Stand: 08.09.2017 von Florian Grummes 3 Kommentare

Wie erwartet und immer wieder rechtzeitig angekündigt, konnte der Goldpreis in den letzten zwei Monaten deutlich zulegen. Insbesondere der Ausbruch über die sechsjährige Abwärtstrendlinie war charttechnisch ein sehr starkes Signal. Trotz mehrtägiger Konsolidierungen und zwischenzeitlichen Rücksetzern konnten die Bullen die Notierungen letztlich über die Widerstandszone 1.295/1.300 USD treiben. In der Folge kam es zu einer Trendbeschleunigung, so dass der Goldpreis zuletzt die Marke von 1.357 USD erreichen konnte.

Bislang gibt es noch keine Anzeichen für eine Trendwende. Allerdings ist die Lage mittlerweile deutlich überkauft, während gleichzeitig im Bereich um 1.350 - 1.360 USD starke Widerstände warten.

Ein Rücksetzer in Richtung 1.310 - 1.280 USD schon in den nächsten Tagen bzw. Wochen wäre daher das wahrscheinlichste Szenario. Da die Saisonalität noch bis Ende September äußerst günstig bleibt und der Aufwärtstrend noch wie auf Schienen läuft, wäre zuvor auch ein Anstieg bis ca. 1.370 - 1.380 USD denkbar. Im Anschluss wird es aber in jedem Fall zu einer mehrwöchigen scharfen Korrektur kommen, die dann Nachzüglern im Oktober, spätestens im November wieder günstige Einstiegschancen liefern sollte.

Tageschart Goldpreis in US-Dollar

Mit dem erfolgreichen Ausbruch über die Marke von 1.295 USD hat sich die Aufwärtsbewegung in den letzten zwei Wochen am Goldmarkt ohne Zweifel deutlich beschleunigt. Die Notierungen klettern seitdem unter Schwankungen steil am oberen Bollinger Band (1.346 USD) weiter nach oben. Anzeichen eines etablierten Tops sind noch nicht auszumachen. Vielmehr hat die eingebettete Stochastik den Aufwärtstrend vorläufig festgezurrt.

Tageschart Goldpreis in US-Dollar

Allerdings treffen die Bullen im Bereich um 1.350 - 1.360 USD auf ein ernstzunehmendes Widerstandscluster, denn hier warten mehrere Wendepunkte vom Sommer 2016.

Eine kleine Etage höher, im Bereich 1.370 - 1.380 USD, finden sich zudem die beiden Hochs vom Juli/August des letzten Jahres.

Außerdem verläuft um 1.362 USD eine Verbindungslinie zwischen dem Hochpunkt vom März 2014 (1.390 USD) und dem Hochpunkt vom Juli 2017 (1.377 USD). Insgesamt also eine sehr starke Widerstandszone, welche den Goldbullen angesichts der extrem überkauften Lage mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur ernsthafte Probleme bereiten wird, sondern den Bullenzug vorerst vermutlich stoppen wird.

Auf der Unterseite hingegen sind die gleitenden Durchschnitte in weite Ferne gerückt. Die 50-Tagelinie (1.270 USD) steigt jetzt aber zügig an und dürfte im Herbst wieder eine Rolle als mögliche Unterstützung spielen.

Seine 200-Tagelinie (1.237 USD) wird der Goldpreis jedoch vorerst wohl nicht mehr so schnell berühren. Ganz besonders wichtig wird in den kommenden Wochen und Monaten aber wohl die ehemalige Widerstandszone um 1.295 USD, welche nun zu einer Unterstützung geworden ist und der absehbaren Korrektur standhalten muss.

Der langsam wieder steigenden Volatilität am Goldmarkt sollte man allerdings schon 10 - 15 USD Luft zugestehen, so dass grob gesagt mit einem Rücksetzer in den Bereich 1.280 - 1.310 USD kalkuliert werden muss.

Insgesamt stellt sich derzeit also nur noch die Frage, bis wohin die Kraft der Bullen noch reicht. 1.355 USD sind bereits erreicht, Kurse bis in den Bereich 1.375 USD sind schon ambitioniert, angesichts der Trendstärke aber noch denkbar. Spätestens hier wird es zu einem scharfen, irritierenden und mehrwöchigem Rücksetzer kommen.

Im großen Bild ist der Goldpreis aber klar auf dem Weg in Richtung 1.500 USD unterwegs.  Nach der typischen Herbstkorrektur wäre daher ausgehend von ca. 1.300 USD mit einer weiteren mehrmonatigen Aufwärtswelle zu rechnen, welche dann im Frühjahr 2018 die bombenfeste Widerstandszone 1.480 - 1.525 USD erreichen müsste.

Goldpreis in Euro Tageschart

Auch in Euro gerechnet kann der Goldpreis in den letzten zwei Wochen zulegen und hat so erwartungsgemäß erstmals seit Anfang Juni seine 200-Tagelinie (1.123 EUR) wieder erreicht. Damit konnten die Bullen die Widerstandszone 1.100 - 1.115 EUR zumindest ansatzweise überwinden.

Ebenso wurde das 38,2%-Retracement (1.119 EUR) der gesamten Abwärtsbewegung leicht überschritten, womit mittelfristig höhere Preise zu erwarten sind. Ähnlich wie beim Goldpreis in USD ist auch hier die Stochastik bullisch eingebettet und der Aufwärtstrend damit vorerst festgezurrt.

Goldpreis in Euro Tageschart

Da in USD aber mit einem baldigen Rücksetzer des Goldpreises zu rechnen ist, wird der Euro-Goldpreis vorerst keine fulminanten Kursanstiege zustande bekommen. Vielmehr ist mit einer etwas verwirrenden Seitwärtsbewegung um die 200-Tagelinie (1.123 EUR) und Rücksetzern an die jetzt steigende 50-Tagelinie (1.084 USD) zu rechnen.

Nachkauflimit bleibt bei 1.075 Euro

Das zuletzt genannte, sehr tiefe Abstauber-Limit unterhalb von 1.050 Euro wurde wie vermutet nicht erreicht. Wer die Kursschwäche im Juni und Juli aber konsequent genutzt hat, muss jetzt den gestiegenen Preise nicht hinterherlaufen.

Wer jedoch noch nicht investiert ist, macht mit vorsichtigen Käufen auch auf dem aktuellen Preisniveau um 1.120 EUR langfristig sicherlich keine Fehler.

Wer bereits über genügend Material verfügt, muss sich jetzt wieder in Geduld üben und sollte erst bei Kursen unterhalb von 1.075 EUR wieder zugreifen.

Gold - Rücksetzer steht unmittelbar bevor
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [3]
  • von O Thomas Dresden | 08.09.2017, 13:59 Antworten

    den Dollarkurs nicht vergessen

  • von bling bling | 08.09.2017, 18:24 Antworten

    wetterbericht gucke ich dann doch lieber nach der tagesschau.

  • von Goldfinger | 16.09.2017, 11:13 Antworten

    Das ist reine Kaffeesatzleserei. Es lohnt sich wirklich nicht so einen Artikel bis zum Ende durch zu lesen.

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