Stand: 29.11.2016 von Florian Grummes 1 Kommentare

Seit dem Hoch am 6.Juli bei 1.375 US-Dollar steckt der Goldpreis in einer Korrektur, welche Anfang Oktober nach wochenlanger Seitwärtsphase deutlich an Dynamik zunahm und zu einem scharfen Kursrutsch unter 1.300 US-Dollar führte. Ausgehend von 1.242 US-Dollar gelang den Bullen zwar mit 1.338 US-Dollar nochmals eine vorübergehende Erholung bis an den fünfjährigen Abwärtstrend, im Anschluss an das überraschende Wahlergebnis in den USA brachen dann jedoch alle Dämme.

So fiel der Goldpreis in den letzten zweieinhalb Wochen ohne Gegenwehr und markierte fast täglich neue Tiefs. Dabei wurde zuletzt auch die im Frühjahr noch erfolgreiche Unterstützungszone um 1.200 – 1.210 US-Dollar klar unterschritten. Im asiatischen Handel schließlich konnten am letzten Handelstag der Woche offensichtlich auch noch die Stopps unterhalb von 1.180 US-Dollar abgefischt werden, wodurch der Goldpreis innerhalb weniger Minuten bis auf 1.171 US-Dollar absackte.

Genau hier, am 61,8%-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit dem Dezember 2015 aber war für die Bären bislang Endstation. Der Goldpreis konnte sich seitdem bereits etwas deutlicher erholen und scheint ein typisches Umkehrsignal zu liefern, welches für die kommenden Wochen zumindest eine deutliche Gegenbewegung nach oben erwarten lässt. Ebenso besteht nun die Chance, dass die viermonatige Korrektur soeben abgeschlossen wurde, und der gesamte Edelmetallsektor nun wieder vor einer nachhaltigen neuen Aufwärtsbewegung stehen könnte.

4-Stunden Chart Gold in US-Dollar

Seit dem überraschenden US-Wahlergebnis fiel der Goldpreis von 1.338 US-Dollar in den letzten zweieinhalb Wochen um 167 US-Dollar bzw. 12,5%. Neben der Dollarstärke sind kaum weitere nachhaltige Argumente für diese eklatante Goldpreis-Schwäche zu finden. Unter dem neuen Präsidenten Donald Trump wird die Inflation in Amerika höchstwahrscheinlich deutlich anziehen. Genauso wenig ist eine Reduzierung der Schuldenlast in den USA zu erwarten, vielmehr ist eine extreme Ausweitung der Staatsschulden aufgrund von massiven Infrastrukturprogrammen realistisch. Mittelfristig müsste sich das sehr positiv auf den Goldpreis auswirken.

Gold in US-Dollar 4 Stunden Chartanalyse

Rückblickend hatte sich die Lage am Goldmarkt allerdings bereits seit August schrittweise immer weiter eingetrübt. Vor allem aber war die gigantische Shortposition der kommerziellen Händler am Terminmarkt schon seit April ein immer stärker werdendes Warnsignal. Früher oder später mussten die Profis ihre Leerverkäufe auch wieder (gewinnbringend) eindecken. Am besten gelingt ihnen dies in einem panischen Marktumfeld, in dem Hedgefonds, Trendfolger und Privatanleger unter hohen Volumina ihre Positionen glattstellen bzw. verkaufen müssen. Dann können die kommerziellen Händler ihre Shorts ohne Probleme zurückkaufen, ohne dabei den Preis nach oben zu treiben. Ein altbekanntes Spielchen am emotionalen Goldmarkt.

Charttechnisch wurde in den letzten Wochen jedenfalls viel Porzellan zerschlagen. Gleichzeitig aber hat der Preis bislang exakt am 61,8%-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung (von 1.045 US-Dollar bis auf 1.375 US-Dollar) gedreht. In Verbindung mit den zunehmenden Divergenzen bei den Indikatoren ist das ein erstes positives Zeichen.

Nun sieht der Kursverlauf mit dem Tief bei 1.171 US-Dollar nach einer Umkehrformation aus und müsste in Verbindung mit der stark überverkauften Lage und dem extrem pessimistischen Sentiment in jedem Fall zu einer Erholung bis 1.235 US-Dollar bzw. 1.249 US-Dollar führen.

Gelingt den Bullen auch der Sprung über die Marke von 1.275 US-Dollar, können wir mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die viermonatige Korrektur am Freitag den 25.November bei 1.171 US-Dollar beendet wurde und sich der Goldpreis nun auf dem zum nächsten Angriff auf die fünfjährige Abwärtstrendlinie im Bereich um 1.300 - 1.310 US-Dollar befindet. Gelingt den Bullen in den kommenden Monaten dann endlich auch der Sprung über diesen extrem starken Widerstand, dürften die Kurse relativ zügig bis zur nächsten Widerstandszone um 1.500 bis 1.530 US-Dollar haussieren.

Tageschart Gold in Euro

In Euro gerechnet hielt sich das Gemetzel etwas in Grenzen. Aufgrund des schwachen Euros wurden die Kursverluste deutlich abgefedert, so dass der Preis für eine Feinunze Gold sein Oktobertief bei 1.122 Euro nur marginal um knapp 10 Euro unterschritten hat.

Gold in Euro Tageschartanalyse

Auch hier machen sich klare Erschöpfungssignal unter den Bären breit, denn neben der starken Unterstützung um 1.115 – 1.100 Euro wurde auch die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals erreicht und es mehren sich die Divergenzen bei den Indikatoren. Der Euro-Goldpreis ist stark überverkauft und hat jetzt mindestens Erholungspotential bis an die gebrochene 200-Tagelinie (1.148 Euro).

Nachkauflimit bei 1.130 Euro

Wer in den letzten elf Handelstagen die günstigen Preise unterhalb des Nachkauflimits bei 1.150 Euro noch nicht genutzt hat, sollte sich jetzt beeilen, denn lange werden die Notierungen vermutlich nicht auf diesen ausgebombten Niveaus verharren. Unterhalb von 1.130 Euro bleibt Gold ein günstiger und sehr empfehlenswerter Kauf.

Gold - Potentielle Umkehrformation!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [1]
  • von Goldmann | 30.11.2016, 06:51 Antworten

    Performance 2016: EUR +15,24 % | USD +12,19 %
    Da kann man nicht klagen.

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