| GOLD | 4.591,20 $/oz | 3.945,63 €/oz | 126,85 €/g | 126.855 €/kg |
| SILBER | 87,69 $/oz | 75,31 €/oz | 2,42 €/g | 2.421,27 €/kg |
Bei den US-Produzentenpreisen, die als Frühindikator für die Konsumentenpreise gelten, wurde am Donnerstag für den Monat Juli ein Anstieg um 3,3 Prozent p.a. (Prognose: 2,5 Prozent) gemeldet, wobei die Kernrate mit 3,7 Prozent p.a. (Prognose: 2,7 Prozent) sogar nach höher ausgefallen war.
Am Freitag enttäuschten auch die von der Uni Michigan gemeldeten Inflationsdaten. Vom prognostizierten Erwartungswert besonders stark abgewichen ist mit 3,9 Prozent p.a. die erwartete Inflationsrate für Juli 2030 (Prognose: 3,6 Prozent). Der Blick zwölf Monate voraus (siehe Chart) wies eine prognostizierte Teuerung um 4,9 Prozent p.a. (Prognose: 4,8 Prozent) aus.
Die beiden Indikatoren „Michigan 5 Year Inflation Expectations“ und „Michigan 1-Year Inflation Expectations“ stammen aus der regelmäßig durchgeführten Konsumentenbefragung der University of Michigan in den USA, die als wichtiger Gradmesser für die Stimmung der privaten Haushalte gilt. Damit spiegeln sie nicht nur kurzfristige Einschätzungen über Preisentwicklungen im Alltag wider, sondern auch die längerfristigen Vorstellungen darüber, wie stabil das Preisniveau in Zukunft bleibt.
An den Finanzmärkten werden beide Indikatoren sehr genau beobachtet: Sie liefern frühzeitige Hinweise darauf, wie Konsumenten das Inflationsumfeld einschätzen. Da Inflationserwartungen stark auf die Zinsentwicklung und damit auf Anleihekurse, Währungen und Aktienbewertungen wirken, reagieren Märkte oft unmittelbar auf unerwartete Veränderungen dieser Umfragewerte.
Uni Michigan: Erwartete US-Inflation in einem Jahr relativ hoch

Das gelbe Edelmetall wird in der Regel als langfristiger Inflationsschutz wahrgenommen, manchmal kann sich ein unerwarteter Anstieg der Inflation aber auch als Belastungsfaktor auswirken.
Die jüngsten Inflationssorgen haben bspw. die Aussicht auf markante US-Zinsreduktionen spürbar gedämpft. Dies bedeutet nämlich, dass die Attraktivität von Gold länger als erwartet durch hohe Opportunitätskosten (Zinsverzicht) belastet wird.
Wichtig zu wissen: In den vergangenen Jahren haben steigende Zinsen unter den Goldbesitzern nicht mehr eine sonderlich abschreckende Wirkung.
Hierfür gibt es mehrere Gründe:
Hohe Anleiherenditen deuten auch auf ein gestiegenes Ausfall- bzw. Bonitätsrisiko hin.
Explodierende Schuldenberge und Haushaltsdefizite belasten das Anlegervertrauen.
Hohe Zinsen können relativ schnell durch eine hohe Inflation aufgezehrt werden.
Handelskriege und Zölle können einen starken Inflationsschub auslösen.
Fazit: Derzeit hat man den Eindruck, dass an den Goldmärkten theoretische Belastungsfaktoren an Schrecken verloren haben und die Anleger mehr denn je von dessen Vorteilen überzeugt sind.
Weil Gold in Form von Barren und Münzen kein Kontrahentenrisiko beinhaltet und es seit seiner Existenz noch nie einen Totalverlust erlitten hat, scheint das Vertrauen der Anleger in den Krisenschutz um einiges ausgeprägter zu sein als bei Anleihen.
Die Krisenwährung Gold bewegt sich auf dem erhöhten Preisniveau weiterhin seitwärts.
In den nächsten Handelstagen dürfte das Thema US-Geldpolitik weiterhin die Gemüter der Marktakteure bewegen. Neben den Statements diverser US-Notenbanker steht am Mittwochabend das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung zur Bekanntgabe an.
Danach könnten aber auch wichtige US-Konjunkturindikatoren wie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sowie der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed (beide Donnerstag) für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.
Hiernach darf man gespannt sein, ob die Statements von Fed-Chef Jerome Powell künftig noch vorsichtiger ausfallen werden.
Neue Erkenntnisse über die künftige US-Geldpolitik erhoffen sich die Investoren zudem vom internationalen Notenbankertreffen in Jackson Hole, im US-Bundesstaat Wyoming (21. bis 23.08.2025).
Mit Spannung wird hier vor allem die für Freitag angekündigte Rede von Jerome Powell erwartet.
Danach könnten die Finanzmärkte und mit ihnen auch der Goldpreis neue Impulse erfahren.
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