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Stand: 20.07.2026 von Jörg Bernhard
Für Goldanleger verlief das erste Halbjahr 2026 enttäuschend: In Dollar verzeichnete Gold den schwächsten Halbjahresverlauf seit 2016. Anfang des Jahres hat Fidelity International ein gutes Timing bewiesen und die Goldquote reduziert. Nun blickt man wieder etwas optimistischer drein.
Goldpreis vor Comeback? Fidelity sieht jetzt neue Chancen

Fidelity nahm nach der Goldrallye Gewinne mit

Zu Jahresbeginn gehörte Gold noch zu den stärksten Anlageklassen. Nach den kräftigen Kursgewinnen bewertete das Global-Asset-Allocation-Team von Fidelity das Chance-Risiko-Verhältnis jedoch zunehmend kritisch. Portfolio-Manager David Tulk sprach von einem nahezu parabolischen Kursanstieg, der eine taktische Anpassung der Portfolios sinnvoll erscheinen ließ. Aus diesem Grund reduzierte Fidelity die Goldgewichtung und realisierte einen Teil der zuvor erzielten Gewinne.

Dabei handelte es sich ausdrücklich nicht um eine grundsätzliche Abkehr vom Edelmetall. Vielmehr folgte Fidelity einem klassischen Rebalancing-Ansatz: Nach einer außergewöhnlich starken Wertentwicklung wurde die Position verkleinert, um das Portfolio wieder ausgewogener aufzustellen und das Risiko zu begrenzen. Die Entscheidung erwies sich im Nachhinein als günstig, denn kurz darauf setzte eine deutliche Korrektur ein, die den Goldpreis zeitweise unter 4.000 Dollar drückte, den niedrigsten Stand seit acht Monaten.

Halbjahresperformance von Gold an den Handelsplätzen London und Shanghai

Halbsjahresperformance von Gold bis Juli 2026Quelle: World Gold Council

Goldpreis-Korrektur verbessert Chance-Risiko-Verhältnis

Nach den kräftigen Kursverlusten bewertet Fidelity die Lage inzwischen wieder deutlich positiver. Nach Einschätzung von David Tulk hat die Korrektur des Goldpreises die Bewertung des Edelmetalls attraktiver gemacht. Während Gold zu Jahresbeginn nach der Rallye vergleichsweise teuer erschien, eröffnen die niedrigeren Notierungen aus Sicht des Portfoliomanagers wieder interessantere Einstiegsmöglichkeiten.

An den langfristigen Argumenten für Gold habe sich nach Ansicht von Fidelity ohnehin wenig geändert. Das Edelmetall erfülle weiterhin eine wichtige Funktion als Diversifikationsbaustein in gemischten Portfolios. Hinzu kämen geopolitische Unsicherheiten, hohe Staatsverschuldung (wie z.B. die hohe Staatsverschuldung der USA)  in vielen Industrieländern sowie Risiken für die Kaufkraft wichtiger Währungen.

Gerade in einem Umfeld zunehmender Unsicherheit könne Gold dazu beitragen, Portfolios widerstandsfähiger aufzustellen.

Bemerkenswert ist dabei, dass Fidelity seine Einschätzung nicht allein auf kurzfristige Kursbewegungen stützt. Vielmehr fließen makroökonomische Faktoren, Bewertungen, Marktstimmung und fundamentale Entwicklungen gemeinsam in den Investmentprozess ein. Diese aktive Vermögensallokation gehört seit Jahren zu den Kernprinzipien des Hauses.

Trotz des wieder gestiegenen Optimismus verzichtet Fidelity auf konkrete Kursprognosen. Stattdessen betonen die Experten, dass Gold vor allem als strategischer Portfolio-Baustein betrachtet werden sollte. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, strukturell hohen Staatsschulden, anhaltenden Käufen der Zentralbanken und möglichen Belastungen für den Dollar spreche weiterhin für eine Beimischung des Edelmetalls.

Ausblick für die laufende Woche

Am kommenden Donnerstag findet die nächste Sitzung der EZB statt. Die meisten Volkswirte rechnen derzeit nicht mit baldigen Zinssenkungen der EZB. Nach der jüngsten Leitzinserhöhung dürfte zunächst eine längere Phase stabiler Zinsen folgen. Auslöser der jüngsten Zinserhöhung waren vor allem die gestiegenen Energiepreise und die damit verbundenen Inflationsrisiken. Erst wenn sich die Teuerung nachhaltig dem Zwei-Prozent-Ziel nähert (Juni: 2,3 Prozent p.a.), dürfte die EZB ihren geldpolitischen Kurs wieder lockern.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Wichtig zu wissen: Steigende Anleiherenditen gehen stets mit fallenden Anleihekursen einher und zeugen nicht von einem ausgeprägten Vertrauen in diese Anlageklasse – insbesondere, wenn man bedenkt, dass hohe Renditechancen in der Finanzmarktlehre auch immer als ein Indiz für erhöhtes Risiko interpretiert werden. Noch übertreffen sowohl in den USA als auch in Deutschland die Renditen dieser Papiere die Inflationsraten.

Spannend dürfte es mit Blick auf Gold werden, wenn dies nicht mehr der Fall ist.

In den vergangenen Jahren entwickelte sich der Inflationsschutz in Phasen negativer Realzinsen nämlich meist relativ positiv.

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Stand: 20.07.2026
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von Von Wander Bild | 27.07.2026, 09:25 Uhr Antworten

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo denn nun derzeit die Vorteile in einen weiteren Ausbau von Goldinvestment liegen soll, wenn China (und andere Asiatische Länder) damit beginnen, nunmehr die ersten Investment Riegel für Privatanleger einzuführen. Obwohl ich kein Freund von Papiergold bin stimmt mich dies sehr nachdenklich denn, was man bei nicht physischen Werten einführen kann nun ... ein Schelm wer da böses denkt. Begründungen findet man immer. Innerhalb eines halben Jahres hat physisches Gold annähernd < 20% seines Wertes verloren - Tendenz weiter fallend - . Für mich erstaunlich ist die Tatsache, dass sich bisher damit thematisch kaum jemand eingehender befasst hat... was soll mir das sagen?! Bei satten 1200 Euro Wertverlust ist diese Beiläufigkeit doch schon sehr bemerkenswert. Ich kann derzeit nur dazu raten physisches Gold - nicht zu verkaufen - und abzuwarten. Mir schmecken auch diese ganzen Erklärungsversuche > am Rande < dazu überhaupt nicht. Überhaupt kommt es mir so vor, als wenn man Glöbale als auch Geopolitische Entwicklungen nicht die Bedeutung beimißt, welche sie eigentlich tatsächlich haben müßten... . So ist es wohl nur verständlich, dass bei vielen (nicht nur bei mir) der Eindruck ensteht, dass hier etwas von der Logik her, gwaltig nicht stimmt oder stimmen kann...

von solider Anleger | 20.07.2026, 23:26 Uhr Antworten

Als Trader sicher sehr interessant, aber unter dem Aspekt der Steuervermeidung sitzt man als Anleger sicher solche „Dellen“ mal gern aus. Silber traf es entsprechend im Verhältnis 1:2 ebenso.

Auf China achten!

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