kurs wieder um die 1.250 Dollar. Bei den fünf Bärenmärkten der vergangenen 50 Jahre hatte Gold im langjährigen Mittel jeweils rund 44 Prozent seines Wertes verloren. Im Verlauf der fünf Bullenmärkte im gleichen Zeitraum hingegen gewann der Goldpreis im langjährigen Mittel um jeweils gute 385 Prozent hinzu.

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