| GOLD | 4.696,95 $/oz | 4.008,30 €/oz | 128,87 €/g | 128.870 €/kg |
| SILBER | 87,13 $/oz | 74,35 €/oz | 2,39 €/g | 2.390,41 €/kg |
Die Edelmetalle Gold (+68 Prozent), Silber (+138 Prozent), Platin (+133 Prozent) und Palladium (+106 Prozent) gehörten 2025 zu den absoluten Top-Performern und übertrafen dadurch die Kursgewinne wichtiger Aktienindizes und Rohstoffe um Längen (siehe Tabelle).
Starke Outperformance von Gold und Silber in 2025
| aktuell * | Jahrestief | Jahreshoch | Performance 2025 | |
|---|---|---|---|---|
| Goldpreis (USD) | 4.414,00 | 2.619,11 | 4.419,76 | 69,30 % |
| Goldpreis (EUR) | 3.762,00 | 2.504,25 | 3.772,10 | 50,30 % |
| 250-Tage-Volatilität von Gold | 24,10 | 18,51 | 24,99 | - |
| Silberpreis (USD) | 68,86 | 28,84 | 69,41 | 137,90 % |
| Silberpreis (EUR) | 57,33 | 26,98 | 57,55 | 110,90 % |
| 250-Tage-Volatilität von Silber | 39,50 | 33,62 | 40,86 | - |
| Dollarindex (Punkte) | 98,72 | 96,63 | 109,96 | -9,20 % |
| Dow-Jones (Punkte) | 48.134,89 | 36.611,78 | 48.886,86 | 13,10 % |
| Nasdaq (Punkte) | 25.346,18 | 16.542,20 | 26.182,10 | 20,90 % |
| DAX (Punkte) | 24.344,00 | 18.489,91 | 24.771,34 | 22,30 % |
| Bitcoin (USD) | 89.633,00 | 74.511,17 | 125.965,51 | -5,00 % |
Der Mix an Kaufargumenten war einfach unübersehbar. In der ersten Jahreshälfte erhöhten vor allem die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen die geopolitische Risikoprämie des Goldpreises. Das von US-Präsident Trump verursachte Handelschaos verstärkte die Flucht in den „sicheren Hafen Gold“. Dies führte im weiteren Jahresverlauf zu massiven Goldkäufen von physisch gedeckten ETFs.
Laut Daten des World Gold Council verzeichnete der ETF-Sektor in diesem Jahr Goldzuflüsse von 712,6 Tonnen (Stand: 12.12.2025), wobei mit 413,3 Tonnen der größte Goldhunger in den USA auszumachen war.
Dies dürfte auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein. Zum einen herrscht jenseits des Atlantiks (2,7 Prozent) eine höhere Inflation als in der Eurozone (2,1 Prozent) und zum anderen tragen die rekordhohen US-Staatsschulden von 38,2 Billionen Dollar zur weiteren Verunsicherung der Investoren bei. Zudem wird die Schuldentragfähigkeit der USA von immer mehr Kapitalmarkt-Experten in Frage gestellt und war im Mai von einer Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Moody`s begleitet worden.
Doch die diesjährige Dollarschwäche, die den Dollarindex um rund zehn Prozent abstürzen ließ, ist nicht ausschließlich auf die wenig nachhaltige US-Finanzpolitik, sondern auch auf deren Sanktionspolitik zurückzuführen. Viele Staaten des Globalen Südens reduzieren seit Jahren ihre Abhängigkeit vom Dollar und sind auf der Suche nach Alternativen. Fündig wurden sie vor allem bei Gold und haben deshalb ihre Goldreserven weiter aufgestockt.
Die Goldkäufe der Notenbanken haben 2025 zwar nachgelassen, angesichts der starken Goldpreisrallye sollte dies allerdings nicht zu sehr wundern.
Besonders interessant: Neben Zentralbanken aus dem globalen Süden gab es auch Käufe aus Polen, Tschechien und der Türkei zu beobachten. Während bspw. 77,5 Prozent der deutschen Währungsreserven auf Gold basieren, fallen die Goldquoten in Polen (22 Prozent), Tschechien (4,0 Prozent) und der Türkei (50,1 Prozent) deutlich niedriger aus. Das heißt: Hier existiert erheblicher Nachholbedarf.
Doch trotz der rasanten Goldrallye sollte man das gelbe Edelmetall weniger als Spekulationsobjekt, sondern in erster Linie als Vermögensschutz ansehen.
Mit über 4.400 Dollar gelang dem Goldpreis vor den Weihnachtsfeiertagen ein weiteres Allzeithoch. Nun darf man gespannt sein, wie der Handel vor dem Jahreswechsel verlaufen wird. Die Umsätze dürften aller Voraussicht nach sinken und größere Orders könnten dann starke Kursbewegungen in die eine oder andere Richtung auslösen.
Mit Blick auf den Terminkalender dürften an den Finanzmärkten vor dem Jahreswechsel drei Events für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Am 30. Dezember steht nämlich das Protokoll der im Dezember stattgefundenen Fed-Sitzung zur Bekanntgabe an. Derzeit scheint in dem Gremium der Entscheidungsträger alles andere als eine einheitliche Meinung zur künftigen Geldpolitik zu herrschen.
Am 31. Dezember erfahren die Marktakteure, wie sich die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe und der Chicago-Einkaufsmanagerindex (Dezember) entwickelt haben. Letzterer rutschte im November mit 36,3 Zähler auf den niedrigsten Stand seit Mai 2024 ab und soll sich laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten auf 42,0 Zähler erholt haben.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Derzeit deutet wenig darauf hin, dass sich Donald Trumps Wahlkampfslogan „Make America Great Again“ bewahrheiten wird. Der rekordhohe Goldpreis liefert hierfür einen guten Beleg.