Stand: 02.10.2018 von Jörg Bernhard 6 Kommentare

Die ersten neun Monate verliefen für den Goldpreis nicht sonderlich erfreulich. Auf Dollarbasis hat er zehn Prozent verloren und in Euro gerechnet büßte er fünf Prozent an Wert ein. Fazit: Aus der Mode ist er zwar geraten, überflüssig ist er aber keineswegs geworden.

Gold: Die ersten neun Monate 2018 in Zahlen

am 01.10.2018 Performance 2018 Jahrestief (Datum) Jahreshoch (Datum)
Goldpreis in Dollar (Feinunze) 1188,47 U$ -7,95 % 1.174,16 U$ (17.08.18) 1.358,50 U$ (25.01.18)
Goldpreis in Euro (Feinunze) 1.023,91 Euro -4,47 % 1.016,28 Euro (28.09.18) 1.124,99 Euro (30.05.18)
CBOE-Gold-Volatilitätsindex (Prozent) 11,03 U$ -2,0 % 09,82 U$ (18.06.18) 15,03 U$ (15.02.18)
Quelle: Gold.de, cboe.com; Stand: 01.10.2018

Gold – seit Jahren im Korrekturmodus

Vor genau zehn Jahren herrschte an den Finanzmärkten „Alarmstufe Rot“. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hat insbesondere im Bankensektor zu einem massiven Vertrauensverlust geführt.

Gefragt waren damals vor allem zwei Anlageklassen: Anleihen bester Bonität und Gold. Während zum Beispiel beim Bund-Future trotz Kursgewinnen von über 40 Prozent der langfristige Aufwärtstrend nach wie vor intakt geblieben ist, ist der Goldpreis im Herbst 2011 in den Korrekturmodus gewechselt und ist diesem bis heute treugeblieben.  Auf Dollarbasis hat der Goldpreis sein im Herbst 2011 markiertes Rekordhoch mittlerweile um 37 Prozent unterschritten, während gegenüber dem in Euro erzielten Rekordhoch (Herbst 2012) ein Rückgang um 25 Prozent zu Buche schlug.

In einem Punkt überraschte der traditionelle Krisenschutz Gold in diesem Jahr aber ausgesprochen positiv. Normalerweise geht es nämlich mit der Kursschwankungsintensität – welche in der Risikokennzahl Volatilität zum Ausdruck kommt – in Abwärtsphasen meist bergauf.

Eine überdurchschnittlich hohe Volatilität eröffnet auf der einen Seite eine attraktive Renditechance, auf der anderen Seite gilt aber auch: je höher die Volatilität, desto höher das Verlustrisiko. Die diesjährige Goldpreisschwäche wirkte sich auf die Volatilität des Goldpreises bislang kaum aus.

Trotz Talfahrt gilt Gold als wenig volatil

Der Terminbörsenbetreiber Chicago Board Options Exchange (CBOE) hat zahlreiche Volatilitätsindizes entwickelt und veröffentlicht deren Werte fortlaufend. Im Rohstoffsektor basieren die entsprechenden Indizes auf den Optionspreisen, die sich auf ETFs auf Gold, Silber bzw. Rohöl beziehen. Dabei fällt auf, dass der Gold-Volatilitätsindex mit aktuell 10,7 Prozent deutlich geringer (also weniger Risiko) anzeigt als seine Pendants auf Silber (19,2 Prozent) bzw. Rohöl (26,7 Prozent).

Als besonders bemerkenswert ist allerdings der Umstand zu werten, dass ein Goldinvestment – beim Blick auf den Volatilitätsindex – als weniger riskant einzustufen ist als ein Investment in den S&P-500-Index. Dessen Volatilitätsindex VIX übertrifft nämlich mit 12,1 Prozent sein Pendant auf Gold. Und dies, obwohl das Gesamtrisiko des Aktienindex auf 500 Einzelwerte verteilt worden ist. Gemäß den Erkenntnissen aus der Portfoliotheorie führt eine Diversifikation (Verteilung) auf mehrere Einzelwerte stets zu einer Reduktion des Gesamtrisikos.

Die „Bank der Notenbanken“ warnt

Die in Basel ansässige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wird häufig auch als „Bank der Notenbanken“ bezeichnet. In der vergangenen Woche meldete sie sich mit einem kritischen Quartalsbericht zur Lage an den internationalen Finanzmärkten zu Wort.

Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ, stuft die Märkte in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als überbewertet, die Finanzierungsbedingungen als zu locker und die globalen Schuldenstände als zu hoch ein. Die aktuelle Lage brachte er sehr gut auf den Punkt und sagte:

"Da die Zinssätze immer noch außergewöhnlich niedrig und die Zentralbankbilanzen aufgeblähter sind denn je, gibt es kaum noch Mittel im Medizinschrank, um dem Patienten wieder auf die Beine zu helfen oder ihn bei einem Rückfall zu versorgen". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ausblick für die laufende Woche

Nach der in der vergangenen Woche erfolgten Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte hat die magnetische Wirkung der Marke von 1.200 Dollar erst einmal nachgelassen. Die Prognosen der US-Notenbank zur künftigen Entwicklung der US-Wirtschaft, der US-Inflation und des US-Arbeitsmarkts für die kommenden Jahre fielen tendenziell optimistisch aus.

In den kommenden Tagen dürften sich die Goldmarktakteure hingegen vor allem für die jüngste Tendenz des US-Arbeitsmarktes stark interessieren. Die Flut an Arbeitsmarktdaten beginnt am Mittwoch mit dem ADP-Monatsbericht für September und endet mit dem Update des US-Arbeitsministeriums.

Laut Analystenschätzungen soll sich die Arbeitslosenrate von 3,9 auf 3,8 Prozent reduziert haben und die Zahl neu geschaffener Stellen von 201.000 auf 185.000 verlangsamen. Fällt der Bericht robuster als erwartet aus, droht dem gelben Edelmetall – bedingt durch die daraus resultierenden Zinsängste – erhöhter Verkaufsdruck.

Goldpreis: Nach neun Monaten zweistellig im Minus
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [6]
  • von Minenfan | 10.10.2018, 09:54 Antworten

    Mittelfristig kann es noch zu einem Auswaschen kommen. Derzeit sieht es für mich schon recht goldig aus. Foren für Gold sind tot, Minenfans sind ausgestorben. Wahrscheinlich zu früh zu viel investiert. Die Idioten die nur beim Hoch kaufen schimpfen noch immer über Gold anstatt sich selbst zu fragen wer an ihren Verlusten schuld trägt.
    Ich bleibe Minenfan und investiere bereits ziemlich hoch in yamana gold. Aber vorrangig mit Gewinnen aus Goldminen die noch in der Abwärtsphase gestiegen sind. GORO
    Habe sie gut verkauft , aber 40 cents unter dem Hoch.
    Alle Gewinne, 30% vom Portfolio stecken nun in AUY, 20 % habe ich letztens aus dem Portfolio dazugelegt. 80 % habe ich cash. Bei einem Börsencrash oder einer starken Korrektur können Gold und Minen auch noch verlieren. Dafür bin ich gerüstet.
    Inflationsbereinigt ist Gold sehr hoch anzusiedeln. Damit rechne ich. Ich rate jedem etwas Gold und Silber in verschiedener Form zu kaufen.

  • von Minenfan | 05.10.2018, 09:03 Antworten

    Die Stimmung ist schlecht, also gut für mich. Habe begonnen mit einer GOLD.. Silber,Kupfermine. Kaufe nach wenn sie noch fallen sollte. Ich werde nicht erst einsteigen wenn Gold bereits USD 1380 überschreitet. Da habe ich dann schon verdient.

  • von Mr.Silver | 02.10.2018, 11:05 Antworten

    Zur Zeit ist Silber auf einem Preisniveau wo man langsam kaufen kann. Sieht man sich die Preise vor 20 Jahren an, lag der Preis bei 4 bis 6 Dollar pro Unze. Doch die Kaufkraft des Geldes war mehr als doppelt so hoch. Jetzt wo der Silberpreis bei 14 bis 15 Dollar pendelt kann man anfangen zu kaufen. Einige Rohstoffe wie Rohöl und Erdgas kamen mit Ihrem Preis in die Preisspanne vor 20 Jahren und stiegen dann sehr schnell wieder an. Sollte dies bei Silber auch noch passieren, dann ist man bei Silber auf der sicheren Seite.

    • von Minenfan | 05.10.2018, 09:06 Antworten

      gute Überlegung ich bin schon eingestiegen und habe aber auch im Abwärtstrend mit einer Mine gut verdient.

    • von bling bling | 02.10.2018, 16:39 Antworten

      ...und bingo.
      wer ist eigentlich der wal, nach dem man in den letzten wochen seine uhr stellen kann? pünktlich um 15 uhr taucht er ab - doch halt! heute ist er empor geschossen! ist es turkey-dick? china-dick? oder mickey-dick?

      • von Marc M. | 03.10.2018, 13:16 Antworten

        Was für ein bescheuerter Kommentar. Wollen Sie damit auf die Manipulation hinweisen?

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