Stand: 09.09.2016  1 Kommentare

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, mit der sie deutlich mehr und effektiver Gold aus verbrauchten Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten zurückgewinnen wollen. Dieses neue Gold Recycling könnte in Zukunft bis zu 300 Tonnen jährlich abwerfen, glauben sie.

Gold ist ein wichtiger, wenn nicht unverzichtbarer Bestandteil der Leiterplatten von elektronischen Geräten. Am Ende ihrer Lebensdauer aber werden diese Geräte samt dem darin enthaltenen Gold zu Elektroschrott. Experten schätzen, dass mittlerweile bis zu sieben Prozent des weltweit vorhandenen Goldes unter anderem in bereits verschrotteten Mobiltelefonen, Fernsehern und Computern verbaut worden ist. Doch bislang gestaltete sich die Rückgewinnung des Edelmetalls schwierig. Gegenwärtige Methoden für das Gold Recycling gelten als ineffizient und können sogar gesundheitsschädlich sein, da oftmals giftige Chemikalien wie Zyanid zum Einsatz kommen. Doch jetzt haben Wissenschaftler der "University of Edinburgh" (Schottland) ein neues und einfaches chemisches Verfahren entwickelt, das nicht nur ohne giftige Chemikalien auskommt, sondern das Recycling von Gold aus verbrauchten elektronischen Geräten deutlich effizienter und leistungsfähiger macht. Mit ihrer Methode könnten künftig große Mengen Gold umweltschonend zurückgewonnen werden, schreiben die Wissenschaftler um den leitenden Professor Jason Love in einer am vergangenen Dienstag veröffentlichten Stellungnahme der schottischen Universität.

Chemische Verbindung löst Gold gezielt heraus

Demnach werden im Zuge der nun vorgestellten neuen Methode die verbrauchten Leiterplatten aus elektronischen Geräten zuerst in ein "mildes Säurebad" getaucht. Dabei werden in einem ersten Schritt alle metallischen Bestandteile aus den Leiterplatten herausgelöst. Im Anschluss wird eine "ölige Flüssigkeit", welche eine von den Wissenschaftlern entwickelte, jedoch nicht näher bezeichnete chemische Verbindung enthält, hinzugefügt. Diese chemische Verbindung könne "das Gold gezielt aus der komplizierten Mischung der anderen Metalle heraus lösen", heißt es laut Mitteilung. Die Ergebnisse ihrer Arbeit, so die Wissenschaftler, könnten zur Entwicklung von Verfahren beitragen, die ein groß angelegtes Recycling von Gold und anderen Edelmetallen aus Elektroschrott ermöglichen. Bis zu 300 Tonnen Gold pro Jahr könnten auf diese Weise zurückgewonnen werden, sind sich die Forscher sicher.

Recycling von Gold hat "wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen"

Des Weiteren sehen die Autoren der Studie, die in voller Länge im Journal "Angewandte Chemie" (internationale Ausgabe) veröffentlicht wurde, weitere positive Nebeneffekte der neuen Recycling-Methode. Wenn man die Art und Weise, wie man Gold und andere Edelmetalle aus Elektroschrott zurückgewinne, verbessere, könne dies dabei helfen, die ungünstigen Auswirkungen auf die Umwelt, welcher der Abbau von Gold nun mal mit sich bringe, zu reduzieren, glauben die Wissenschaftler. Professor Jason Love zeigte sich "begeistert von der Entdeckung" dieser neuen Methode. Laut Stellungnahme sagte er:

"Wir haben gezeigt, dass unsere chemische Grundlagenforschung zur Rückgewinnung von wertvollen Metallen einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen haben kann".

Den Angaben zufolge ist die von den Wissenschaftlern um Professor Love vorgelegte Studie nur eine von vielen Initiativen der "University of Edinburgh", die sich mit der so genannten "Kreislaufwirtschaft" - also der Wiedergewinnung und dem Wiedergebrauch von Materialien sowie Ressourceneffizienz - beschäftigen.

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Kommentare [1]
  • von Achim | 10.09.2016, 00:02 Antworten

    weiter so >Jungs

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